register_link

Blog Archives

Wie hören die Konsument*innen Musik?

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie lange die Konsument*innen Musik hören und über welche Formate
  • Wie viele Livestreaming, Radio und auch physische Tonträger konsumieren
  • Wieso der Streaming Boom die Piraterie nicht gänzlich eliminiert hat

Eine von der IFPI in Auftrag gegebene Studie befragte 43.000 Menschen in 21 Ländern wie sie Musik konsumieren. „Engaging with Music“ ist gemäß ihrer Aussage die bislang größte musikfokussierte Studie bei Konsument*innen weltweit. Diese ergab, dass die Konsument*innen im Schnitt pro Woche 18,4 Stunden Musik hören (in Deutschland 19,3h). Bei der letzten Studie 2019 waren es noch 18 Stunden (in Deutschland 19,1h). Davon ausgehend, dass ein Song im Schnitt 3 Minuten dauert, sind dies 368 Songs wöchentlich.

Doch wo wird diese Musik gehört? Die wöchentliche Musikkonsumation verteilt sich wie folgt:

FormatWeltweitDeutschland
Premium Streaming23%27%
Free Streaming9%7%
Video Streaming (z.B. YouTube, DailyMotion)22%20%
Short Form Video Apps (z.B. TikTok, Triller)11%7%
Social Media Plattformen (z.B. Facebook, Instagram)3%2%
Radio16%22%
Gekaufte Musik (Downloads, CDs, Vinyl)9%10%
Live (inkl. Livestreaming)2%1%
Sonstige5%4%

Streaming

Insgesamt gaben 78% der Befragten an, dass sie Streamingdienste nutzen. Von denjenigen, die auf Streaming verzichten, sagten 35%, dass sie keine Streamingdienste benötigen, da sie alle Musik, die sie wollen auf kostenlosen Video-Plattformen zu finden ist.

Die Umfrage zeigt auch, dass die Hörer*innen nicht nur konsumieren, was ihnen der Algorithmus vorsetzt.

  • 68% gaben an mehr als einmal pro Woche nach einem bestimmten Song zu suchen (16-24-jährige: 82%)
  • 62% suchen mehr als einmal pro Woche nach einem spezifischen Künstler (16-24-jährige: 73%)
  • 62% sagten, dass sie mehr als einmal pro Woche eine selbsterstellte Playlist hören (16-24-jährige: 78%)

Livestreaming / Radio

29% gaben an, dass sie ein Livestream-Konzert verfolgt hatten. 65% werden auch weiterhin Livestreams konsumieren, wenn Konzerte wieder stattfinden. 55% sehen Livestreams als eine gute Alternative, wenn sie ein Konzert nicht besuchen können.

Wie die Auswertung zeigt, ist Radio als Medium weiterhin nicht zu unterschätzen. 74% gaben an hauptsächlich wegen der Musik das Radio einzuschalten und 66% erklärten ohne die Musik würden sie kein Radio hören. Bei der Altersgruppe von 35-64 hören 81% Radio, bei den 25-34-jährigen immerhin noch 76% und selbst bei den 16-24-jährigen noch immer zwei Drittel.

Physische Tonträger

Die Studie zeigt auch, dass physische Produkte noch nicht völlig verschwunden sind. 12% der Befragten hatten im letzten Monat eine CD gekauft und 8% ein Album auf Vinyl. Bei beiden Formaten liegen die 25-34-jährigen über dem Durchschnitt, nämlich bei 15% (CDs) bzw. 11% (Vinyl). Gerade die Vinylkäufer*innen sind sehr intensive Musikfans. 81% von ihnen nutzen Streamingdienste und 67% gaben an, wöchentlich neue Musik oder Künstler*innen zu entdecken. Sie hören im Schnitt zudem 22,1 Stunden Musik pro Woche, also 20% mehr als der Durchschnitt.

Stream Ripping

Natürlich gibt es aber auch Schattenseiten. 30% der Befragten gaben an Musik auf illegalem Weg zu konsumieren. Besonders häufig nutzen dies die 16-24-jährigen, dort sind es gar 38%. Am Populärsten ist das sogenannte Stream Ripping, welches von 27% der Teilnehmer genutzt wird und von 35% der 16-24-jährigen. Dies zeigt leider klar, dass der Streaming-Boom die Piraterie noch nicht völlig eliminiert hat.

