The music industry makes record profits

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Was du im Beitrag erfährst:
  • Neben dem Streaming sind auch die physischen Verkäufe gewachsen
  • Die Umsätze mit werbebasierten Streams sind stark gestiegen
  • Wieso die IFPI die Umsätze von Indie-Artists womöglich unterschätzt

Seit 1999 erhebt der Industrieverband IFPI die „Global Recorded Music Revenues“, also die Umsätze der Musikindustrie, und noch nie waren diese so hoch wie 2021. Verglichen mit dem Vorjahr wuchsen die weltweiten Umsätze um satte 18,5% auf 25,9 Milliarden Dollar. Dies ist somit das siebte Jahr in Folge, in welchem diese gestiegen sind. Hauptverantwortlich dafür ist, wie könnte es auch anders sein, das Streaming. Erfreulich ist auch, dass die Umsätze in allen Regionen der Welt anstiegen.

Streaming aber auch physische Verkäufe wachsen

Von diesen 25,9 Milliarden entfallen 16,9 Milliarden auf das Streaming. Erstmals seit 2001 sind jedoch auch die Umsätze mit physischen Produkten gestiegen auf immerhin 5 Milliarden. Die restlichen 4 Milliarden verteilen sich auf Downloads (1,1 Milliarden), Performance Rights (2,4 Milliarden) sowie Sync (500 Millionen). Nicht berücksichtigt werden das Publishing oder Einnahmen durch Liveshows.

Insgesamt wuchsen die Umsätze des Streamings um 24,3% nicht zuletzt dank eines Wachstums der Premium Subscriber von 18% (von 443 Millionen 2020 auf 523 Millionen). Erstaunlich sind jedoch auch die Umsätze, die mit dem werbebasierten Streaming erzielt wurden. Diese wuchsen verglichen mit dem Vorjahr um 31% auf 4,6 Milliarden. Somit sorgte das sogenannte „Free Streaming“ für beinahe so viel Umsatz wie CD- und Vinyl-Verkäufe.

Wachstum von Independent Labels und DIY-Artists unterschätzt?

Jedes Jahr veröffentlicht die Analysefirma MIDiA ihre Auswertung einige Tage vor der IFPI. Sie gingen sogar von einem Wachstum von 24,7% und einem Umsatz von 28,8 Milliarden aus. Wie erklärt sich dieser Unterschied von beinahe drei Milliarden? MIDiA sieht dafür zwei mögliche Gründe. Zum einen glauben sie, dass die von den Majorlabels dominierte IFPI die Umsätze der Independent Labels und von Künstler*innen, die ihre Musik selbst veröffentlichen (also über einen Vertrieb wie z.B. iGroove), massiv unterschätzt.

MIDiA schätzt, dass Independent Labels 8,4 Milliarden umsetzten und die Artists, die selbst releasen 1,5 Milliarden, total somit 9,9 Milliarden. Die IFPI weist jedoch nur 7 Milliarden aus, was somit bedeuten würde, dass der Independent-Sektor deutlich weniger gewachsen ist als die Majorlabels. Der zweite Faktor ist, dass MIDiA bei den Streamingumsätzen auch die durch TikTok, Meta, Snap, Peleton oder Twitch generierten Einnahmen miteingerechnet hat. Diese beziffern sie mit 1,5 Milliarden und sie vermuten, dass diese bei der Auswertung der IFPI fehlen.

Ganz abgesehen davon, ob nun die IFPI oder MIDiA die genaueren Zahlen hat, es war ein überaus starkes Jahr für die Musikindustrie. Bei diesen Wachstumszahlen ist auch bereits vorprogrammiert, dass sich viele Musiker*innen fragen, wieso nicht mehr von diesen Rekordumsätzen bei ihnen ankommen.

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