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Releaseplanung 2021 – die Checkliste für Musiker

Unser Ziel bei iGroove ist es, die Künstler dabei zu unterstützen das Maximum aus jedem Release herauszuholen. Damit dies möglich ist, braucht es eine gute Releaseplanung und leider auch etwas Geduld. Man kann das Album nicht einfach, sobald es im Kasten ist, auf den Markt schmeißen – so vergeudet man nur Potenzial. Eine solide Planung […]

April 12, 2021

Unser Ziel bei iGroove ist es, die Künstler dabei zu unterstützen das Maximum aus jedem Release herauszuholen. Damit dies möglich ist, braucht es eine gute Releaseplanung und leider auch etwas Geduld. Man kann das Album nicht einfach, sobald es im Kasten ist, auf den Markt schmeißen – so vergeudet man nur Potenzial.

Eine solide Planung kann aber gut und gerne sechs Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen, dafür steigen auch die Chancen, dass dein Release die verdiente Aufmerksamkeit erhält.

Wie eine solche Releaseplanung aussehen kann, haben wir vor über drei Jahren in einem Blogpost aufgezeigt. Da drei Jahre in der Musikindustrie eine Ewigkeit sind, haben wir dem Beitrag nun ein 2021-Update verpasst. Der Einfachheit halber gehen wir für die Releaseplanung von einer Albumveröffentlichung inklusive einiger Singles und Videosingles aus.

Releaseplanung während der Produktion

Sofern du nicht gerade ein sehr geheimnisvolles Image aufziehen willst, ist es wichtig die Fans in jeden Schritt des Prozesses miteinzubeziehen, damit sie sich als Teil des Ganzen fühlen. Somit beginnt die Releaseplanung also eigentlich schon während der Produktion.

Halte deine Fans auf dem Laufenden mit Bildern aus dem Studio, kleinen Videos, mit ersten Soundhappen oder was dir sonst noch einfällt. Nutze dazu die zahlreichen Möglichkeiten, welche die Social-Media-Kanäle dir bieten und fokussiere dich nicht nur auf einen Kanal. 

Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um sich zu überlegen mit welchen Produzenten man arbeiten möchte, oder ob man allenfalls Songwriter ins Boot holen will.

Plane das Release sorgfältig

Wenn das Ende des Produktionsprozesses bevorsteht, empfiehlt es sich mit der konkreten Releaseplanung zu beginnen und ein (ungefähres) Releasedate zu fixieren. Wie erwähnt beginnt die Releaseplanung nicht erst einige Monate vor Release, im Gegenteil!

Diese 6-12 Monate Vorlaufzeit geben nicht nur Planungssicherheit, sondern man kann sich in den entscheidenden Monaten vor dem Release ganz auf das Wesentliche konzentrieren: das Release bestmöglich zu promoten. Nicht vergessen: unbedingt etwas Zeit für Unvorhergesehenes einplanen, denn das wird mit Garantie eintreffen.

Überlege dir genau, welche Zeit am besten zum Vibe deiner Musik passt und berücksichtige auch weitere Faktoren. Wir haben in diesem Beitrag zusammengefasst, welche Monate sich am besten für ein Release eignen.

Unsere Checkliste für deine Releaseplanung

Kommen wir nun also zur Checkliste für deine Releaseplanung, welche dir aufzeigt, was du ungefähr wann erledigen solltest. Natürlich ist dies nur ein ungefährer Wegweiser ohne Allgemeingültigkeit und für jeden Künstler im Detail wieder individuell.

6-12 Monate vor dem Release

  • Provisorisches Budget erstellen
  • Finanzierung klären (benötigst du einen Vorschuss oder willst du es mit einem Crowdfunding versuchen?)
  • Fördergelder beantragen und Eingabedaten beachten (Tipps dazu: Deutschland & Schweiz // Österreich)
  • Detaillierten Marketingplan aufstellen (genauer Ablauf der Promo in den sozialen Netzwerken und auch außerhalb des Internets)
  • Promokontakte sammeln und Medienliste zusammenstellen
  • Erstelle dein Electronic Press Kit (EPK) oder bringe es auf den neusten Stand. Update deine Bio und verfasse einen Pressetext (auch in Zeiten der sozialen Medien ist die Pressearbeit nicht zu vernachlässigen!)
  • Dort, wo man Hilfe braucht, Partner ins Boot holen, etwa fürs Management, Booking, PR eventuell auch ein Label suchen (dann werden 6-12 Monate aber schon wieder knapp)
  • Entscheidet man sich independent zu veröffentlichen, den richtigen Distributor auswählen.
  • Tourplanung / Plattentaufe organisieren
  • Sofern noch nicht vorhanden eine eigene Website aufsetzen
  • Auf den für dich passenden Netzwerken präsent sein: Facebook, Twitter, Insta, YouTube, TikTok, Clubhouse, Triller etc. und versuchen überall das Profil zu verifizieren
  • Sammle alle Kontakte deiner Fans und erstelle eine Liste mit den Mail-Adressen für deinen Newsletter
  • Entscheiden, ob man nur digital oder auch physisch releasen will
  • Wenn es CD, Vinyl oder Tape geben soll, das entsprechende Presswerk finden
  • Soll es auch Merchandise geben? Dann dieses designen lassen, einen Hersteller finden sowie einen Vertrieb für dein Merch
  • Albumcover, Singlecovers und alle mit dem Release zusammenhängend Grafiken (z.B. Banner, Social Media Header, Flyer, Canvas für Spotify) erstellen lassen. Hier nicht sparen, denn das Artwork sagt fast so viel über dich aus wie deine Musik
  • Professionelle Fotos schießen
  • Wo lasse ich meine Songs mischen und mastern? Auch hier lieber zu viel Zeit einrechnen, da man möglicherweise nicht mit dem ersten Mix zufrieden ist
  • Welche Songs taugen als Singles und wann erscheinen diese? Plane unbedingt mehrere Singles ein – wir leben im Zeitalter der Singles!
  • Zu welchen Songs sollen Videos gedreht werden (und für wie viele reicht das Geld)?
  • Mit wem arbeite ich für die Videoclips und sind bereits inhaltliche Idee vorhanden?
  • Weiteren Videocontent produzieren für die Promophase
  • Gibt es allenfalls Samples, die gecleared werden müssen?
  • Hast du alle obigen Punkte abgecheckt, kannst du nun endgültig ein Releasedate festlegen und das definitive Budget erstellen