Gut fürs Gemüt

Egal wie die Musik konsumiert wird, einig sind sich fast alle darin, dass Musik einfach gut ist fürs Gemüt. 80% der Befragten gaben an, dass Musik ihrem psychischen Wohlbefinden während der Pandemie geholfen hat. Bei den 16-19-jährigen waren es 85%. Gar 87% erklärten, dass Musik ihnen Vergnügen und Freude während Covid bereitet hat. Bleibt zu hoffen, dass diese Freude zu weiteren Streamingabos, Merch-Käufen oder Konzertbesuchen führt.

Pitche deine Songs bei Amazon Music

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie du deine Songs bei Amazon Music pitchen kannst
  • Welche Richtlinien beachtet werden müssen
  • Welche weiteren Vorteile das New Release Pitch Tool bietet

Bislang konnten Künstler*innen, Managements und kleinere Labels ihre Songs einzig bei Spotify direkt an die Playlist-Kuratoren pitchen. Bei den anderen Streaminganbietern ist dies größeren Labels und Vertrieben vorbehalten. Nun hat Amazon Music das Tool „New Release Pitch“ lanciert, mit welchem man seine Tracks für die offiziellen Playlisten und Stations vorschlagen kann.

Dies geschieht über Amazon Music for Artists und ist sowohl auf der Desktop-Version wie auch über die App möglich. Folgende Richtlinien müssen dabei beachtet werden:

  • Es kann nur neue, unveröffentlichte Musik gepitcht werden (keine Re-Releases)
  • Man kann nur einen Track pro Release, egal ob Single, EP oder Album, pitchen
  • Der Song kann bis maximal 14 Tage nach dem Veröffentlichungsdatum eingereicht werden

So funktioniert das New Release Pitch Tool

Wie bei Spotify wird eine Beschreibung des Songs und eine kurze Übersicht zu den geplanten Marketingaktivitäten verlangt. Zudem muss man das Genre (bis zu 3) und die Sprache wählen, sowie ob der Song Text hat oder instrumental ist. Optional kann man den Vibe des Tracks angeben sowie sogenannte „Activity Labels“ (z.B. Chilling Out). Weitere optionale Angaben sind die Nennung von bis zu drei Künstlern, die ähnliche Musik machen, sowie wo sich deine größte Fanbase befindet, wobei Amazon zugibt, dass sie diese Info natürlich längst haben, sie einfach deine Einschätzung wollen.

Mehr als nur Playlistplatzierungen

Durch die Übermittlung des Songs und der Metadaten erhält man nicht nur die Chance, in Playlists oder Stations berücksichtigt zu werden, sondern hilft Amazon auch dabei herauszufinden, wie sie deine Musik den Hörer*innen einblenden sollen.

Konkret bedeutet dies bei bestehenden Fans und Followern Posts im Activity Feed, Push Notifications und Alexa Alerts. Man kann aber auch neue Hörer*innen erreichen und zwar über die genrebasierte Suche sowie Vorschläge von Alexa. Selbst wenn man also von den Kuratoren nicht ausgewählt wird, hat man durch den Pitch gewisse Vorteile und kann die Reichweite steigern.

Wer Amazon Music for Artists also bislang nicht nutzt, hat nun einen triftigen Grund mehr.

Amazon Music ist auch Teil des Pitching-Services von iGroove ebenso wie Spotify, Apple Music, Deezer, YouTube Music und Tidal.

Spotify integriert Shopify

Was du im Beitrag erfährst:
  • Spotify kooperiert mit der E-Commerce-Firma Shopify
  • Dies soll mehr Künstler*innen die Möglichkeit bieten ihr Merch direkt über Spotify anzubieten
  • Wie man seinen Shopify Store bei Spotify integriert

Spotify will Musiker*innen schon länger die Möglichkeit bieten über ihre Plattform Merch anzubieten, bislang verlief dies jedoch eher holprig. Ende 2013 starteten sie eine Zusammenarbeit mit Topspin, als diese jedoch von Beats Music aufgekauft wurden, welche schließlich von Apple übernommen wurden, wechselten sie zu BandPage. Wiederum funkte ein Konkurrent dazwischen: YouTube übernahm BandPage und somit wechselte Spotify erneut und zwar zu ihrem aktuellen Partner Merchbar.

Merchbar bietet jedoch für viele Artists, vor allem solche die independent agieren, einige Hindernisse, was womöglich auch erklärt, dass von den Millionen Künstler*innen auf Spotify nur 370.000 Merch oder Tickets anbieten. Dies soll sich nun dank der Zusammenarbeit mit der E-Commerce-Firma Shopify ändern – eine Kollaboration, die sich ja nur schon aufgrund des Namens aufdrängt. Ab sofort können Musiker*innen drei Elemente aus ihrem Shopify Store auf ihrem Spotify Profil anzeigen.

