iGroove Blog — Know-how für Musiker.
Know-how für Musiker  

Releaseplanung 2021 – die Checkliste für Musiker

Unser Ziel bei iGroove ist es, die Künstler dabei zu unterstützen das Maximum aus jedem Release herauszuholen. Damit dies möglich ist, braucht es eine gute Releaseplanung und leider auch etwas Geduld. Man kann das Album nicht einfach, sobald es im Kasten ist, auf den Markt schmeißen – so vergeudet man nur Potenzial. Eine solide Planung […]

April 12, 2021

Unser Ziel bei iGroove ist es, die Künstler dabei zu unterstützen das Maximum aus jedem Release herauszuholen. Damit dies möglich ist, braucht es eine gute Releaseplanung und leider auch etwas Geduld. Man kann das Album nicht einfach, sobald es im Kasten ist, auf den Markt schmeißen – so vergeudet man nur Potenzial.

Eine solide Planung kann aber gut und gerne sechs Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen, dafür steigen auch die Chancen, dass dein Release die verdiente Aufmerksamkeit erhält.

Wie eine solche Releaseplanung aussehen kann, haben wir vor über drei Jahren in einem Blogpost aufgezeigt. Da drei Jahre in der Musikindustrie eine Ewigkeit sind, haben wir dem Beitrag nun ein 2021-Update verpasst. Der Einfachheit halber gehen wir für die Releaseplanung von einer Albumveröffentlichung inklusive einiger Singles und Videosingles aus.

Releaseplanung während der Produktion

Sofern du nicht gerade ein sehr geheimnisvolles Image aufziehen willst, ist es wichtig die Fans in jeden Schritt des Prozesses miteinzubeziehen, damit sie sich als Teil des Ganzen fühlen. Somit beginnt die Releaseplanung also eigentlich schon während der Produktion.

Halte deine Fans auf dem Laufenden mit Bildern aus dem Studio, kleinen Videos, mit ersten Soundhappen oder was dir sonst noch einfällt. Nutze dazu die zahlreichen Möglichkeiten, welche die Social-Media-Kanäle dir bieten und fokussiere dich nicht nur auf einen Kanal. 

Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um sich zu überlegen mit welchen Produzenten man arbeiten möchte, oder ob man allenfalls Songwriter ins Boot holen will.

Plane das Release sorgfältig

Wenn das Ende des Produktionsprozesses bevorsteht, empfiehlt es sich mit der konkreten Releaseplanung zu beginnen und ein (ungefähres) Releasedate zu fixieren. Wie erwähnt beginnt die Releaseplanung nicht erst einige Monate vor Release, im Gegenteil!

Diese 6-12 Monate Vorlaufzeit geben nicht nur Planungssicherheit, sondern man kann sich in den entscheidenden Monaten vor dem Release ganz auf das Wesentliche konzentrieren: das Release bestmöglich zu promoten. Nicht vergessen: unbedingt etwas Zeit für Unvorhergesehenes einplanen, denn das wird mit Garantie eintreffen.

Überlege dir genau, welche Zeit am besten zum Vibe deiner Musik passt und berücksichtige auch weitere Faktoren. Wir haben in diesem Beitrag zusammengefasst, welche Monate sich am besten für ein Release eignen.

Unsere Checkliste für deine Releaseplanung

Kommen wir nun also zur Checkliste für deine Releaseplanung, welche dir aufzeigt, was du ungefähr wann erledigen solltest. Natürlich ist dies nur ein ungefährer Wegweiser ohne Allgemeingültigkeit und für jeden Künstler im Detail wieder individuell.