3-5 Monate vor dem Release

  • Hast du alle nötigen Codes (ISRC / EAN / allenfalls Labelcode)?
  • Hast du die Freigabe für die CD-Pressung von GEMA / SUISA / AKM eingeholt?
  • Damit es erledigt ist, kannst du auch gleich sonst alles Nötige bei den Verwertungsgesellschaften anmelden (GLV / Swissperform / LSG nicht vergessen) sonst entgehen dir Einnahmen!
  • Videos drehen
  • Hast du das Master und ist auch das Artwork fertig, gibt es keinen Grund mit dem Presswerk weiter zuzuwarten. Gerade die Vinyl-Presswerke sind momentan extrem ausgelastet, was zu langen Lieferfristen führen kann
  • Gibt es wichtige Magazine, die eine lange Vorlaufzeit (Deadline) haben, diese bereits jetzt angehen, dass man in der Ausgabe nahe beim Release drin ist
  • Langsam aber sicher gilt es ernst! Wieso nicht jetzt schon das Releasedate deines Albums bekanntgeben und es bei deinem Vertrieb hochladen?
  • Wenn das Release beim Vertrieb hochgeladen wird, müssen auch die Songs für Instant Gratification angegeben werden. Nicht vergessen: alle Vorverkäufe zählen für die erste wichtige Chartwoche. Eine lange Vorverkaufsphase hat also viele Vorteile!
  • Zudem unbedingt eine Pre-Save-Kampagne bei Spotify, Apple Music und Deezer einrichten
  • Vergiss die YouTube Monetarisierung nicht damit du auch mitverdienst, wenn andere deine Musik auf YouTube laden
  • Versende einen Newsletter an deine Fans und informiere sie als erstes über das kommende Release
  • Stehen die Tourtermine? Dann kann man diese nun publizieren und mit dem Vorverkauf starten
  • Wenn du auch in physischer Form Werbung machst (Flyer, Plakate etc.), empfiehlt es sich, ein Street Team auf die Beine zu stellen
  • Ist die Zeit reif für die erste Single, vielleicht sogar den ersten Clip? Oder willst du die Vorfreude der Fans mit einem Gratis Song anheizen?
  • Wenn du das erste Video releast, nutze YouTube Premiere, um die Vorfreude zusätzlich zu befeuern
  • Vergiss nicht die Single früh genug bei deinem Vertrieb hochzuladen damit sie auch sicher im Release Radar deiner Fans auftaucht
  • Stelle zusätzlich eine Liste mit unabhängigen Playlist Kuratoren zusammen, denen du deine Songs schicken kannst
  • Erscheint die erste Single oder der erste Clip, ist es an der Zeit für den ersten Medienversand (grundsätzlich empfehlen wir mindestens drei Medienmitteilungen zu verschicken)

6-11 Wochen vor dem Release

  • Spätestens in diesem Zeitraum ist es an der Zeit für die erste Single
  • Sofern du die Möglichkeit hattest, mehr als ein Video zu drehen, ist jetzt spätestens die Zeit gekommen für den ersten Clip!
  • Um möglichst viele Leute zu erreichen und neue Fans zu gewinnen, solltest du das Video boosten z.B. mit einer Pre-Roll-Werbung auf YouTube
  • Unterdessen sollte das Releasedate bekanntgegeben sein. Deshalb muss nun die Homepage upgedatet und auf das kommende Release maßgeschneidert werden. Eventuell sogar einen Countdown auf der Website installieren
  • Neben Website und Social Media dürfen die Profile auf Spotify, Apple Music, Deezer, Amazon etc. nicht vergessen gehen. Auch hier regelmäßig Neuigkeiten posten
  • Da jetzt hoffentlich bereits ein Hype ausgebrochen ist, muss das ausgenutzt werden. Mit Re-Marketing kann man die Interessenten gezielt und ohne große Streuverluste erreichen. Versuche so viele Daten deiner Fans wie möglich zu sammeln, um diese gezielt erreichen zu können
  • Produziere jetzt die physischen Werbemittel wie Flyer, Sticker oder Poster
  • Deine Fangemeinde weiß jetzt, dass das neue Album kommt. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, den Vorverkauf zu starten
  • Informiere deine Fans mit einem Newsletter darüber, dass das Album nun vorbestellt werden kann
  • Damit man nicht dutzende Links posten muss, unbedingt eine Link Site erstellen

1-5 Wochen vor Release

  • Die Veröffentlichung rückt näher, deshalb gilt es nun bei der Promo aus allen Rohren zu schießen. Facebook / Instagram, Re-Marketing, Banner etc. etc.!
  • Generell muss nun regelmäßig neuer Content kommen wie Audio-Snippets, Video-Teaser und sonstiges exklusives Material
  • Gibt es auch physische Promo ist es nun an der Zeit, die Flyer, Plakate oder Sticker unter die Leute zu bringen
  • Nun gilt es, die Fans einzubinden. Die eine oder andere Verlosung ist jetzt also sicherlich nicht falsch
  • Spätestens jetzt müssen alle deine Social-Media-Profile und deine Website ready und aufeinander abgestimmt sein
  • Einige Wochen vor Release ist die Zeit für eine neue Single und / oder Video gekommen. Gegebenenfalls das Video bereits einen Tag vor dem Single-Release, also normalerweise einem Donnerstag, ins Netz stellen
  • Mit der Single bzw. Videoauskopplung auch ein zweites Mal die Medien angehen und den Song an deine Liste mit unabhängigen Playlist-Kuratoren senden
  • In der Releasewoche muss eine weitere Pressemitteilung mit deinem EPK raus. Spätestens dann sollten die Medien auch mit deiner Musik bemustert werden (vorzugsweise über MPN), damit sie auch wissen, über was sie schreiben. Versuche möglichst viele Interviews, Reviews und Berichte an Land zu ziehen – dies ist Gratis-Werbung für dein Release!
  • Vergiss neben den traditionellen Medien (Radios, Zeitungen, Magazine, Fernsehen) die Blogs nicht und je nach Musikstil ist es auch wichtig, die DJ’s mit deiner Musik zu bemustern, dass sie diese an Partys, im Radio oder ihren Online-Sets spielen

Am Releasetag

  • Der große Tag ist gekommen und jeder, der eine deiner Social-Media-Seiten besucht, sollte dies auch umgehend merken!
  • Teile deine Freude mit deinen Fans und einem erneuten Newsletter mit welchem du dich auch gleich für alle Vorbestellungen bedanken kannst
  • Du hast noch Geld in der Kriegskasse? Gut, dann investiere dieses in gezielte Werbung z.B. eine Instagram-Kampagne
  • Hattest du die Möglichkeit mehr als zwei Videos zu drehen? Dann spar dir eines für den Releasetag auf, um zusätzlichen Hype zu generieren
  • Ordentlich Saufen gehen

Dein Release in den Charts?

Nun ist das Album also draußen und bald wird sich zeigen, wie sich diese minutiöse Releaseplanung auf die Verkäufe ausgewirkt hat. Wir haben für dich zusammengefasst, wie die Streams für die Charts zählen und wie viele du brauchst, um Gold zu gehen.

Auf keinen Fall vergessen: Die Planung und die Promophase enden nicht mit dem Release. Am Releasetag darf gefeiert werden, dann geht es aber wieder zurück an die Arbeit!