So funktionierts

Um das Merchandise von Shopify anzubieten, benötigt man Admin-Zugriff auf Spotify for Artists sowie seinen Shopify Store. Daraufhin können bis zu 250 Artikel ins Spotify for Artists importiert werden, wovon wie erwähnt dann drei auf dem Spotify Profil aufgeführt werden. Es besteht also die Möglichkeit, die angezeigten Produkte stetig anzupassen.

Es wird auch weiterhin möglich sein, die Artikel von Merchbar über Spotify anzubieten. Dafür muss man jedoch die Shopify Integration trennen.

Erst in Beta

Die Integration von Shopify ist momentan noch in Beta, was zur Folge hat, dass zwar Künstler*innen weltweit ihren Shopify-Store integrieren können, angezeigt werden die Produkte jedoch nur den Konsument*innen in den USA, UK, Australien, Neuseeland und Kanada. Momentan erhebt Spotify keine Fees, dies soll sich jedoch in Zukunft ändern. Wann dies der Fall sein wird und wie hoch die Gebühren sein werden, ist gegenwärtig noch nicht bekannt.

Kostenlos testen

In Zeiten, wo Konzerte noch immer Mangelware sind, ist es sicherlich lohnenswert sich neben einem realen auch noch einen digitalen Merch-Table einzurichten. Dies vorderhand noch ohne zusätzliche Kosten, denn alle Künstler*innen, die Shopify bislang nicht nutzen, können es für 90 Tage kostenlos ausprobieren.

Die Gaming Industrie wird immer wichtiger für Musiker*innen

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie die Musik- und die Gamingbranche bislang zusammenarbeiteten
  • Welche Symbiosen in Zukunft denkbar sind
  • Wie Musiker dadurch ihre Einnahmen steigern können

Gaming als Marktführer

Videospiele sind schon lange kein Nischenthema mehr. Im Gegenteil: Die Gamingbranche ist größer als die Musik- und Filmindustrie zusammen. Game-Verfilmungen sind schon lange kein Novum mehr, doch auch auf die Musikindustrie hat die Welt des Gamings eine enorme Strahlkraft. Die geht mittlerweile weit über Soundtracks oder Trailer mit beliebten Songs hinaus. Was die Zukunft bereit hält, wie weit die Symbiose aus Gaming und Musik mittlerweile geht und warum gerade Rapmusik eine besondere Rolle spielt, erklären wir hier.

Neuentdeckungen

Laut Erhebungen von MRC Data entdecken bereits 28% der Gen-Z-Musikkonsumenten neue Musik durch Videogames. Videospiele werden also nicht nur durch lukrative Deals zu einem immer wichtigeren Medium für Musiker*innen – auch als Promokanal ist die Gamingwelt mittlerweile extrem relevant. Labels bemühen sich daher um gute Beziehungen zu Game-Publishern. Das kann weit über die simple Implementation eines Songs in einen Spielsoundtrack hinaus gehen.

Kooperationen

Das prominenteste Beispiel für derartige Mammut-Kooperationen dürften wohl die Live-Events in Fortnite darstellen. Im Rahmen der sogenannten Rift Tour gab es bereits interaktive Ingame-Konzerte von Travis Scott, Ariana Grande und J Balvin. Doch auch Platzierungen in Spielen wie GTA, Tony Hawk‘s oder Guitar Hero konnten ohnehin schon bekannte Songs schon vor Jahren enorm boosten. Eminems „Survival“ wurde für den Trailer von Call of Duty: Ghosts verwendet und mit einem entsprechenden Musikvideo versehen – die Single ging in den USA Platin.

Monetarisierung

Während sich die Musikindustrie in den letzten Jahren komplett aufs Streaming verlagert hat, sind im Gaming sogenannte free-to-play Modelle längst etabliert. Lootboxen, Battlepass und andere Ingame-Käufe sind ein deutlich langlebigeres Monetarisierungsmodell als ein einmaliger Kaufpreis. Auch die Musikindustrie bewegt sich immer mehr in diese Richtung – selbst die ursprünglich auf Gaming ausgelegte Streamingplattform Twitch wird mittlerweile von zahlreichen Musiker*innen genutzt. Die Zahlungs- und Supportbereitschaft der Fans steigt. Laut Erhebungen von YouGov wären 43% der Amerikaner bereit, für Konzert-Livestreams zu zahlen.

