Record label, distributor, and all that jazz – What you need to know about contracts

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Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie sich die Deals bei einem Label oder Vertrieb unterscheiden
  • Wieso dies vor allem mit den Masterrechten zusammenhängt
  • Was die Verträge beinhalten und was die sogenannten Optionen sind

Wozu ein Deal?

Endlich ein Labeldeal – das scheint das große Ziel der meisten Newcomer*innen zu sein. Doch ist ein Label wirklich so wichtig? Tut es vielleicht auch ein Vertriebsdeal, etwa bei iGroove, oder gar eine unverbindliche Distributionsplattform? Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Kriterien für deine Entscheidung und vor allem darauf, auf welche vertraglichen Details du genau achten solltest. Ob und wo du signst, ist letztlich eine individuelle Entscheidung, bei der es auf deine Situation und Ziele ankommt – ein allgemeingültiges Richtig oder Falsch gibt es da nicht.

Label oder Vertrieb?

Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Label und einem Vertrieb? Während ein Vertrieb gegen einen Share von ca. 20% hauptsächlich dafür sorgt, deine Musik an die Stores und Dienste auszuliefern, Dienstwege zu verkürzen, deine Playlist-Pitches zu unterstützen und dir Statistiken und Support zu bieten, gehen die Leistungen von Labels weiter: Diese erwerben quasi die Rechte an deiner Musik, übernehmen Vermarktung und Planung sowie je nach Deal viele weitere Aufgaben. Dafür bleibt aber auch der Löwenanteil der Einnahmen bei den Labels – gerne mal 70% und mehr.

Exklusivität oder Auswertung?

Während Labels meist die Masterrechte an deiner Musik erwerben, werten die Vertriebe diese lediglich aus. Die Rechte wegzugeben, bedeutet, dass dir deine Musik de facto nicht mehr gehört. Du besitzt zwar noch deine Urheberrechte, die kann man in der EU auch gar nicht weggeben, doch die Songs gehören dem Label für den vereinbarten Zeitraum oder sogar für immer. Dafür haben die Labels zwar ein großes Interesse daran, diese Musik erfolgreich zu machen, bei einem Vertriebsdeal behältst du aber alle Rechte und gibst lediglich erwähnten Share ab, um den Vertrieb für seine Arbeit zu vergüten.

Umfang und Dauer

Die meisten Verträge beinhalten eine Auswertungsdauer und eine Anzahl von Songs, die das Signing in einem bestimmten Zeitraum abliefern muss. Major Labels bieten außerdem sogenannte 360-Grad-Deals an. Dabei werden nicht nur die Rechte an Tonaufnahmen, sondern auch Live-, Merch- und Verlagsrechte abgetreten. Das erleichtert zwar vieles, schafft aber auch eine enorme Abhängigkeit. Viele Verträge enthalten außerdem eine sogenannte Option: Dein Vertragspartner hat die Möglichkeit, dich nach Ablauf des Vertrags für eine vorher festgelegte Anzahl weiterer Songs an sich zu binden.

Vorschüsse – Wer zahlt was?

Ein saftiger Vorschuss scheint, wie ein Deal selbst, eines der höchsten Ziele für aufstrebende Musiker*innen zu sein. Doch Vorschuss ist kein Geschenk, sondern will wieder eingespielt werden. Sollten deine Revenues hinter den Erwartungen zurückbleiben, wirst du für lange Zeit kein Geld mit deiner Musik verdienen können. Außerdem stellt sich die Frage: Wofür setzt du den Vorschuss ein? Wer zahlt die Produktionen und Videos? Wer zahlt das Marketing und wie hoch ist das Budget dafür? All diese Dinge können je nach Vertrag komplett beim Künstler oder eben beim Label liegen.

Indies

Neben den großen Playern sind auch Independent-Labels eine Option: Während Majors eigene Vertriebsstrukturen haben, geht ein Indie mit den von dir erworbenen Masterrechten zu einem Vertrieb und schließt dort einen eigenen Auswertungsdeal ab. Die Bugets der Indies sind zwar meistens deutlich begrenzter als bei Majors, dafür bist du dort aber nicht nur einer von zig gesignten Künstlern. Als Alternative zum klassischen Vertriebsmodell gibt es außerdem diverse Digitaldistributoren, bei denen du statt eines Shares lediglich eine pauschale pro Jahr oder Release zahlst.

Fazit

Eigene Strukturen aufzubauen, ist heutzutage einfacher denn je. Ob du auf die Leistungen von Labels zurückgreifen willst, sollte davon abhängen, was du und dein Team selbst leisten können und wobei ihr noch Hilfe braucht. Größere Künstler gründen häufig eigene Labels – das sind aber fast immer Joint Ventures mit Major Labels. Verträge sind zwar komplexer geworden, da jeder Teilbereich einzeln verdealt und jede Struktur nach eigenem Gusto gebaut werden kann – doch die Möglichkeiten sind dadurch auch beinahe unbegrenzt.

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