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Deutsche Musikwirtschaft: Drastischer Rückgang und Prognose für 2021

März 3, 2021

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf den deutschen Musikmarkt ausgewirkt und wie sind die Prognosen für 2021? Eine aktuelle Studie hat die Antworten.

Das Forschungsinstitut Prognos hat eine Studie zu den Auswirkungen der Corana-Pandemie auf die deutsche Kultur und Kreativwirtschaft, in welcher 1,8 Millionen Leute beschäftigt sind, erstellt und wirft gleichzeitig einen Blick in die Zukunft. Gesamthaft gesehen gab es einen Einbruch von 13% im Vergleich zu 2019. Dies sei der größte Einbruch seit 2009 und dieser wirft das Umsatzniveau zurück auf den Stand von 2003.

Musikmarkt besonders stark betroffen

Im Musikmarkt mit rund 181.000 Beschäftigen kam es zu einem Verlust von 54%, wobei vor allem Soloselbständige, Freiberufler sowie geringfügig Beschäftigte und Mini-Jobber betroffen seien. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Hilfen von Bund und der Länder unzureichend seien und ein unwiederbringlicher Verlust an kultureller Vielfalt drohe. Der Musikmarkt fällt mit einem Verlust von 5,4 Milliarden auf das Umsatzniveau von vor 15 Jahren zurück.

Für die Musikwirtschaft geht die Studie von folgenden Hauptproblemen aus:

  • Fehlende Rücklagen zur Wiederaufnahme des Betriebs (Investments nötig)
  • Abwanderung von Beschäftigten
  • Veröffentlichungsstau und Überangebot (bei Öffnung kämpfen viele Releases um die Aufmerksamkeit)
  • Zögerliches und verändertes Konsumverhalten (Leute getrauen sich noch nicht an Konzerte)
  • Einschränkung internationaler Kooperationen (durch Reisebeschränkungen)

Die Studie weist zudem darauf hin, dass in der Musikwirtschaft ein Großteil der Umsätze nicht mit der veröffentlichten Musik, sondern mit Konzerten, Touren und Merchandise erzielt wird. Wie wir bereits berichteten, wird es zudem zu Umsatzeinbußen bei den Auszahlungen der Verwertungsgesellschaften kommen, da 2021 erst die Ausschüttungen für das Jahr 2020 stattfinden.

Umsatzrückgang auch 2021 erwartet

Prognos rechnet auch für 2021 mit starken Umsatzverlusten zwischen 7 und 18 Prozent verglichen mit dem Vorkrisenjahr 2019. In Zahlen ausgedrückt wären dies zwischen 11,5 und 31,8 Milliarden. Sie gehen von drei möglichen Szenarien aus:

  • Kurzer, harter Lockdown bis Anfang März
  • Langer, harter Lockdown bis Ende März
  • Zweifacher harter Lockdown mit verfrühter Öffnung im März und erneuter Schließung im April

Selbst bei einem langen, harten Lockdown rechnen sie mit einem Umsatzrückgang auf das Niveau von 2015. Für die Musikindustrie hieße dies auch 2021 ein Verlust von 59%.

Hoffnungsschimmer

Immerhin listet die Studie auch einige positive Punkte auf. So sei etwa die Wertschätzung für die Kulturbranche gestiegen und eine große Solidarität sei vorhanden.  Zudem weisen sie auf die Entstehung neuer Wachstumsmärkte hin, die auch nach der Krise Bestand haben werden. Konkret nennen sie neue digitale und hybride Darstellungsformen, oder auch Geschäftsmodelle wie Patreon oder Twitch.

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