Die Rolle von HipHop

Rapartists gehören zu den smartesten und progressivsten Marketern der Industrie. Kein Genre bewegt sich näher am Zeitgeist und formt diesen so stark mit. Das ist dabei nicht einmal zwingend der Kultur geschuldet, sondern besonders der Fanbase, die jung, hungrig und bereit für Fortschritt ist. Untersuchungen von Midia Research haben ergeben, dass HipHop-Fans besonders kauffreudig dem Fantum frönen und bereit sind, Geld für Merch, Streams und beispielsweise Ingame-Käufe während der Konzert-Events in Fortnite auszugeben. In dieser Zukunft der neuen Geschäftsmodelle könnte das eine immer größere Rolle spielen.

Die Zukunft

Die Entwicklungen der Zukunft sind kaum abzusehen. Einige Firmen, darunter Virtual-Reality-Marktführer Facebook, arbeiten beispielsweise an einem sogenannten Metaverse – eine komplett digitale HUB-Welt, in der Nutzer*innen quasi alles unternehmen können. Die Implementation von Musik bietet da unbegrenzte Möglichkeiten. Das könnte auch kleineren Künstler*innen Türen öffnen, denn bisher fokussieren sich die Games, die meist Multimillionen-Produktionen sind, auf bekannte und beliebte Acts. Neue Technologien wie NFTs geben bereits einen kleinen Vorgeschmack und könnten im Metaverse eine große Rolle spielen.

Fazit

Die Zukunft ist ungewiss, aber verdammt spannend. Musik- und Gamingbranche gehen immer engere Partnerschaften ein, neue Technologien öffnen Tür und Tor für innovative Ausspielwege und Monetarisierungsmodelle. Gerade junge Fans sind bereit, diesen Weg mitzugehen. Das dürfte nicht nur kulturell wahnsinnig interessant werden, sondern auch ziemlich lukrativ für beide Industrien. Welche Schattenseiten mit dieser Entwicklung einhergehen, wird sich wohl in den nächsten Jahren herauskristallisieren.

Label, Vertrieb & Co – Was du über Verträge wissen musst

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie sich die Deals bei einem Label oder Vertrieb unterscheiden
  • Wieso dies vor allem mit den Masterrechten zusammenhängt
  • Was die Verträge beinhalten und was die sogenannten Optionen sind

Wozu ein Deal?

Endlich ein Labeldeal – das scheint das große Ziel der meisten Newcomer*innen zu sein. Doch ist ein Label wirklich so wichtig? Tut es vielleicht auch ein Vertriebsdeal, etwa bei iGroove, oder gar eine unverbindliche Distributionsplattform? Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Kriterien für deine Entscheidung und vor allem darauf, auf welche vertraglichen Details du genau achten solltest. Ob und wo du signst, ist letztlich eine individuelle Entscheidung, bei der es auf deine Situation und Ziele ankommt – ein allgemeingültiges Richtig oder Falsch gibt es da nicht.

Label oder Vertrieb?

Was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Label und einem Vertrieb? Während ein Vertrieb gegen einen Share von ca. 20% hauptsächlich dafür sorgt, deine Musik an die Stores und Dienste auszuliefern, Dienstwege zu verkürzen, deine Playlist-Pitches zu unterstützen und dir Statistiken und Support zu bieten, gehen die Leistungen von Labels weiter: Diese erwerben quasi die Rechte an deiner Musik, übernehmen Vermarktung und Planung sowie je nach Deal viele weitere Aufgaben. Dafür bleibt aber auch der Löwenanteil der Einnahmen bei den Labels – gerne mal 70% und mehr.

Exklusivität oder Auswertung?

Während Labels meist die Masterrechte an deiner Musik erwerben, werten die Vertriebe diese lediglich aus. Die Rechte wegzugeben, bedeutet, dass dir deine Musik de facto nicht mehr gehört. Du besitzt zwar noch deine Urheberrechte, die kann man in der EU auch gar nicht weggeben, doch die Songs gehören dem Label für den vereinbarten Zeitraum oder sogar für immer. Dafür haben die Labels zwar ein großes Interesse daran, diese Musik erfolgreich zu machen, bei einem Vertriebsdeal behältst du aber alle Rechte und gibst lediglich erwähnten Share ab, um den Vertrieb für seine Arbeit zu vergüten.

Umfang und Dauer

Die meisten Verträge beinhalten eine Auswertungsdauer und eine Anzahl von Songs, die das Signing in einem bestimmten Zeitraum abliefern muss. Major Labels bieten außerdem sogenannte 360-Grad-Deals an. Dabei werden nicht nur die Rechte an Tonaufnahmen, sondern auch Live-, Merch- und Verlagsrechte abgetreten. Das erleichtert zwar vieles, schafft aber auch eine enorme Abhängigkeit. Viele Verträge enthalten außerdem eine sogenannte Option: Dein Vertragspartner hat die Möglichkeit, dich nach Ablauf des Vertrags für eine vorher festgelegte Anzahl weiterer Songs an sich zu binden.