Nach dem Release

  • Dein Album ist ein Erfolg geworden? Dann lass es alle wissen! Poste es auf Social Media, versende einen Dankes-Newsletter und eine Pressemitteilung
  • Um im Gespräch zu bleiben, lohnt es sich einige Wochen nach Release nochmals ein Video zu releasen (es dürfen natürlich auch mehr sein, wenn das Videokässchen großzügig gefüllt ist)
  • Release zu deinen Videos stets auch einen Trailer, so hast du mehr Material für Posts
  • Sind einige Songs nicht auf dem Album gelandet, die aber deinen Qualitätsansprüchen trotzdem genügen? Dann bietet es sich an, diese einige Wochen oder Monate nach dem Album zu releasen. Entweder als kostenloses Geschenk an die Fans, als Bonus-EP oder sogar als Deluxe-Edition des Albums mit zusätzlichen Songs (dies muss natürlich auch von langer Hand geplant werden)
  • Eine weitere Möglichkeit ist es Remixes einiger deiner Songs zu veröffentlichen
  • Versuche generell in regelmäßigen Abständen neues Material zu releasen. Wir leben im Single-Zeitalter mit verkürzter Aufmerksamkeitspanne, man darf den Fokus also nicht alleine aufs Album legen.
  • Bleib generell aktiv auf allen Kanälen und ruh dich nicht auf deinen Lorbeeren aus, das gibt es im schnelllebigen Musikbusiness nämlich nicht mehr!

Wie iGroove dich bei deinem Release unterstützt

Bei vielen Punkten dieser Checkliste kann dich iGroove unterstützen. Gerne begleiten wir dich auch aktiv bei deiner Releaseplanung. Melde dich dafür früh genug (wie wir gesehen haben über ein halbes Jahr vor dem geplanten Release) bei uns.

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Mit künstlicher Intelligenz zum Musikerfolg: Der Schweizer Musikvertrieb iGroove als Hellseher (Tagblatt, 10.6.21)

Juni 14, 2021

Der Schweizer digitale Musikvertrieb iGroove hat eine Software mit hellseherischen Fähigkeiten entwickelt. Rapper Bushido und Kollegah sowie Lo & Leduc rühmen die hohe Trefferquote.

Wo stehe ich in einem halben Jahr? Wieviel Geld werde ich mit welchem Song verdienen? Und was sind meine bereits veröffentlichten Songs wert? Der Blick in die Zukunft ist für alle Musikerinnen und Musiker wichtig. Im unsicheren Business, das in der Coronapandemie jede Planbarkeit verloren hat, hilft Orientierung. Nun hat der 2013 gegründete Schweizer Musikvertrieb iGroove die auf Künstlicher Intelligenz basierende Software Muse entwickelt, die erstaunliche Hellseherqualitäten offenbart. Seit einem Jahr ist das Programm im Einsatz – die Trefferquote liegt bei 95 Prozent. Dass jüngst der deutsche Rapper Bushido zu iGroove gestossen ist, passt zur Erfolgsgeschichte der auf 25 Angestellte angewachsenen Firma. 3000 Künstlerinnen und Künstler arbeiten mit iGroove inzwischen zusammen, darunter auch der Rapper Kollegah, der Österreicher Chakuza und Schweizer Mundartkünstler wie Lo & Leduc und Baze. Umsatzeinbussen gab es in der Coronapandemie bislang keine.

Zuerst war das Ziel, die Vorschüsse besser zu kalkulieren

Eigentlich entwickelte das innovative Unternehmen die Software, um genauere Zahlen für die Berechnung ihrer Vorschüsse zu erhalten. Rund 150 Kredite wurden bisher an Künstler ausgegeben, damit sie die aufwändige Musikproduktion bezahlen können. In den meisten Fällen wurde das Geld schon wieder zurückbezahlt, weil die Vorhersagen genau zugetroffen haben. «Am Anfang haben wir noch vorsichtiger kalkuliert. Aber je mehr Berechnungen die KI gemacht hat, desto genauer wurden die Zahlen. So konnten wir immer mehr ins Risiko gehen. Mittlerweile können wir mit Angeboten von Major Labels mithalten», sagt Moris Marchionna, einer der drei Gründer des in Pfäffikon ansässigen Unternehmens.

Für die Analyse muss der Künstler eine gewisse Grösse haben

Seit kurzem stellt iGroove die Software jedem seiner Künstlerinnen und Künstler über eine App zur Verfügung, weil in der Coronapandemie die Sehnsucht nach Planbarkeit gross sei. Für eine einmalige Analyse kann Muse grundsätzlich jeder kostenlos nutzen. «Der Künstler muss aber eine gewisse Grösse und Historie haben, damit uns genügend Daten für eine aussagekräftige Berechnung vorliegen. Einen neuen Künstler, der erst ein paar Singles veröffentlicht hat, kann man noch nicht analysieren. Diese Analyse kann der Künstler auch nutzen, um bei einem anderen Label einen Vorschuss zu bekommen. Oder er kann ein bereits bestehendes Angebot damit überprüfen», sagt Moris Marchionna.

Streamingzahlen und Zielgruppen entscheiden

Aber wie funktioniert die Software genau? Da möchten die Macher nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall werden die Streamingzahlen eines Künstlers detailliert analysiert: in welchen Ländern erzielt er wieviel Abrufe, welche Songs sind in Playlists zu finden, welche Zielgruppe erreicht er, mit welchen anderen Künstlern arbeitet er zusammen. Aus dieser sogenannten Historie eines Künstlers wird ein genauer Blick in die Zukunft konstruiert. Die Vorhersagen stimmen laut Betreiber selbst bei Songs, die noch gar nicht geschrieben sind.

«Wir sind eher wie eine Bank für die Künstler»

Innovation spielte bei iGroove schon von Anfang an eine wichtige Rolle: «Wir wollten etwas Neues machen, was es so in der Musikindustrie noch nicht gab. Deshalb entwickelten wir eine Plattform, auf der Künstler ihre Musik hochladen und die Fans sie dort ohne Zwischenhändler kaufen konnten. Die Künstler wollten aber trotzdem bei Spotify oder Itunes sein. So haben wir aus dem Shop einen vollwertigen Vertrieb gemacht», erklärt Moris Marchionna, zusammen mit CEO Dennis Hausammann und Géraldine Allemann Gründer der Firma. Nur 8 Prozent der digitalen Einnahmen sollten bei iGroove bleiben, 92 Prozent beim Künstler: ein Geschäftsmodell, das in den ersten Jahren noch nicht funktionierte. «Deshalb haben wir neben dem Vertrieb nach und nach andere Dienstleistungen angeboten wie Promotion. Wir möchten nicht an der Musik der Künstler Geld verdienen, sondern an unserer Arbeit», so Marchionna.