6-12 Monate vor dem Release

  • Provisorisches Budget erstellen
  • Finanzierung klären (benötigst du einen Vorschuss oder willst du es mit einem Crowdfunding versuchen?)
  • Fördergelder beantragen und Eingabedaten beachten (Tipps dazu: Deutschland & Schweiz // Österreich)
  • Detaillierten Marketingplan aufstellen (genauer Ablauf der Promo in den sozialen Netzwerken und auch außerhalb des Internets)
  • Promokontakte sammeln und Medienliste zusammenstellen
  • Erstelle dein Electronic Press Kit (EPK) oder bringe es auf den neusten Stand. Update deine Bio und verfasse einen Pressetext (auch in Zeiten der sozialen Medien ist die Pressearbeit nicht zu vernachlässigen!)
  • Dort, wo man Hilfe braucht, Partner ins Boot holen, etwa fürs Management, Booking, PR eventuell auch ein Label suchen (dann werden 6-12 Monate aber schon wieder knapp)
  • Entscheidet man sich independent zu veröffentlichen, den richtigen Distributor auswählen.
  • Tourplanung / Plattentaufe organisieren
  • Sofern noch nicht vorhanden eine eigene Website aufsetzen
  • Auf den für dich passenden Netzwerken präsent sein: Facebook, Twitter, Insta, YouTube, TikTok, Clubhouse, Triller etc. und versuchen überall das Profil zu verifizieren
  • Sammle alle Kontakte deiner Fans und erstelle eine Liste mit den Mail-Adressen für deinen Newsletter
  • Entscheiden, ob man nur digital oder auch physisch releasen will
  • Wenn es CD, Vinyl oder Tape geben soll, das entsprechende Presswerk finden
  • Soll es auch Merchandise geben? Dann dieses designen lassen, einen Hersteller finden sowie einen Vertrieb für dein Merch
  • Albumcover, Singlecovers und alle mit dem Release zusammenhängend Grafiken (z.B. Banner, Social Media Header, Flyer, Canvas für Spotify) erstellen lassen. Hier nicht sparen, denn das Artwork sagt fast so viel über dich aus wie deine Musik
  • Professionelle Fotos schießen
  • Wo lasse ich meine Songs mischen und mastern? Auch hier lieber zu viel Zeit einrechnen, da man möglicherweise nicht mit dem ersten Mix zufrieden ist
  • Welche Songs taugen als Singles und wann erscheinen diese? Plane unbedingt mehrere Singles ein – wir leben im Zeitalter der Singles!
  • Zu welchen Songs sollen Videos gedreht werden (und für wie viele reicht das Geld)?
  • Mit wem arbeite ich für die Videoclips und sind bereits inhaltliche Idee vorhanden?
  • Weiteren Videocontent produzieren für die Promophase
  • Gibt es allenfalls Samples, die gecleared werden müssen?
  • Hast du alle obigen Punkte abgecheckt, kannst du nun endgültig ein Releasedate festlegen und das definitive Budget erstellen

3-5 Monate vor dem Release

  • Hast du alle nötigen Codes (ISRC / EAN / allenfalls Labelcode)?
  • Hast du die Freigabe für die CD-Pressung von GEMA / SUISA / AKM eingeholt?
  • Damit es erledigt ist, kannst du auch gleich sonst alles Nötige bei den Verwertungsgesellschaften anmelden (GLV / Swissperform / LSG nicht vergessen) sonst entgehen dir Einnahmen!
  • Videos drehen
  • Hast du das Master und ist auch das Artwork fertig, gibt es keinen Grund mit dem Presswerk weiter zuzuwarten. Gerade die Vinyl-Presswerke sind momentan extrem ausgelastet, was zu langen Lieferfristen führen kann
  • Gibt es wichtige Magazine, die eine lange Vorlaufzeit (Deadline) haben, diese bereits jetzt angehen, dass man in der Ausgabe nahe beim Release drin ist
  • Langsam aber sicher gilt es ernst! Wieso nicht jetzt schon das Releasedate deines Albums bekanntgeben und es bei deinem Vertrieb hochladen?
  • Wenn das Release beim Vertrieb hochgeladen wird, müssen auch die Songs für Instant Gratification angegeben werden. Nicht vergessen: alle Vorverkäufe zählen für die erste wichtige Chartwoche. Eine lange Vorverkaufsphase hat also viele Vorteile!
  • Zudem unbedingt eine Pre-Save-Kampagne bei Spotify, Apple Music und Deezer einrichten
  • Vergiss die YouTube Monetarisierung nicht damit du auch mitverdienst, wenn andere deine Musik auf YouTube laden
  • Versende einen Newsletter an deine Fans und informiere sie als erstes über das kommende Release
  • Stehen die Tourtermine? Dann kann man diese nun publizieren und mit dem Vorverkauf starten
  • Wenn du auch in physischer Form Werbung machst (Flyer, Plakate etc.), empfiehlt es sich, ein Street Team auf die Beine zu stellen
  • Ist die Zeit reif für die erste Single, vielleicht sogar den ersten Clip? Oder willst du die Vorfreude der Fans mit einem Gratis Song anheizen?
  • Wenn du das erste Video releast, nutze YouTube Premiere, um die Vorfreude zusätzlich zu befeuern
  • Vergiss nicht die Single früh genug bei deinem Vertrieb hochzuladen damit sie auch sicher im Release Radar deiner Fans auftaucht
  • Stelle zusätzlich eine Liste mit unabhängigen Playlist Kuratoren zusammen, denen du deine Songs schicken kannst
  • Erscheint die erste Single oder der erste Clip, ist es an der Zeit für den ersten Medienversand (grundsätzlich empfehlen wir mindestens drei Medienmitteilungen zu verschicken)