Vorschüsse – Wer zahlt was?

Ein saftiger Vorschuss scheint, wie ein Deal selbst, eines der höchsten Ziele für aufstrebende Musiker*innen zu sein. Doch Vorschuss ist kein Geschenk, sondern will wieder eingespielt werden. Sollten deine Revenues hinter den Erwartungen zurückbleiben, wirst du für lange Zeit kein Geld mit deiner Musik verdienen können. Außerdem stellt sich die Frage: Wofür setzt du den Vorschuss ein? Wer zahlt die Produktionen und Videos? Wer zahlt das Marketing und wie hoch ist das Budget dafür? All diese Dinge können je nach Vertrag komplett beim Künstler oder eben beim Label liegen.

Indies

Neben den großen Playern sind auch Independent-Labels eine Option: Während Majors eigene Vertriebsstrukturen haben, geht ein Indie mit den von dir erworbenen Masterrechten zu einem Vertrieb und schließt dort einen eigenen Auswertungsdeal ab. Die Bugets der Indies sind zwar meistens deutlich begrenzter als bei Majors, dafür bist du dort aber nicht nur einer von zig gesignten Künstlern. Als Alternative zum klassischen Vertriebsmodell gibt es außerdem diverse Digitaldistributoren, bei denen du statt eines Shares lediglich eine pauschale pro Jahr oder Release zahlst.

Fazit

Eigene Strukturen aufzubauen, ist heutzutage einfacher denn je. Ob du auf die Leistungen von Labels zurückgreifen willst, sollte davon abhängen, was du und dein Team selbst leisten können und wobei ihr noch Hilfe braucht. Größere Künstler gründen häufig eigene Labels – das sind aber fast immer Joint Ventures mit Major Labels. Verträge sind zwar komplexer geworden, da jeder Teilbereich einzeln verdealt und jede Struktur nach eigenem Gusto gebaut werden kann – doch die Möglichkeiten sind dadurch auch beinahe unbegrenzt.

Spotify will stärker gegen manipulierte Streams vorgehen

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie Spotify die Künstler*innen mit legitimen Streams schützen will
  • Was die Konsequenzen sind, wenn man Streams manipuliert
  • Wie iGroove bei Verdacht auf Betrug vorgeht

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, dass man mit manipulierten Streams nicht nur allen Künstler*innen, die auf Betrug verzichten, schadet, sondern häufig auch sich selbst. Ebenso haben wir bereits kritisch hinterfragt, ob Spotify und andere DSPs wirklich konsequent genug gegen Bot-Streams und andere Betrugsmethoden vorgehen. Spotify hat nun zumindest kommuniziert, die Schraube nochmals anzuziehen.

Trotz regelmäßigen Warnungen aus der Industrie, greifen noch immer viele Künstler*innen auf Angebote zurück, die einen schnellen Boost der Streamingzahlen versprechen. Spotify stellt klar: „Wir haben ein großes Team von Entwickler*innen, die daran arbeiten, manipulierte Streaming-Aktivitäten auf Spotify zu erkennen, einzuschränken und zu entfernen, damit wir Künstler*innen und ihre legitimen Streams schützen können.“

Sollte Spotify manipulierte Streams erkennen, kann dies dazu führen, dass Auszahlungen zurückgehalten, Streamingzahlen korrigiert, Chartpositionen angepasst oder sogar die Musik von Spotify entfernt wird. Wird die Musik entfernt, erhält dein Vertrieb eine Benachrichtigung und der Artist erhält die Möglichkeit zu beweisen, dass die Streams auf legalem Weg zustande kamen, was jedoch in den wenigsten Fällen gelingt.

Spotify weist in dem Video auch darauf hin, dass man seine Zahlen bei Spotify for Artists im Auge behalten soll, wenn man eine Promotion gebucht hat. Wie man fake Streams erkennt, haben wir in diesem Artikel bereits detailliert dargelegt.

iGroove überwacht die Streamingzahlen seiner Künstler*innen täglich und versendet eine Warnung, sobald die Zahlen verdächtig erschienen, damit die Promotion frühzeitig abgebrochen werden kann.

Da Spotify teilweise sehr rigoros vorgeht und die Streams korrigiert oder die Musik entfernt ohne vorherige Warnung, ergibt sich ein anderes Problem: Man kann manipulierte Streams natürlich auch für andere Künstler*innen kaufen, um deren Karrieren zu schaden. Wie Spotify und andere DSPs in solchen Fällen vorgehen wollen, ist bislang noch unklar.