Eine Marktlücke im Musikmarkt

Für Udo Dahmen, Leiter der renommierten deutschen Popakademie Mannheim, ist iGroove eine «interessante Plattform, die zukünftig an Bedeutung gewinnen könnte. Die zusätzlichen Marketing-Tools sind ebenfalls interessante Instrumente für Künstlerinnen und Künstler. Auch von Labels werden diese genutzt.» Heiko Freund, Leiter des Schwerpunkts Pop an der Zürcher Hochschule der Künste, beurteilt den Service vor Ort als echte Marktlücke. Einige seiner Studierenden arbeiten erfolgreich mit iGroove zusammen. «Der Vorteil bei einem Aggregator wie iGroove ist, dass man als independent artist auf den internationalen Plattformen präsent ist.»

Ein guter Rap-Song kann genauso erfolgreich sein wie «Schni-Schna-Schnappi»

Dennis Hausammann und Moris Marchionna sind selbst Musiker im Hip-Hop-Bereich. Ihre Kompetenz und ihr Stilempfinden spielt aber für die Beurteilung der Musik ihrer Künstlerinnen und Künstler keine Rolle. «Ein Song muss natürlich qualitativ hochwertig und professionell aufgenommen und gemischt sein. Geschmacklich sind wir offen. Das Urteil liegt bei den Hörern. Ein guter Rap-Song kann genauso erfolgreich sein wie ‹Schni-Schna-Schnappi›.» Nur gewaltverherrlichende oder rassistische Songs lehnen die Macher ab. Es sei zwar die Aufgabe eines Labels, einen Künstler aufzubauen und Zeit und Geld zu investieren, um später davon profitieren zu können. «Das ist aber nicht unser Metier», so Marchionna. «Wir analysieren, was war und was kommen wird. Wir sind eher wie eine Bank für den Künstler. Das Geld, das der Künstler nach unseren Berechnungen verdienen wird, können wir ihm auch jetzt schon zur Verfügung stellen.»

Text von Georg Rudiger

Den Original Artikel findest du hier

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Verändern NFTs das Musikbusiness?

Mai 17, 2021

Die Non-Fungible Tokens, kurz NFT, sind momentan von der Kunstwelt bis in die Musikbranche in aller Munde. Das iGroove Magazin hat diesen Hype zwar intensiv mitverfolgt, wollte jedoch erst die Entwicklung abwarten und nicht sofort auf den Zug aufspringen. Da der Hype aber ungebrochen ist, zeigen wir nun in diesem Beitrag, was NFTs für Musiker bedeuten. Im ersten Abschnitt erklären wir erstmal die Basics. Wer sich bereits sattelfest fühlt, kann diesen überspringen und unten weiterlesen.

NFT: ein fälschungssicheres Unikat

Der NFT bedeutet soviel wie einmaliger, nicht austauschbarer Schlüssel. Im Vergleich zu einem Bitcoin oder einer Banknote ist ein NFT also ein Unikat: Wenn ich dir einen 50-Euro-Schein gebe und du mir einen, haben wir zwar beide nicht mehr denselben Schein, aber weiterhin je 50 Euro. Bei einem NFT ist dies nicht möglich, da er einmalig ist.

NFTs ermöglichen das Sammeln, wie auch Verkaufen von digitalen Gütern, welche fälschungssicher (zumindest in den meisten Fällen) in der Blockchain gespeichert sind.

Bei physischen Werken kennen wir dies längst: Ein Bild von Picasso hängt entweder in einem Museum oder bei einem reichen Sammler. Gleichzeitig kann man sich überall Kopien eines Picassos kaufen – das Original gibt es jedoch nur einmal und der Besitzer hat dafür ein Echtheitszertifikat. Dank NFTs ist dies nun auch für digitale Werke – egal ob JPGs, GIFs, MP3s, Memes oder was auch immer – möglich.

Digitale Dateien können unendlich kopiert werden, dank einem NFT weiß man aber nun, wem das Original gehört. Es ist also nicht das Werk, das rar ist, sondern der Token. Angenommen jemand hat einen Song als NFT gekauft: dies heißt nun nicht, dass dieser Song dem Käufer gehört. Ihm gehört einzig das Zertifikat, also der Beweis, dass er im Besitz des Originals ist. Er kann den NFT weiterverkaufen, es bedeutet aber nicht, dass er mit dem Song anstellen kann, was immer er möchte. Es sei denn, dies ist im Smart Contract so geregelt.

Mitverdienen beim Weiterverkauf

In einem Smart Contract werden alle Details festgehalten, z.B. wer wie viel verdient beim Verkauf eines NFTs. Man kann z.B. 50% an den Künstler, 30% an den Produzenten und 20% an den Grafiker verteilen. Zudem wird festgehalten, wie viel bei einem Weiterverkauf an den Ersteller des NFTs geht. Beispiel: Du verkaufst einen NFT für 10.000 € und legst fest, dass du an jedem Weitererkauf 20% verdienst. Dieser Käufer verkauft den NFT für 20.000 € weiter und anschließend wechselt er sogar für 100k den Besitzer. Total hast du nun 34k verdient.

Keine NFTs ohne Kryptowährung

Um NFTs zu erstellen oder zu kaufen, benötigt man eine Krypto-Wallet – also ein Ort, wo man seine Kryptowährungen speichert. Anschließend muss man sich ein wenig Ether (nach Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung) kaufen und in seiner Wallet ablegen. Ein Großteil der NFTs werden in Ether gehandelt und laufen über die dazugehörige Ethereum Blockchain. Nun meldet man sich bei einem der Marktplätze für NFTs (Nifty Gateway, SuperRare, Opean Sea, Rarible etc.) an und verbindet diesen mit seiner Wallet.

Ether benötigt man nicht nur als Käufer, sondern auch als Verkäufer, da man eine sogenannte Gas Fee für das Minten des NFTs bezahlen muss.

NFTs: Direkter Draht zwischen Künstler und Fan

Liest man über NFTs, trifft man grob gesagt auf zwei Lager. Die einen sind euphorisch und glauben an NFTs als Zukunft der Musikbranche, die Labels und Verwertungsgesellschaften ersetzen werden. Andere hingegen halten es für nicht viel mehr als eine Bubble, in welcher Krypto-Hipster mit zu viel Geld spekulieren. Wir wollen dir beide Sichtweisen aufzeigen; die aktuellen und vor allem zukünftigen Chancen, aber auch die Stolpersteine.

Einer der deutlichsten Vorteile von NFTs ist die direkte Verbindung zwischen Artist und Fan. Das Geld fließt ohne Umwege vom Fan zum Künstler, alles ist transparent auf der Blockchain hinterlegt und für jedermann einsehbar. Abgesehen von der NFT-Plattform gibt es keine Mittelsmänner mehr und zudem erhalten die Künstler ihre Einnahmen auch noch schneller. Wie bereits oben erwähnt, verdient man als Künstler außerdem an den Weiterverkäufen mit.

Der Fan erhält die Möglichkeit seine Lieblingskünstler auf direktem Weg zu supporten und als Gegenwert bekommt er etwas Einmaliges. Viele hoffen, dass NFTs Musik den Wert zurückgibt, die sie durch das Streaming verloren hat. Es ist für einen Fan heutzutage gar nicht so einfach seine Lieblingskünstler monetär zu unterstützen. Von seinem Streamingabo geht monatlich nur eine Zahl mit sehr vielen Nullen hinter dem Komma an den einzelnen Künstler. Auch Alben, Merchandise sowie Konzerttickets kauft man nicht gerade monatlich.