6-11 Wochen vor dem Release

  • Spätestens in diesem Zeitraum ist es an der Zeit für die erste Single
  • Sofern du die Möglichkeit hattest, mehr als ein Video zu drehen, ist jetzt spätestens die Zeit gekommen für den ersten Clip!
  • Um möglichst viele Leute zu erreichen und neue Fans zu gewinnen, solltest du das Video boosten z.B. mit einer Pre-Roll-Werbung auf YouTube
  • Unterdessen sollte das Releasedate bekanntgegeben sein. Deshalb muss nun die Homepage upgedatet und auf das kommende Release maßgeschneidert werden. Eventuell sogar einen Countdown auf der Website installieren
  • Neben Website und Social Media dürfen die Profile auf Spotify, Apple Music, Deezer, Amazon etc. nicht vergessen gehen. Auch hier regelmäßig Neuigkeiten posten
  • Da jetzt hoffentlich bereits ein Hype ausgebrochen ist, muss das ausgenutzt werden. Mit Re-Marketing kann man die Interessenten gezielt und ohne große Streuverluste erreichen. Versuche so viele Daten deiner Fans wie möglich zu sammeln, um diese gezielt erreichen zu können
  • Produziere jetzt die physischen Werbemittel wie Flyer, Sticker oder Poster
  • Deine Fangemeinde weiß jetzt, dass das neue Album kommt. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Vorverkauf zu starten
  • Informiere deine Fans mit einem Newsletter darüber, dass das Album nun vorbestellt werden kann
  • Damit man nicht dutzende Links posten muss, unbedingt eine Link Site erstellen

1-5 Wochen vor Release

  • Die Veröffentlichung rückt näher, deshalb gilt es nun bei der Promo aus allen Rohren zu schießen. Facebook / Instagram, Re-Marketing, Banner etc. etc.!
  • Generell muss nun regelmäßig neuer Content kommen wie Audio-Snippets, Video-Teaser und sonstiges exklusives Material
  • Gibt es auch physische Promo ist es nun an der Zeit, die Flyer, Plakate oder Sticker unter die Leute zu bringen
  • Nun gilt es, die Fans einzubinden. Die eine oder andere Verlosung ist jetzt also sicherlich nicht falsch
  • Spätestens jetzt müssen alle deine Social-Media-Profile und deine Website ready und aufeinander abgestimmt sein
  • Einige Wochen vor Release ist die Zeit für eine neue Single und / oder Video gekommen. Gegebenenfalls das Video bereits einen Tag vor dem Single-Release, also normalerweise einem Donnerstag, ins Netz stellen
  • Mit der Single bzw. Videoauskopplung auch ein zweites Mal die Medien angehen und den Song an deine Liste mit unabhängigen Playlist-Kuratoren senden
  • In der Releasewoche muss eine weitere Pressemitteilung mit deinem EPK raus. Spätestens dann sollten die Medien auch mit deiner Musik bemustert werden (vorzugsweise über MPN), damit sie auch wissen, über was sie schreiben. Versuche möglichst viele Interviews, Reviews und Berichte an Land zu ziehen – dies ist Gratis-Werbung für dein Release!
  • Vergiss neben den traditionellen Medien (Radios, Zeitungen, Magazine, Fernsehen) die Blogs nicht und je nach Musikstil ist es auch wichtig, die DJ’s mit deiner Musik zu bemustern, dass sie diese an Partys, im Radio oder ihren Online-Sets spielen

Am Releasetag

  • Der große Tag ist gekommen und jeder, der eine deiner Social-Media-Seiten besucht, sollte dies auch umgehend merken!
  • Teile deine Freude mit deinen Fans und einem erneuten Newsletter mit welchem du dich auch gleich für alle Vorbestellungen bedanken kannst
  • Du hast noch Geld in der Kriegskasse? Gut, dann investiere dieses in gezielte Werbung z.B. eine Instagram-Kampagne
  • Hattest du die Möglichkeit mehr als zwei Videos zu drehen? Dann spar dir eines für den Releasetag auf, um zusätzlichen Hype zu generieren
  • Ordentlich Saufen gehen

Dein Release in den Charts?