TikTok erobert Europa

Was du im Beitrag erfährst:
  • TikTok knackt die Marke von 1 Milliarde monatlicher Nutzer*innen
  • Dies nicht zuletzt aufgrund des enormen Wachstums in Europa
  • Wie TikTok das Onlineshopping revolutionieren könnte

Wie läuft‘s bei TikTok?

TikTok gilt mittlerweile als relevanteste Promotionplattform für Musiker*innen weltweit. Die rapide Konsumierbarkeit der Inhalte, der präzise Algorithmus und die zahlreichen Tools und Funktionen bieten die Möglichkeit, auch ohne große Fanbase enorme Reichweiten zu erzielen. Das zahlt sich aus: TikTok wächst rasant! Es kommen regelmäßig neue Features hinzu und auch die blanken Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.  

Eine Milliarde monatliche Nutzer

Im Juli erreichte TikTok einen Meilenstein: Eine Milliarde monatliche Nutzer*innen weltweit. Diese Marke wurde viel schneller durchbrochen als es bei Konkurrenten wie Instagram jemals der Fall war. Dies geht vor allem auf das extrem schnelle Wachstum des letzten Jahres zurück. Im Rahmen eines Rechtsstreits mit der US-Regierung wurde im Juli 2020 bekannt, dass es zu diesem Zeitpunkt 689.174.209 monatlich aktive Nutzer*innen gegeben habe. In einem Jahr ist die Plattform also um sagenhafte 45% gewachsen.

Mehr Watchtime als YouTube

Doch es geht nicht nur um Nutzer*innen. Einer der wichtigsten KPIs für Videoplattformen aller Art ist die Nutzungsdauer – und hier legt TikTok richtig los. Mittlerweile hat die App des chinesischen Megakonzerns ByteDance in dieser Hinsicht sogar den ewigen Platzhirsch YouTube überholt.
Durchschnittliche TikTok-User*innen konsumieren im Monat über 24 Stunden Content auf der Plattform. Auf YouTube sind es nur 22 Stunden und 40 Minuten. Durch die über zwei Milliarden monatlichen YouTube-Nutzer*innen kommt dadurch natürlich insgesamt immer noch deutlich mehr kumulierte Watchtime bei heraus – ein Trend ist aber klar erkennbar.

Der europäische Markt

Besonders in den europäischen Markt investiert TikTok zurzeit immense Summen. Doch es scheint sich auszuzahlen: Im Jahr 2020 stiegen die in Europa generierten Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um sagenhafte 545% – von knapp 22,9 Millionen Euro im Jahr 2019 auf satte 147,79 Millionen Euro. Auf der anderen Seite stehen allerdings auch horrende Ausgaben: Die Unkosten beliefen sich 2020 auf 557,55 Millionen Euro – 442% mehr als 2019. Das liegt nicht zuletzt an den über 1.000 neuen Mitarbeiter*innen, in die TikTok in Europa eingestellt hat.

Shopping auf TikTok

TikTok investiert aggressiv in die eigene Zukunft. Damit die Umsätze irgendwann die Unkosten überflügeln, will man aber nicht nur weitere User*innen generieren, sondern auch neue Monetarisierungsmethoden anzapfen. Dafür arbeitet TikTok mit der E-Commerce-Plattform Shopify zusammen. In den USA, Kanada und Großbritannien wurde das Shopping-Feature bereits ausgerollt. Dort kann man in der App Produktkataloge von Shopify-Verkäufer*innen durchstöbern und gezielt Produkte, die man gerade noch in einem Clip gesehen hat, unmittelbar erwerben.

Wie geht’s weiter bei TikTok?

TikTok wächst rasant, baut seine Features immer weiter aus und könnte mit der Implementierung von Shopify womöglich das Onlineshopping revolutionieren und gigantische Umsätze erzeugen. Die enormen Verluste, die TikTok verzeichnet, sind in der Aufbauphase eines Unternehmens in dieser Größenordnung nicht unüblich und deuten auf ein künftig noch rapideres Wachstum hin. Es handelt sich schließlich um gezielte Investitionen. Es gibt ohnehin noch zahlreiche Märkte für TikTok zu erschließen – doch jetzt scheint der Fokus vorerst auf Europa zu liegen.