Zusätzlich zu Plattformen wie Patreon bieten NFTs also eine Möglichkeit, den Künstler mit einem höheren Betrag zu supporten.

Die Künstler wiederum haben die Möglichkeit ihren Die-Hard-Fans etwas Spezielles zu bieten. Neben digitalen Gütern – von Song über Video bis Artwork – können auch physische Produkte, wie Konzerttickets, Vinyl oder Backstagepässe, hinter einen NFT gelegt werden. Wir stehen beim Thema NFT erst ganz am Anfang und sehen erst die Spitze des Eisbergs.

Die Fans am Erfolg beteiligen

Wo viele zukünftig ein großes Potential sehen, ist beim Verkauf eines Teils der Master und/oder Publishing Rights. Für den Künstler bietet dies den Vorteil, einen Teil seiner zukünftigen Einnahmen auf einen Schlag zu erhalten. Der Fan kann in den Artist investieren und sogar am Erfolg seines Lieblingskünstlers mitverdienen. NFTs könnten auch zu einer Art Fanclub werden, wo der Fan seine Mitgliedschaft weiterverkaufen und selbst daran verdienen kann.

Das ist aber primär Zukunftsmusik: Das System ist dafür schlicht noch nicht bereit. Der Käufer hat zwar Anrecht auf einen Anteil der Royalties, dafür muss er aber auch wissen, wie man diese einsammelt. Dies ist in den meisten Fällen noch nicht über die Blockchain möglich und somit kommen Verwertungsgesellschaften, Vertriebe und Labels ins Spiel.

Möglich wäre dies einzig bei neuer Musik, wo die Rechte komplett beim Künstler liegen. Bei älteren Releases sind zumeist mehrere Parteien involviert, was die Sache extrem verkompliziert.

Somit sind wir auch bereits bei den Stolpersteinen angekommen. Denn wo sich neue Möglichkeiten auftun, gibt es auch immer Risiken.

Hohe Hürden für Käufer und Künstler

Kaum ein Tag vergeht, ohne neue Meldungen über Millionenverkäufe oder Superstars, die ebenfalls ihren NFT lancieren. Doch geht es dabei wirklich um die Kunst, oder einzig um den Sammlerwert und somit auch die Spekulation? Sind NFTs wertvoll oder entsteht ihr Wert nur dadurch, dass viele andere ihn, zumindest im Moment, auch für wertvoll halten? Entsteht hier eine Bubble, die bald platzt, oder wirklich eine nachhaltige Einnahmequelle für Musiker?

Kommen wir erst zu den grundlegenden Stolpersteinen: Für alle, die sich nicht schon länger mit Kryptowährungen auseinandersetzen, ist es nicht ganz leicht NFTs zu erstellen und zu verkaufen. Es besteht somit das Risiko, dass Künstler sich auf eine Technologie einlassen, die sie nicht völlig verstehen. Noch problematischer sind aber die Hürden für die Käufer. Die wenigsten haben Ether in ihrer Krypto-Wallet und tummeln sich auf NFT-Marktplätzen. Oder kennst du jemanden, der NFTs besitzt? Eben. Es wird noch Jahre dauern, bis sich dies in der breiten Masse etabliert.

Verluste anstatt hohe Gewinne

Viele vergessen zudem, dass es nicht ganz günstig ist einen NFT zu erstellen. Wie erwähnt, wird gegenwärtig eine sogenannte Gas Fee fällig und so berappt man schnell mal 200 $ bevor man überhaupt loslegen kann. Verkauft man danach seinen NFT für einen fünf- oder sechsstelligen Betrag, ist dies natürlich kein Problem. Während in den Medien nur über die erfolgreichen Millionenverkäufe berichtet wird, geht jedoch vergessen, dass viele NFTs gar keinen Käufer finden.

Das Risiko ist groß, dass es in Zukunft nicht anders ist als bei Spotify-Streams oder YouTube-Views, wo einige wenige Millionen von Streams / Views haben und die Mehrheit weniger als 1.000. Es ist sehr wahrscheinlich, dass nur einige mit NFTs dick kassieren, während die große Mehrheit wenig bis gar nichts einnimmt.

Ein weiteres Risiko, welches man nicht unterschätzen sollte, sind die Marktplätze, an welche der NFT gebunden ist. Geht eines dieser Start-Ups Konkurs, löst sich auch der gekaufte NFT in Luft auf.

Bislang haben erst rund 150 Musiker NFTs verkauft (Zahl natürlich rasant steigend). Dabei handelt es sich vorwiegend um extrem etablierte Artists mit starker Fanbase. Deren NFTs verkaufen sich für häufig völlig absurde Summen, die sich kein normaler Fan leisten kann. NFTs sind momentan also primär ein Spielplatz für Superstars auf der einen sowie Krypto-Nerds und andere Leute mit dickem Geldbeutel (bzw. gutgefüllter Krpyto-Wallet) auf der anderen Seite.

NFTs sind noch längst nicht im Mainstream angekommen

Das Hobby dieser Krypto- und Finanz-Kids bahnt sich seinen Weg in den Mainstream – ist jedoch noch nicht angekommen. Es muss sich erst noch zeigen, ob NFTs mehr sind als ein reines Spekulationsobjekt. Bislang sorgen sie nicht für eine Demokratisierung im Musikgeschäft, sondern einzig für einige wenige Gewinner. Wenn Grimes NFTs für 6 Millionen verkauft, nützt dies weder den darbenden Künstlern, noch der Musikbranche als Ganzes. Damit Independent-Künstler wirklich davon profitieren, muss ein Massenmarkt entstehen und die Preise müssen sich auf einem vernünftigen Level einpendeln.

Den wichtigsten Negativpunkt haben wir dabei noch gar nicht erwähnt: da NFTs auf der Blockchain-Technologie basieren, sind die unglaublich energieintensiv. Wer sich auch nur ein klein wenig um den Klimawandel sorgt, sollte die Finger davon lassen bis die Industrie neue Wege gefunden hat.

Doch auch sonst empfehlen wir: ohne riesige und vor allem finanzstarke Fangemeinde sollte man den Fokus anstatt auf NFTs auf andere Monetarisierungsmöglichkeiten legen. Deren Entwicklung sollte man aber trotzdem im Auge behalten.

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Danny Bokelmann dockt bei iGroove an (Artikel Musikwoche April 2021)

April 22, 2021

iGroove holt mit Danny Bokelmann einen neuen A&R Director an Bord. Als Leiter eines fünfköpfigen A&R-Teams tritt er die Nachfolge von Kool Savas an, der iGroove als Anteilseigner erhalten bleibt.