Nun ist das Album also draußen und bald wird sich zeigen, wie sich diese minutiöse Releaseplanung auf die Verkäufe ausgewirkt hat. Wir haben für dich zusammengefasst, wie die Streams für die Charts zählen und wie viele du brauchst, um Gold zu gehen.

Auf keinen Fall vergessen: Die Planung und die Promophase enden nicht mit dem Release. Am Releasetag darf gefeiert werden, dann geht es aber wieder zurück an die Arbeit!

Nach dem Release

  • Dein Album ist ein Erfolg geworden? Dann lass es alle wissen! Poste es auf Social Media, versende einen Dankes-Newsletter und eine Pressemitteilung
  • Um im Gespräch zu bleiben, lohnt es sich einige Wochen nach Release nochmals ein Video zu releasen (es dürfen natürlich auch mehr sein, wenn das Videokässchen großzügig gefüllt ist)
  • Release zu deinen Videos stets auch einen Trailer, so hast du mehr Material für Posts
  • Sind einige Songs nicht auf dem Album gelandet, die aber deinen Qualitätsansprüchen trotzdem genügen? Dann bietet es sich an, diese einige Wochen oder Monate nach dem Album zu releasen. Entweder als kostenloses Geschenk an die Fans, als Bonus-EP oder sogar als Deluxe-Edition des Albums mit zusätzlichen Songs (dies muss natürlich auch von langer Hand geplant werden)
  • Eine weitere Möglichkeit ist es Remixes einiger deiner Songs zu veröffentlichen
  • Versuche generell in regelmäßigen Abständen neues Material zu releasen. Wir leben im Single-Zeitalter mit verkürzter Aufmerksamkeitspanne, man darf den Fokus also nicht alleine aufs Album legen.
  • Bleib generell aktiv auf allen Kanälen und ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus, das gibt es im schnelllebigen Musikbusiness nämlich nicht mehr!

Wie iGroove dich bei deinem Release unterstützt

Bei vielen Punkten dieser Checkliste kann dich iGroove unterstützen. Gerne begleiten wir dich auch aktiv bei deiner Releaseplanung. Melde dich dafür früh genug (wie wir gesehen haben über ein halbes Jahr vor dem geplanten Release) bei uns.

660 Shares

Gute Musik + iGroove = Success! – Presseartikel vom 05.07.2015 (Schweiz am Sonntag)

Juli 5, 2015

Ein unbekannter Rapper aus Dietikon ZH steht auf einmal in der Hitparade. Wie das? Eine Erfolgsgeschichte über einen jungen Musiker und ein neues Schweizer Online-Musikportal.

Plötzlich war er da. Wie aus dem Nichts ist der Rapper Xen aufgetaucht. Ohne Label, ohne Plattenfirma. Niemand kannte ihn, und doch hat er mit seinem Debüt «Ich Gäge Mich» die Top 5 der Schweizer Albumhitparade geknackt. Und erst noch mit einem rein digitalen Album.

Es ist der zweithöchste Neueinstieg seit der Erhebung der Hitparade. Acht Wochen danach ist «Ich Gäge Mich» noch immer in den Charts. Xen ist damit der bislang erfolgreichste Schweizer Newcomer des Jahres. Wie ist das möglich?

Des Rätsels Lösung heisst iGroove, eine Musik-Plattform der drei Geschäftspartner Moris Marchionna, Geraldine Allemann und Dennis Hausammann aus Lachen SZ. Herzstück ist dabei der Kauf und der Download von Musik über SMS.

Direkt und kinderleicht. Angesprochen werden in erster Linie Jugendliche, die keine oder noch keine Kreditkarte haben. Zweitens richtet sich iGroove an Musikfans, die für eine faire Entlohnung von Musikern sind und deshalb nichts mit Apple oder Spotify zu tun haben wollen. «Unsere Vision: Wir wollen Künstlern helfen, mit ihrer Musik Geld zu verdienen», sagt Hausammann.

Musiker wie Xen, die ihre Musik über iGroove anbieten, verdienen bei einem Download bis zu 40 Prozent mehr als beim iTunes-Store von Apple oder anderen Download-Portalen. iGroove kassiert nur eine Kommission von 8 Prozent. Ziemlich fair.

