Major label artists are being favored in playlists

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Was du im Beitrag erfährst:
  • Fast alle großen Playlisten stammen von Spotify selbst
  • Bei den 100 populärsten Playlisten stammen 81% der Songs von Major-Künstlern
  • Mehr als zwei Drittel aller Streams bei Spotify stammen von Major-Künstlern

Dank Playlisten entdecken Hörer neue Künstler und natürlich sorgen sie für eine Unmenge an Streams. Spotify betont daher stets, dass jeder dieselbe Chance hat, in eine große Playlist aufgenommen zu werden, egal ob er bei einem Major unter Vertrag steht oder seinen Song selbst gepitcht hat. Doch ist dies tatsächlich so? Eine aktuelle Studie lässt zumindest daran zweifeln.

Große Playlists stammen fast alle von Spotify selbst

Die Auswertung zeigt, dass die 100 Playlisten mit den meisten Followern fast ausschließlich von Spotify selbst stammen. Diese 100 Playlisten vereinen 26,8% aller Playlist-Follower insgesamt. Selbst wenn man die 1.000 populärsten Playlists betrachtet, stammen noch immer 90,6% von Spotify selbst. Hinzu kommen 3,7% von den Majors und 5,7% von anderen Kuratoren. Diese 1.000 Playlists vereinen beinahe zwei Drittel aller Playlist-Follows.

Major-Künstler sind in den Playlisten überproportional vertreten

Bei den 100 populärsten Playlisten, welche alle über 2 Millionen Follower haben, sind 81% der Tracks von Major-Künstlern, bei den 1.000 populärsten Playlisten (alle mehr als 259k Follower) sind es noch immer 77,2%. Selbst wenn man die Top 100.000 betrachtet, die noch immer zu über zwei Dritteln von Spotify erstellt werden, liegt der Anteil der Major-Künstler bei 64,6%. Dies trägt somit einen maßgeblichen Teil dazu bei, dass 68,9% aller Streams auf Spotify von Major-Künstlern stammen.

Die Auswertung zeigt somit klar, dass in den großen, mehrheitlich von Spotify erstellten, Playlisten die Major-Acts überproportional vertreten sind. Für ein weiteres Ungleichgewicht sorgt der Fakt, dass viele der größten, nicht von Spotify erstellten Playlists den Majors gehören, namentlich Filtr (Sony), Digster (Universal) und Topsify (Warner), welche natürlich ebenfalls ihre eigenen Künstler bevorzugen.

Sind die Beteiligungen der Majors an Spotify schuld?

Die Studie deutet an, dass dies auch mit den Verträgen zwischen Spotify und den drei Majors zusammenhängen könnte. Diese beinhalten eine Minimumgarantie, was bedeutet, dass Spotify einen festgelegten Betrag auch dann bezahlen muss, wenn die dafür nötige Anzahl Streams nicht erreicht wurde. Man könnte somit spekulieren, dass Spotify Songs von Major-Künstlern auch deshalb bevorzugt, dass diese Minimumgarantie nicht zum Tragen kommt.

Würde User-Centric für ein Gleichgewicht sorgen?

Eine interessante These ist zudem, dass die Macht der Playlisten beim User-Centric-Modell geringer wäre. Dies aus dem Grund, dass Playlisten häufiger als Hintergrundmusik genutzt werden als Songs, die man bewusst sucht. Wenn ein User viel Musik über Playlisten konsumiert, würde die Auszahlung bei User-Centric auf viele Künstler verteilt. Hört er hingegen vor allem spezifisch ausgewählte Künstler, erhalten diese einen größeren Anteil. Beim gegenwärtigen Modell landet jedoch alles in einem Topf und Künstler, die in großen Playlisten vertreten sind, profitieren überproportional.

 Top 100 PlaylistsTop 1.000 PlaylistsTop 10k PlaylistsTop 100k Playlists
Anteil aller Playlist-Follower total26,8%65,5%92,7%99,9%
Spotify Playlists98%90,6%73,9%68,9%
Major Playlists1%3,7%6,2%6,4%
Andere Playlists1%5,7%19,9%24,7%
Anzahl Major-Künstler81%77,2%77,7%64,6%
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