Der Schweizer Musikvertrieb iGroove holt mit Danny Bokelmann einen neuen A&R Director für die GSA-Region an Bord. Als Leiter eines fünfköpfigen und in Berlin ansässigen A&R-Teams tritt er die Nachfolge von Kool Savas an, der die Rolle als A&R-Leiter Anfang 2020 übernommen hatte, sich nun zwar aus diesem Bereich zurückzieht, dem Unternehmen iGroove aber als Anteilseigner erhalten bleibt.

Der einst auch als Rapper unter dem Namen D-Bo aktive Danny Bokelmann ist seit den frühen Nullerjahren auch im Label-, Verlags- und Managementgeschäft tätig, zunächst mit I Luv Money Records, dann gemeinsam mit Bushido, der erst jüngst den Digitalvertrieb seines Katalogs an iGroove gegeben hatte, bei ersguterjunge sowie schließlich mit Wolfpack Entertainment und arbeitete in dieser Zeit mit zahlreichen Deutschrap-Acts.

„Die Transparenz, das innovative Potential, die Einstellung, Künstler nicht in Schuldenfallen zu locken, die umfangreichen Insights – das und vieles mehr sind Dinge, mit denen ich mich sehr gut identifizieren kann und die ich gerne auch in der Musikbranche vertrete“, sagt der frisch ernannte A&R Director Danny Bokelmann über iGroove: „Da ich weiß, dass der überwiegende Teil der Musikwelt das genauso sieht, bin ich happy, all diesen Menschen jetzt ebenfalls einen solchen Deal anbieten und sie damit glücklich machen zu können.“

Kool Savas zeigt sich glücklich, „mit Danny Bokelmann einen erfahrenen Mann als Nachfolge des A&R Director GSA für uns gewonnen zu haben“. Er sei „absolut von der Notwendigkeit und dem Durchsetzungsvermögen von iGroove überzeugt. Somit war die logische Schlussfolgerung, von meiner Seite ein Zeichen zu setzten und voll bei iGroove als Aktionär einzusteigen“.

Als Mitbegründer und CEO von iGroove lobt schließlich Dennis Hausammann den neuen Mitarbeiter als „hervorragend vernetzt“. Mit dem „neuen Office in Berlin“ sein man nun „ideal aufgestellt, um den deutschen Markt anzugehen und neue spannende Artists von iGroove zu überzeugen“.

Hier geht’s zum Artikel.

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Clubhouse lanciert Verdienstmöglichkeit für Creators

April 19, 2021

Nachdem Clubhouse sich bislang vor allem dazu eignete, die Reichweite zu vergrößern zu Networken, lanciert die Social-Audio-App nun auch eine Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Clubhouse befindet sich weiterhin im Höhenflug doch es bleibt ungewiss, ob dieser nach der Pandemie anhalten wird. Zudem bringt sich auch die Konkurrenz in Stellung: Spotify hat soeben die Social-Audio-App Locker Room gekauft und wie gewohnt springt auch Facebook auf den Zug auf und testet ihr Konkurrenzprodukt Hotline. Es ist somit klar, dass Clubhouse den Creators mehr bieten muss.

Ein erster Schritt in diese Richtung ist, dass die Clubhouse-Nutzer den Creators ein Trinkgeld bezahlen können. Diese Möglichkeit kennen wir bereits von diversen anderen Plattformen. Während diese meistens einen Anteil für sich behalten, verspricht Clubhouse, dass 100% der Trinkgelder an die Creators gehen. Ein klares Zeichen, dass sie diese an sich binden wollen.

Ab sofort können alle Nutzer Trinkgelder bezahlen – verdienen kann bislang jedoch erst eine Testgruppe. Bald soll Clubhouse Payments jedoch für alle Creators verfügbar sein.

Bei Twitch gibt es Gamer, die mit solchen Trinkgeldern über eine Million jährlich verdienen. Es wird sich nun zeigen, ob Clubhouse für Musiker ebenfalls zu einer interessanten Einnahmequelle werden kann.

Obwohl Clubhouse weiterhin nur für iPhone-Nutzer sowie nur per Einladung verfügbar ist, gab es bislang über 8 Millionen Downloads. Der Wert von Clubhouse liegt trotz der noch überschaubaren Anzahl Nutzer bereits bei rund einer Milliarde Dollar.

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Publishing Rights – die oft vergessene Einnahmequelle

April 19, 2021

Wenn du deinen Song nicht bei der Verwertungsgesellschaft (z.B. GEMA) anmeldest, entgehen dir ein großer Teil der durch Shops wie Spotify generierten Einnahmen. Wieso das so ist und was man sonst bei den Verlagsrechten beachten sollte, zeigt dir dieser Beitrag.

Im letzten Beitrag haben wir dir aufgezeigt, was die sogenannten Master Rights sind. In diesem Post widmen wir uns nun den Publishing Rights oder Verlagsrechten. Diese gehen an die Textautoren und Komponisten eines Songs und werden somit häufig zwischen mehreren Parteien aufgeteilt. Die durch die Verlagsrechte generierten Einnahmen erhält der Künstler entweder über die Verwertungsgesellschaft (GEMA, SUISA oder AKM) oder seinem Verlag, falls er bei einem unter Vertrag ist.

Lass dir keine Einnahmen entgehen!

Wie wir schon in einem anderen Beitrag beleuchteten, erhält der Künstler Geld, wenn sein Song z.B. im Radio läuft, in einer Bar gespielt wird oder wenn er Konzerten spielt (erinnert ihr euch?). Viele Künstler vergessen jedoch, dass auch Shops wie Spotify, Apple Music, Amazon etc. einen Teil der generierten Einnahmen direkt an die Verwertungsgesellschaft oder Verlage weiterleiten.

Hierzu ein konkretes Beispiel: Gehen wir davon aus, dass Spotify für deinen Song 10.000 Euro an deinen Vertrieb bezahlt hat. Dies wäre somit dein Anteil an den Master Rights. In diesem Fall hat Spotify zusätzlich ca. 3.000 Euro an die GEMA überwiesen. Bist du dort nicht angemeldet und hast den Song nicht registriert, entgeht dir somit ein nicht unwesentlicher Teil der Einnahmen, die dir zustehen.

Spotify behält einen Drittel der generierten Einnahmen, gut die Hälfte wird für die Master Rights ausgeschüttet und immerhin 13,3 – 16,6 % gehen an die Songwriter und Komponisten. Andere Quellen besagen, dass nur rund 10,5% an die Publisher geht, 52% für die Master Rights und somit sogar 37,5 % bei Spotify bleiben. Dies lässt sich jedoch nur schwer nachprüfen.

Spotify33,3%
Master Rights50 - 53,3%
Publishing Rights13,3 - 16,6%

Damit dir wirklich keine Einnahmen entgehen, solltest du dich schließlich auch noch bei der GVL (in der Schweiz Swissperform, in Österreich LSG) anmelden für die Wahrnehmung der Leistungsschutzrechte. Dies richtet sich an die ausübenden Künstler, es ist also egal ob du den Song geschrieben und komponiert hast oder nicht, wichtig ist, dass du derjenige bist, der ihn performt.