Der Konsument hat zudem die Möglichkeit, mehr für die Musik zu bezahlen, als dafür verlangt wird. «Der Musikfan kann auf diese Weise genau die Musik unterstützen, die er mag», erklärt Hausammann. «Im Gegensatz zu einem Streaming-Abo, wo er für Musik bezahlen muss, die er sowieso nie hört.»

iGroove sieht sich denn auch als eine Gegenbewegung zum Streaming und deren schlechte Bezahlung der Musiker. «Wir sind nicht gegen das Streaming, jedoch kann es heute nicht das existierende Download-Modell in vollem Umfang ersetzen», sagt Hausammann.

«iGroove ist eine Ergänzung, die die Bindung der Musikfans zu den Musikern aufrechterhält.»

Streaming verändert die Art des Musikhörens. Es führt gemäss der «Nordwestschweiz» zu einer «Unverbindlichkeit»: «Die Bindungen zwischen Künstler und Fan werden loser. Wie die Leute heissen, die die Musik machen, ist dann nicht mehr so wichtig.»

Doch echte Musikfans wollten das nicht. «Sie wollen eine Bindung zu den Musikern oder der Szene», ist Sylvie Widmer vom Berner Label Sound Service überzeugt. Sie seien bereit, «einen angemessenen Betrag für die Musik zu bezahlen». Sie wollten sich mit der Musik und den Künstlern beschäftigen und sich mit einer Community identifizieren.

Xen (sprich: Ssen) ist das beste Beispiel für dieses Verhalten. Als Shkelzen Kastrati ist der Kosovo-Schweizer vor 25 Jahren in Dietikon geboren und aufgewachsen. Über seinen älteren Bruder kam er früh mit Hip-Hop in Verbindung. Begann zu rappen und beatboxen, auch um seine Vergangenheit zu verarbeiten.

Früh schon zog es ihn aus dem Haus, in dem er mit seinem Vater und seiner Stiefmutter lebte. In Dietikon bildete sich eine Gefolgschaft von Hip-Hop-Fans aus dem Balkan. Sie motivierte Xen zum Debütalbum, an dem er drei Jahre lang intensiv gearbeitet hatte. «Wir haben alles selber gemacht. Ich brauche kein Majorlabel», sagt Xen. «Wir haben unsere Fanbase über Facebook und Youtube mobilisiert.»

«Ich bin hier aufgewachsen, bin voll integriert, ich bin Schweizer», sagt Xen, der eine Lehre als Lüftungsmonteur abgeschlossen hat und noch hundert Prozent im Beruf arbeitet. Kennzeichen von Xen ist der typische Balkan-Slang. «Ich kann gar nicht Albanisch rappen», sagt er. Anders als der Rapper Baba Usländer, der den Balkan-Slang als eine Art Comedy verwendet, repräsentiert Xen eine neue Schweizer Realität von Mundart-Rappern mit Migrationshintergrund.

Der Künstler Xen ist die Stimme dieser neuen Schweizer Realität. Glaubwürdig und authentisch. Er verarbeitet dabei nicht nur seine eigene Erfahrung, er will auch eine positive Botschaft verbreiten. «Wir helfen Ausländern, sich hier zu integrieren», sagt er. «Ich will eine Brücke zwischen Ausländern und Schweizern bilden und die beiden Welten miteinander verbinden.»

Xen könnte das gelingen, denn inzwischen sind auch Deutschschweizer Rapper wie Greis und Mimiks auf ihn aufmerksam geworden und wollen mit ihm zusammenarbeiten. Mit Gangsta-Rap hat Xen nichts am Hut. Er will Vorbild sein und andere albanischstämmige Schweizer zum Rappen animieren. Die Schweiz hinkt hier hinterher. In Deutschland ist die Hip-Hop-Szene längst von Rappern mit Migrationshintergrund geprägt.

Xen und iGroove sind ideale Partner. Aber beide stehen erst am Anfang. In den letzten vier Jahren wurde iGroove entwickelt und verfeinert. Ein entscheidender Moment war, als Florian Ast im letzten November seinen Song «Paul» als Benefiz-Song anbot. 80 Prozent der Downloads sind via SMS über iGroove erfolgt. «Da wussten wir, dass es klappen würde», sagt Hausammann.

Inzwischen sind es gegen 500 SMS-Käufe pro Tag. Tendenz steigend. Die beiden Geschäftsführer können von den Einnahmen leben. Die grossen Labels und Majorlabels der Musikindustrie waren zunächst zurückhaltend. Inzwischen haben auch sie gemerkt, wie lukrativ das Geschäft mit den SMS-Downloads ist. Verhandlungen laufen.

