Growth vs. fake streams

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Was du im Beitrag erfährst:
  • Warum von Streaminganbietern, Labels, Vertrieben bis zu Künstlern alle konsequent gegen Fake-Streams vorgehen müssten, dies trotzdem aber nicht immer der Fall ist
  • Welche Interessenkonflikte Streaminganbieter und Labels haben
  • Ob das User-Centric-Modell daran etwas ändern könnte

Im Grundsatz sollten eigentlich alle involvierten Parteien gegen Fake Streams vorgehen. Die Künstler, die Labels und Vertriebe wie auch die Streaminganbieter. In der Realität ist die ganze Sache etwas komplizierter, was auch erklärt, wieso betrügerische Angebote weiterhin fleißig gebucht, aber nicht ganz so eifrig entfernt werden.

Es ist bekanntlich sehr leicht Angebote für gekaufte Streams zu finden – eine einfache Googlesuche reicht. Dies wissen auch die Streaminganbieter, welche zwar durchaus Leute darauf ansetzen, dann aber Fake Accounts trotzdem nicht mit letzter Konsequenz entfernen. Beim gegenwärtigen Pro-Rata-Modell haben Fake Streams direkten Einfluss auf die Auszahlung aller, die ehrlich vorgehen, da sich ihr Anteil am Topf verringert.

Labels und Streamingdienste haben einen Interessenkonflikt

Somit haben alle (ehrlichen) Künstler, Labels und Vertriebe eigentlich ein Interesse daran, dass der Betrug unterbunden wird, da sie so Geld verlieren. Allerdings können Labels und Vertriebe immer nur gegen den Betrug in den eigenen Reihen vorgehen. Tun sie dies und andere betrügen munter weiter, schaden sie sich also praktisch selbst. Sie stecken in einem Dilemma zwischen Marktanteil und dem Kampf gegen Fake Streams.

Ein ähnliches Dilemma haben die Streamingdienste. Auch diese wollen ihren Marktanteil kontinuierlich steigern und dies geschieht nicht zuletzt über eine steigende Anzahl User. Löschen sie jedoch Fake User, vor allem solche mit Premium Accounts, erreichen sie das Gegenteil. Zudem fehlt ihnen auch der Anreiz, wirklich konsequent vorzugehen, da es auf ihr Geschäftsmodell keinen Einfluss hat, wenn sie auch betrügerisch generierte Streams bezahlen.

Könnte das User-Centric-Modell daran etwas ändern?

Tatsächlich sind sich die Experten einig, dass dieses zumindest einen Teil der Manipulation verhindern würde. Datenwissenschaftler Ruwen Wiemann weist in einem Interview mit Backstage PRO aber auch darauf hin, dass dies zu einer intransparenten Abrechnung führen würde. Grund dafür ist, dass die Auszahlung bei User Centric nicht mehr nur auf der Anzahl Streams basiert. Ein Künstler kann für 1.000 Streams einen Euro erhalten, der andere hingegen drei. Dies ohne die Möglichkeit zu überprüfen, wieso dem so ist.

Ruwen Wiemann fasst zusammen:

„Solange die Lösung des Problems den fundamentalen Grundzielen und der daran gekoppelten Boni der beteiligten Akteure diametral entgegensteht, ist die einzige Möglichkeit, auf “das Gute im Menschen” zu vertrauen. Im Kapitalismus führt dies gewöhnlich nur dazu, dass am Ende der Ehrliche der Dumme ist.“

Er plädiert für eine unabhängige Kontrollinstanz, etwa Verbände in Kooperation mit Universitäten.

iGroove toleriert keine Fake Streams

iGroove geht konsequent gegen Fake Streams vor. Mit unserem Frühwarnsystem erkennen wir sofort, wenn die Zahlen verdächtig sind und informieren unsere Kunden. Bei mehrmaligem Betrug wird der Account des Künstlers gesperrt. Zudem werden auch bei unseren Prognosen der zukünftigen Einnahmen Fake Streams erkannt und nicht berücksichtigt.

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