Songwriters: High in demand, low in payment

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Was du im Beitrag erfährst:
  • Über die Master Rights wird drei Mal mehr ausgeschüttet als über die Publishing Rights an die Songwriter
  • Durch Covid sind die Publishing-Einnahmen zusätzlich gesunken
  • Wie dieses Ungleichgewicht behoben werden könnte

Es wird kaum jemand anzweifeln, dass die Songwriter, also Texter und Komponisten, maßgeblich zum Erfolg eines Tracks beitragen. Wer den Song performt steht im Rampenlicht, möglich wird dies jedoch erst durch Text und Musik. Trotzdem erhalten Songwriter über die Publishing Rights deutlich weniger als die Künstler, oder in vielen Fällen ihre Labels, über die Master Rights.

Drei Mal weniger für die Songwriter

Wie wir in anderen Artikeln bereits aufzeigten, behalten die Streamingdienste einen Drittel der generierten Einnahmen für sich, ca. 52% gehen an die Künstler oder Labels für die Master Rights und ca. 15% erhalten die Songwriter für die Publishing Rights. Für die Master Rights wird also über dreimal mehr ausgeschüttet. Hinzu kommt, dass häufig verschiedenste Leute an Text und Musik arbeiten und somit diese 15% unter mehreren Parteien aufgesplittet werden müssen.  

Die Streamingeinnahmen sind für alle tief, doch die Künstler können die Streamingplattformen zumindest dazu nutzen ihre Fans auch auf andere Kanäle zu lotsen und sie dort zu monetarisieren etwa mit Merch, Konzerten etc. Diese Möglichkeit fällt für Songwriter und Komponisten weg. Wir haben somit die paradoxe Situation, dass der Song immer wichtiger wird (und nicht ganze Alben), die Songwriter aber nicht davon profitieren.

Sinkende Einnahmen wegen Covid

Covid hat die Lage noch verschlimmert, da die Publishing Einnahmen durch geschlossene Bars, Restaurant, Clubs und Konzertlokale sinken. Bei der GEMA fielen die eingesammelten Royalties letztes Jahr 10% niedriger aus als im Vorjahr, hauptsächlich wegen eines Einbruchs von 43% bei den Einnahmen von öffentlichen Aufführungen. Noch schlimmer sieht es beim britischen Pendant PRS aus, dort sanken die Einnahmen um 19,7% und im Livebereich um satte 79%. Die Zahlen von 2020 beinhalten auch Einnahmen von vor Corona, somit wird es 2021 und 2022 nicht besser – wohl eher im Gegenteil.

Wie lässt sich dieses Ungleichgewicht beheben?

Es werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, doch es ist nicht anzunehmen, dass die Streamingdienste, allen Beteuerungen wie wichtig ihnen Songwriter sind zum Trotz, bald etwas ändern werden. Kurzfristige Lösungen wären:

  • Die Songwriter verlangen für ihre Arbeit höhere Fixpreise zusätzlich zu den Einnahmen über die Publishing Rights. Wenn ein Song durch die Decke geht, profitieren sie aber nur im geringen Maß.
  • Die Songwriter werden ebenfalls (oder verstärkt) an den Master Rights beteiligt.

Beide diese Möglichkeiten gehen jedoch zulasten der Künstler. Es findet also einzig eine Verschiebung vom Artist zum Songwriter statt (was in vielen Fällen dieselben sind).

Für eine wirklich nachhaltige Lösung müsste sich somit der Streaming-Topf vergrößern. Wenn dies geschieht, etwa durch Erhöhung der Abokosten, müssen Songwriter überproportional davon profitieren damit das Verhältnis zwischen Master- und Publishing Rights in ein Gleichgewicht kommt. 

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