Hausammann sieht den SMS-Verkauf als Ergänzung zum normalen Download und schätzt, dass iGroove die Verkäufe fast verdoppeln kann. Und iGroove schielt ins Ausland. Anfragen aus Osteuropa und dem Balkan, wo es viele gibt, die nicht über eine Kreditkarte verfügen, liegen vor. Noch weiter ist man in Deutschland. Die ersten Tests mit Rapper Cro und anderen sind abgeschlossen, und Hausammann rechnet damit, dass der Service in den nächsten drei bis vier Wochen in Deutschland verfügbar sein wird.

Anfang Juli hat der Rapper EAZ, auch er albanischstämmig, den Coup seines Kumpels Xen wiederholt und ist auf Platz 8 der Hitparade eingestiegen. In seinem Windschatten folgte der Schweizer Rapper Bobby BrookZ mit dem Album «Asura». Sound Service war das erste und einzige renommierte Label, das auch auf iGroove setzte. Der Lohn: Platz 10 mit der Hip-Hop-Combo LCone/Ali/Sad und dem Album «Inoue».

Es lohnt sich, gegen den Strom zu schwimmen.

3 Shares

5 Gründe warum Musiker iGroove ausprobieren sollten. (Artikel RCKSTR Mag)

Mai 1, 2015

Text von Schimun Krausz

Wir sind die letzten, die iTunes, Beatport oder Spotify verteufeln wollen, schliesslich beschallen wir die RCKSTR-Towers praktisch 24 Stunden täglich mit Musik, die wir in den Online-Shops erstanden haben oder von den unglaublich erfolgreichen Schweden streamen – Spotify ist laut dem NME mittlerweile mehr wert, als die ganze US-Musikindustrie mit allen physischen und digitalen Verkäufen sowie Streams zusammen.

Doch macht es stutzig, wenn man liest, wie wenig Geld die Künstler pro verkauftem oder gestreamtem Song tatsächlich verdienen. Die drei Gründer von iGroove aus Lachen haben darum ein Vertriebssystem entwickelt, das nicht nur modern und einfach zu bedienen ist, sondern Musikern auch ein Maximum an Stutz zurück ins Band-Kässeli fliessen lässt.

1. Mehr Einnahmen
Acht Prozent, mehr will der Shop nicht vom Verkaufspreis Ihrer Releases, die Sie gratis raufladen können. Gekauft werden können Ihre Songs, EPs und Alben bei iGroove oder via Implementierung direkt auf Ihrer Website oder Facebook-Page. Dabei bleiben alle Rechte bei Ihnen und die Verkäufe werden offiziell in den Charts registriert.

2. Kein Label? Kein Problem!
Bei iTunes, Rdio, Amazon und Konsorten präsent und verfügbar zu sein, schadet trotzdem nicht. Für einmalig 45 Franken pro Single (bzw. 55 pro EP und 75 pro Album) sorgen die iGroover dafür, dass Ihre Releases auf allen relevanten Plattformen vorliegen – selbst, wenn Sie bei keinem Label unter Vertrag sind. Auch hier gilt: Sie behalten die Rechte.

3. Musikverkauf per SMS
„Schickt eine SMS mit ‚igroove sido‘ an die Nummer 9000, schon könnt ihr euch mein neues Album downloaden!“ Noch nie konnte Musik so direkt und unmittelbar zum Verkauf verfügbar gemacht werden; der Betrag wird einfach der Telefonrechnung belastet. Weil der Telekom-Anbieter dafür auch noch ein paar Einnahmen-Prozente sehen will, fällt der Reingewinn für den Künstler zwar etwas geringer aus, aber das ist noch immer Meckern auf hohem Prozent-Niveau.
► smstracks.com

4. Was Handfestes
Praktischer als CDs und trotzdem haben Ihre Fans was in der Hand: Die Promo Card kommt im Kreditkartenformat und mit einem Downloadcode für Ihren Release daher – ideal für den Verkauf am Merch-Stand und auch schon in kleiner Stückzahl bestell- und vor allem bezahlbar.

5. Volle Einsicht
Wo wird Ihre Musik gekauft und wo sollten Sie demnach mal ein Konzert spielen? Wo würde sich Promo oder gar Werbung lohnen? Apropos Werbung: Via iGroove lassen sich mit wenigen Klicks Spot-Schaltungen auf Spotify erstellen und kaufen – wenn die Hörer schon mit Werbung genervt werden, dann wenigstens mit solcher für Ihre geile Mucke, oder?

► alle Infos und Angebote unter igroovemusic.com

Link zum Beitrag

386 Shares
 Back
Seite 15
von 15