Neues aus der Welt der Spotify Playlisten

Was du im Beitrag erfährst:
  • Was die neuen Features Enhance und Blend bieten
  • Spotify öffnet den Release Radar für Werbung
  • Wieso es Ärger gibt im Playlist-Paradies

Playlisten gehören für Künstler*innen, Konsument*innen wie auch für Spotify selbst zu einem der wichtigsten Features der Plattform. Entsprechend will Spotify diese auch kontinuierlich optimieren und neue Möglichkeiten einbauen. Einige der neusten Entwicklungen haben wir für dich zusammengefasst.

Enhance

Wer selbst Playlisten erstellt, kennt sicherlich bereits die Empfehlungen seitens Spotify, die am Ende der Playlist aufgeführt sind. Dieses Feature haben sie nun ausgeweitet und zwar mit dem «Ergänzen» Button, der zuoberst bei jeder von dir erstellen Playlist ersichtlich ist. Klickt man den Button, fügt Spotify automatisch Songs zur Playlist hinzu, die ihrer Meinung nach passen. Nach jeweils zwei Tracks werden vorgeschlagene Songs eingefügt, pro Playlist maximal 30. Mit dem + kann man diese definitiv zur Playlist hinzufügen und natürlich lässt sich das Feature auch einfach wieder ausschalten, so dass die Playlist wieder so ist wie zuvor.

Spotify Blend

Blend erstellt eine Playlist basierend auf dem Musikgeschmack zweier Hörer*innen. Dazu muss man eine/n Freund*in einladen und Spotify erstellt dann basierend auf dem Hörverhalten beider Personen einen Mix. Zudem wird ein Score erstellt, der anzeigt, wie ähnlich der Musikgeschmack der beiden ist. Es ist auch ersichtlich, welcher Song aufgrund von wessen Geschmack in die Playlist aufgenommen wurde.

Auch für Künstler*innen ist dies eine nette Spielerei und gut geeignet für lockeren Social-Media-Content. So können etwa Bandmitglieder ihren Musikgeschmack vergleichen, man kann mit befreundeten Artists oder der Band, mit der man demnächst auftritt einen Blend erstellen oder natürlich auch Fans die Möglichkeit geben ihren Musikgeschmack mit deinem zu vergleichen.

Release Radar

Der Release Radar feiert dieses Jahr seinen fünften Geburtstag und blickt zurück auf 16 Milliarden Streams, die durch ihn generiert wurden. Damit gehört er zu den drei beliebtesten personalisierten Playlisten. Der Release Radar ist nun die dritte personalisierte Playlist (nach Discover Weekly und On Repeat), die Spotify für gesponserten Content von Firmen öffnet. Die Werbeeinblendungen werden jedoch nur Konsument*innen zu hören bekommen, die Spotify Free nutzen.

Es gibt jedoch auch Ärger im Playlist-Paradies. TechCrunch berichtete von diversen Kuratoren, deren Playlisten wegen Missbrauchs entfernt wurden. User*innen haben die Möglichkeit Playlisten wegen sexistischen, gewaltverherrlichenden, betrügerischen oder hasserfüllten Inhalten zu melden. Das ist natürlich absolut richtig und wichtig, das Problem ist jedoch:  sobald eine solche Meldung eintrifft, entfernt Spotify ohne weitere Prüfung die Metadaten der Playlist wie Titel, Beschreibung oder das Titelbild. Spotify gelobt Besserung, was auch dringend nötig ist, da man sonst viel zu leicht einen Rivalen anschwärzen kann.

Was kann man als Musiker*in aus der Pandemie lernen?

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wieso man mehrere finanzielle Standbeine benötigt
  • Wieso es wichtig ist sich mit neuen Technologien und Entwicklungen zu beschäftigen
  • Wieso „weiter wie vor der Pandemie“ keine Option ist

Beinahe zwei Jahre begleitet uns die Pandemie nun bereits. Für Musiker*innen bedeutet dies in den meisten Fällen niedrigere Einnahmen, häufig eine steigende psychische Belastung und oft wohl auch das Gefühl, dass die Wertschätzung für die (eigene) Kunst nicht so groß ist, wie vielleicht erhofft. Manch einer wird zudem den Glauben an die Unterstützung seitens der Politik verloren haben. Doch was nimmt man sonst noch mit aus dieser Ausnahmesituation – allenfalls sogar positives?

Streaming alleine reicht nicht

Die wenigsten Künstler können alleine von ihre Streaming-Einnahmen leben. Dies ist zwar keine neue Erkenntnis, dieser Fakt ließ sich vor der Pandemie jedoch leichter ignorieren.