Zumeist sind mehrere Personen am Text und der Komposition beteiligt. Man sollte sich also früh genug über die Aufteilung der Einnahmen einigen und dies dann entsprechend bei der Verwertungsgesellschaft hinterlegen.

Wie wir bereits aufzeigten, braucht man sehr viele Streams, um davon leben zu können. Um so mehr sollte man sicherstellen, dass man alle Einnahmen, die einem zustehen, auch einsammelt.

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Master Rights: Behalte die Rechte an deinen Songs

April 19, 2021

Was bedeutet es eigentlich, wenn ein Künstler sagt, er sei im Besitz seiner Masters? Wieso sind die Master Rights wichtig und wie verdient ein Künstler damit? Hier gibt’s die Antworten!

Hat man einen Song aufgenommen, entstehen die sogenannten Master Rights, also die Rechte an der Aufnahme. Zudem gibt es noch die Publishing Rights oder Verlagsrechte, die bereits beim Schreiben eines Songs entstehen. Wenn ein Künstler also sagt, er besitze seine Masters bedeutet dies, dass er die Rechte an der Aufnahme hat. Die Publishing Rights liegen wiederum bei den Textautoren und Komponisten eines Songs. Und natürlich generiert man mit beiden Rechten Einnahmen.

In diesem Beitrag fokussieren wir uns auf die Master Rights. Um dies nochmals kurz zu erklären: Angenommen du coverst einen Song, dann besitzt du die Master Rights, weil dies eine von dir erstellte, einmalige Aufnahme ist. Die Publishing Rights bleiben jedoch bei den Autoren und Komponisten des Originalsongs. Hast du den Song selbst getextet, komponiert und recorded, liegen sowohl die Master- wie die Publishing Rights bei dir.

Wem gehören die Master Rights?

Vor jedem Recording sollten die Master Rights festgehalten werden. Wer die Aufnahme bezahlt, dem gehören im Normalfall auch die Rechte. Wenn eine Band in Eigenregie recoreded und produziert, muss man innerhalb der Band festlegen, wer welchen Anteil erhält. Wird man dabei von einem Produzenten unterstützt, der die Produktion leitet, ist dieser ebenfalls zu beteiligen. Erst wenn dies geklärt ist, sollte es ins Studio gehen.

Wie viel bezahlen die Streamingdienste an die Inhaber der Master Rights?

Von den Beträgen die Shops wie Spotify, Apple Music etc. auszahlen, geht ein Großteil an die Inhaber der Master Rights. Spotify hat kürzlich offengelegt, dass sie von den generierten Umsätzen rund einen Drittel für sich behalten. Von den restlichen Einnahmen gehen 75-80% an die Inhaber der Master Rights. Gut die Hälfte der total generierten Einnahmen werden somit für die Master Rights ausgeschüttet. Für Musiker ist dies also eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Spotify33,3%
Master Rights50 - 53,3%
Publishing Rights13,3 - 16,6%

Wieso gehören die Master Rights häufig dem Label?

Kommt ein Label ins Spiel, gehen die Master Rechte für einen definierten Zeitraum an dieses über. Im Normalfall erhält der Künstler einen Vorschuss und sobald dieser recouped ist einen vertraglich definierten Anteil der durch die Master Rights generierten Einnahmen. In vielen Fällen beinhaltet der Vertrag zudem eine Option, welche dem Label die Möglichkeit gibt den Deal zu verlängern und auf weitere neue, bislang unveröffentlichte Releases auszweiten.  Ist das Label von Beginn an involviert und übernimmt die kompletten Produktionskosten, gehören die Master Rights zumeist für immer dem Label.

Man ist somit an das Label gebunden und kann mit diesem Release nicht einfach zu einem anderen Label oder Vertrieb wechseln, weil man die Rechte an der Aufnahme nicht besitzt. Dies ist einer der Gründe, wieso immer mehr Künstler mit dem Label nur einen Vertriebsdeal unterschreiben, wo sie im Besitz der Rechte bleiben oder direkt mit einem Distributor wie iGroove arbeiten und so keine Rechte abgeben und auch jederzeit mit ihren Releases wechseln können.

Die Labels erhalten die Master Rechte als Gegenleistung für die Finanzierung und Vermarktung der Musik. Um zu verhindern, dass man nicht zu einem Künstler wird, der sich beklagt nicht im Besitz seiner Masters zu sein, sollte man bei Verhandlungen unbedingt einen erfahrenen Anwalt beiziehen. Denn wenn du die Rechte an deiner Aufnahme nicht besitzt, sind auch deine Möglichkeiten damit Geld zu verdienen stark eingeschränkt.

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Covid: Psychische Gesundheit von Musikern leidet

März 31, 2021

Die Pandemie hat viele Musiker hart getroffen und dies nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch was die psychische Gesundheit betrifft. Zu den wegfallenden Einnahmen kommen auch die fehlende Perspektive und große Unsicherheit, was auf das Gemüt schlägt. Gemäß einer britischen Studie hat sich bei 87% der Befragten die psychische Gesundheit verschlechtert.

Fehlende Perspektive und finanzielle Sorgen

91% begründeten dies mit der aktuellen und zukünftigen Unsicherheit hinsichtlich ihrer Musikkarriere. Für 96% stellt sich die Frage, wie sie zukünftig ihren Lebensunterhalt verdienen sollen, davon wissen 70% nicht, wie sie die nächsten 6 Monate finanziell überstehen sollen und 24% überlegen sich, die Branche zu wechseln. Dies deckt sich mit einer Umfrage unter Berliner Musikern, von denen ein Drittel angab, einen neuen beruflichen Weg einschlagen zu müssen oder dies bereits getan haben.

Psychische Probleme waren bei Musikern, die generell in einem sehr kompetitiven Business tätig sind, bereits vor der Pandemie ein Problem, welches sich nun durch Corona noch verschärft hat. Eine ähnliche Studie zeigte bereits 2016, dass 71% der Musiker unter Angstzuständen oder Panikattacken litten und 68% Depression haben oder hatten.

Wie man mit der Situation umgehen kann

Hier einige Ratschläge, die helfen sollen mit der Situation umzugehen:

  • Sprich darüber: Sei es im Freundeskreis, mit anderen Musikern oder einer Fachperson. Erhalte so auch wieder andere Perspektiven.
  • Du bist nicht alleine: Nur schon diese Studie zeigt, dass viele andere mit denselben Problemen kämpfen. Versuche die komplexe Situation zu akzeptieren.
  • Behalte deine Routine bei oder entwickle eine neue. Sorge für einen abwechslungsreichen Tagesablauf.
  • Achte auf deine körperliche Gesundheit: Geh an die frische Luft, treibe Sport, schlafe genug aber nicht zu viel, versuche dich gesund zu ernähren und es mit dem Alkohol nicht zu übertreiben. Höre auf die Signale deines Körpers!
  • Schmiede Pläne: Es ist sicherlich nicht einfach aber versuche neue Projekte zu konzipieren und anzureißen. Setze dir dabei realistische Ziele.
  • Sei dir bewusst, dass in absehbarer Zeit die Normalität zurückkehrt. Du bist immer noch ein Musiker und bald wirst du dies auf den Bühnen auch wieder zeigen können.

