Epic Games buys Bandcamp: What does that mean for musicians?

0 Shares
Was du im Beitrag erfährst:
  • Der Gaming-Riese Epic-Games kauft den Indie-Liebling Bandcamp
  • Wieso viele skeptisch sind gegenüber Epic Games
  • Was die Gründe für die Übernahme sein könnten

Während Streamingdienste häufig verteufelt werden, gilt Bandcamp für viele als Heilbringer. Und dies nicht grundlos. Künstler*innen können ihre Releases oder Merch selbst erfassen und den Preis festlegen. Vom erzielten Umsatz erhalten sie im Schnitt 82%. So wurde Bandcamp für viele Independent Künstler*innen zu einer wichtigen Einnahmequelle. Umso grösser war bei vielen der Schock, als bekannt wurde, dass der Gaming-Riese Epic Games Bandcamp aufgekauft hat. Verlieren unabhängige Artists eine wichtige Plattform oder bietet diese Zusammenarbeit sogar Chancen? Schauen wir es uns an.

Bleibt alles beim Alten?

Der CEO von Bandcamp versicherte in einer Medienmitteilung, dass sich für Fans und Artists vorderhand nichts ändert. Auch der beliebte Bandcamp Friday, an dem Bandcamp einmal pro Monat auf seinen Anteil verzichtet, werde fortgeführt. Jedoch ist zu bezweifeln, dass Epic investiert, nur um alles einfach so laufen zu lassen, wie bis anhin. Über die Gründe für die Übernahme schweigt sich Epic aus, ebenso über den Verkaufspreis. Daher gibt es bereits viele Spekulationen, wieso es zu dieser Fusion aus Gaming- und Musikwelt gekommen ist.

Kritik an Epic Games

Doch wieso sind viele Rückmeldungen so negativ? Epic Games, bekannt für u.a. Gears of War, Infinity Blade und vor allem Fortnite, erhielt in der Vergangenheit viel Kritik für ihren Umgang mit Musiklizenzen. Dies ist einer der Gründe, wieso viele skeptisch sind, dass Bandcamp weiterhin die „most artist-friendly platform“ bleiben wird. Zudem machen sich viele um Bandcamps Unabhängigkeit sorgen, da Epic zu 40% der chinesischen Medienfirma Tencent gehört, die nicht nur einige der größten chinesischen Streamingdienste betreibt, sondern auch Anteile an Spotify hält und 20% der Universal Music Group besitzt. Das klingt alles sehr gegensätzlich zum bescheidenen Indie-Approach von Bandcamp.

Epic füllt die Kasse von Bandcamp

Ein Vorteil der auf der Hand liegt, sind die finanziellen Mittel. Obwohl Bandcamp seit 2012 profitabel ist, bleiben sie verglichen mit den dominierenden DSPs ein kleiner Fisch. Durch den Deal mit Epic sind nun viel mehr Ressourcen vorhanden und so kündigt Bandcamp auch bereits internationale Expansionen und Investitionen in seine Produkte an. Wenn dadurch mehr Konsument*innen auf Bandcamp aufmerksam werden, ist dies natürlich ein klarer Pluspunkt.

Welche Rolle wird Bandcamp spielen?

Über die Gründe, wieso Epic Bandcamp gekauft hat, kann natürlich nur spekuliert werden. Dass die Schnittmengen zwischen Gaming und Musik groß sind, ist aber unbestritten. Insbesondere da beide Firmen Fandom und Direct-to-Customer in den Vordergrund stellen. Über beide Plattformen lässt sich sein Fan-sein ausdrücken, sei es mit In-Game-Käufen bei Fortnite oder in Form von Vinyl oder T-Shirts bei Bandcamp. Im Gaming-Bereich ist Direct-to-Fan schon deutlich etablierter als in der Musik und einige hoffen, dass Epic dieses Wissen nun auch im Musikbereich etabliert.

Immer wieder fällt zudem der Begriff Metaverse. Dort spielt Musik natürlich ebenfalls eine große Rolle und so wird vermutet, Bandcamp solle hier als der Lieferant dienen. Ebenso sehen viele Potential bei der Umsetzung von virtuellen Events / Konzerten oder auch der Lizenzierung von Musik für Games oder auch Filme. Möglicherweise könnte Bandcamp auch mit NFTs ergänzt werden. Wenn sich ein User in der Gaming-Welt befindet, soll er diese möglichst nicht verlassen auch dann nicht, wenn er einen bestimmten Song hören oder gar kaufen will. Dies könnte durch die Einbindung von Bandcamp erreicht werden.

Vorsichtig optimistisch

Es ist also klar ersichtlich, die Schnittmengen und somit das Potential sind vorhanden. Aber natürlich besteht bei Übernahmen von kleineren Firmen durch Giganten auch immer das Risiko, dass diese die gekaufte Plattform radikal umbauen ohne auf die bisherigen Kund*innen Rücksicht zu nehmen. Ebenso besteht das Risiko, dass Bandcamp mit der Zeit auf der Prioritätenliste von Epic Games nach unten rutscht und stagniert. Es bleibt einfach zu hoffen, dass eine der wichtigsten Plattformen für unabhängige Künstler*innen gestärkt aus diesem Deal hervorgeht.

0 Shares