Weitere Ratschläge und auch persönliche Beratung gibt es u.a. unter mim-verband.de.

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Wieso immer mehr Künstler den Independent-Weg gehen

März 29, 2021

Immer mehr Künstler feiern riesige Erfolge ohne einen Major im Rücken und zahlreiche Artists verlassen die großen Plattenfirmen. Wir zeigen dir, welche Vorteile man als unabhängiger Künstler hat.

Keine Frage, Majorlabel sind immer noch eine Macht. Vergangenes Jahr machte die Musikindustrie weltweit einen Umsatz von 23,1 Milliarden, davon entfielen 65,5% auf die Majorlabels. Dieser Anteil nimmt jedoch kontinuierlich ab, 2019 waren es noch 66,5%. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Spotify, wo der Anteil der Majors an den Streams zwischen 2019 und 2020 von 70,3 auf 68,9% fiel. Doch weiterhin verfügen die Majors über enorme Power und vor allem finanzielle Mittel.

Indie statt Major

Trotzdem bleiben immer mehr Künstler auf dem Independent-Weg, oder verlassen die Majors. Dabei sprechen wir nicht nur von kleineren Künstlern, sondern auch vermehrt von solchen, die jeder Major mit Handkuss nehmen würde. Jüngstes Beispiel ist Bushido, der Sony Music verlassen und seinen kompletten Katalog zu iGroove transferiert hat. Was bringt etablierte Künstler dazu, die gefestigten Strukturen und die finanziellen Möglichkeiten der Majors hinter sich zu lassen und stattdessen mit einem Vertrieb zu arbeiten?

  • Rechte an der Musik: Während man bei einem Major die Rechte an seiner Musik für eine bestimmte (oder unbestimmte) Zeit abtritt, behält man diese bei einem Vertrieb in den eigenen Händen.
  • Flexibilität: Bei einem Major ist man meist über mehrere Jahre oder Releases gebunden. Veröffentlicht man über einen unabhängigen Vertrieb, kann man jederzeit wechseln.
  • Abgaben: Je nach Vertrieb gibt man nur einen kleinen Prozentsatz seiner Einnahmen ab, oder bezahlt einen Fixbetrag pro Release.
  • Natürlich erhält man dafür nicht dieselbe Leistung wie bei einem Major. Jedoch kann man selbst entscheiden, wie viel man z.B. für Promotion, Marketing etc. ausgeben will. Man kann sich als Künstler die Serviceleistungen selbst zusammenstellen und muss nicht auf das (teure) Gesamtpaket des Majors zurückgreifen.
  • Transparenz: Bei den meisten Vertrieben hat man detaillierten Einblick in seine Zahlen und die Trends. Man erhält so eine bessere Übersicht über seine Finanzen und Planungssicherheit.
  • Regelmäßige Auszahlung: Während Majors teilweise nur alle paar Monate ihre Künstler bezahlen, erhält man bei Vertrieben im Normalfall monatlich eine Gutschrift.
  • Nicht zuletzt hat man die volle künstlerische Freiheit. Anders als bei einem Major wird dir niemand in den kreativen Prozess reinreden.

Bei iGroove hat man zusätzlich den Vorteil, dass man wie bei den Majors einen Vorschuss beziehen kann, jedoch auch hier ohne sich langfristig binden zu müssen.

Außerdem können auch Vorschüsse für die älteren Releases bezogen werden, was bei Majors häufig pauschal und somit viel zu tief abgegolten wird. Weiter erhält man bei iGroove eine zuverlässige Prognose seiner zukünftigen Einnahmen. Dies gibt dir als Künstler die Möglichkeit, deine nächsten Schritte zu planen und bessere Business-Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Viele junge Künstler träumen von einem Major-Deal. Doch immer mehr etablierte Artists, welche mit ihrem Team bereits gut aufgestellt sind, haben erkannt, dass sie ohne Major nicht nur unabhängiger sind, sondern auch ihre Einkünfte steigern können. Es gab wohl noch nie eine bessere Zeit, um unabhängig zu bleiben. Hat man ein Angebot von einem Major auf dem Tisch, sollte man unbedingt erst prüfen, ob man nicht anderswo einen besseren Deal erhält.

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YouTube Checks: Prüfe das Copyright

März 26, 2021

Will man seine Videos oder seine Musik generell über YouTube monetarisieren, kann dies zu Urheberrechtskonflikten führen. Mit dem neuen Tool YouTube Checks soll dies zukünftig verhindert werden indem man schon vor dem Upload prüfen kann, ob es zu einem Konflikt hinsichtlich des Copyrights kommen könnte.

Wieso kommt es zu Konflikten?

Konflikte entstehen zumeist aus den folgenden Gründen:

  • Der Song wird bereits von einem anderen Vertrieb / Label monetarisiert. Dies kann z.B. dann vorkommen, wenn du den Vertrieb gewechselt hast und der vorherige Vertrieb die Monetarisierung noch nicht beendet hat.
  • Wenn du einen Beat im Internet gekauft oder geleast hast und du nicht die exklusiven Rechte daran besitzt. In diesem Fall kann dein Song nicht über die Content ID monetarisiert werden.
  • Du ein Sample verwendet hast und dies von YouTube erkannt wird.

Prüfe dein Video vor der Veröffentlichung

Wenn du nun ein Video über das YouTube Studio erstellst, kannst du vor der Veröffentlichung mittels Checks prüfen, ob Urheberrechtsverletzungen vorliegen und das Video allenfalls sogar entfernt wird. Zudem ist auch der Content-ID-Status ersichtlich, der zeigt ob das Video nicht oder nur teilweise monetarisiert werden kann. Es ist detailliert aufgeführt, welcher Teil des Videos betroffen ist, was genau beanstandet wird und welche Konsequenzen ein Upload haben könnte.

YouTube weist aber auch darauf hin, dass dieser Check keine hundertprozentige Garantie ist, dass es nicht zu einem späteren Zeitpunkt trotzdem zu einem Konflikt kommt.

Wir empfehlen dir den Check insbesondere dann, wenn du dir einen Beat im Netz gekauft hast und du dir nicht komplett sicher bist, welche Rechte du an diesem besitzt.

Monetarisiere deine Musik über YouTube

Liegen alle Rechte an der Musik bei dir, kann diese über YouTube monetarisiert werden. iGroove bietet dir die YouTube Monetarisierung an, damit du auch dann mitverdienst, wenn andere deine Musik auf YouTube laden. Achtung: wenn du die Monetarisierung einrichtest bevor du den Check machst, wird dir ein Konflikt angezeigt, da iGroove deine Musik bereits in deinem Namen monetarisiert. Weitere Infos findest du hier.

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