Nur eine Einnahmequelle reicht nicht

Sich als Musiker*in auf einen Einnahmezweig zu verlassen, kann lange gut gehen, sich dann aber plötzlich rächen. Hat man sich gänzlich auf die Einnahmen von Konzerten verlassen, saß man während der Pandemie plötzlich auf dem Trockenen. Als Künstler*in sollte man daher immer mehrere Standbeine aufbauen, so dass die Einnahmen nicht komplett zusammenfallen, wenn eines davon wegbricht.

Offenheit für Neues

Mehrere Standbeine bedeutet Offenheit gegenüber neuen Technologien und Einnahmequellen. Livestreaming kann eine Alternative oder zumindest Ergänzung zu Konzerten sein, ins Thema NFTs sollte man sich zumindest einlesen, im Bereich Crowdfunding gibt es immer mehr Alternativen oder vielleicht bessert man sein Einkommen auf in dem seine Musik bei TikTok viral geht oder in Videogames verwendet wird. Nicht alles passt zu jedem, aber für jeden gibt es Möglichkeiten, denen man sich nicht verschließen sollte.

Bleibt flexibel und auf dem Laufenden

Um überhaupt im Bilde zu sein über diese neuen Entwicklungen, sollten sich Musiker*innen oder zumindest deren Managements intensiv mit den Veränderungen der Musikbranche auseinandersetzen. Ebenso gilt es flexibel zu sein, sodass man schnell auf eine Entwicklung reagieren kann. Wie auch bei musikalischen Trends ist es besser früh dabei zu sein anstatt erst völlig verspätet zu versuchen auf den Zug aufzuspringen.

Nicht einfach weiter wie zuvor

Wenn die Pandemie irgendwann doch endlich ein Ende findet, sollte man nicht einfach dort weitermachen, wo man 2019 aufgehört hat. Viele neue Möglichkeiten, die sich während der Pandemie ergeben haben, werden auch Post-Corona weiterbestehen. Die Welt und auch die Musikindustrie ist nicht mehr dieselbe wie vorher, dem muss man Rechnung tragen.

Die Musiker*innen leiden – die Industrie wächst

Während viele Künstler*innen schwere Zeiten durchleben oder sogar zu ihrem Brotjob zurückkehren, schreiben viele Firmen in der Musikbranche Rekordumsätze und Musik-Start-Ups sammeln Millionenbeträge ein. Vereinfacht gesagt: Der Industrie geht es prächtig, während die Musiker*innen, ohne die es diese Industrie gar nicht gäbe, seit zwei Jahren im Krisenmodus sind. Ähnlich wie bei der Politik muss nun jede*r für sich entscheiden, ob man dies einfach hinnehmen oder sich für eine Veränderung engagieren will.

Spotify an der Börse – Was machen die da eigentlich?

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wieso die Spotify-Aktie trotz Verlusten so hoch bewertet wird
  • Aus welchem Grund Spotify eigene Aktien zurückkauft
  • Wieso Musiker*innen davon kaum profitieren

Wie ist die Lage bei Spotify?

Musikstreaming ist ein hart umkämpftes Geschäft. Zahlreiche Anbieter mischen mittlerweile mit – und das, obwohl der Markt bereits aus allen Nähten platzt. Unumstrittener Marktführer ist Spotify mit im 44% des weltweiten Marktanteils im ersten Quartal 2021. Mit 18% steht Apple Music auf Platz 2. In Deutschland wie auch in den USA macht Musikstreaming gut 80% der gesamten Industrieumsätze aus. Es läuft also ziemlich gut für diesen mittlerweile fest etablierten, aber dennoch recht jungen Wachstumsmarkt.

Der Börsengang

Dieses enorme Wachstumspotential ist natürlich auch den Investor*innen nicht entgangen. Beim Börsengang 2018 übertraf Spotify alle Erwartungen. Der angesetzte Referenzpreis von 132 Dollar lag drei Stunden nach Börsengang bei 165,90 Dollar. Heute kostet eine Aktie mit Schwankungen knapp zwischen 230 und 240 Dollar, also knapp 200 Euro. Die damalige Bewertung von 23 Milliarden Dollar steht heute neben einer Marktkapitalisierung von 43,21 Milliarden Dollar. Spotify wächst also rasant.

Die Bilanzen

Diese Börsenbewertungen haben allerdings wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun. Tatsächlich hatte Spotify im zweiten Quartal 2021 Verluste von 20 Mio Euro zu verzeichnen. In der Firmengeschichte gab es überhaupt erst fünf Quartale, in denen schwarze Zahlen geschrieben wurden. Ansonsten waren Spotifys Bilanzen stets defizitär. Investor*innen sehen also das Zukunftspotenzial der Firma. So ähnlich lief es übrigens auch bei Netflix, deren Gewinne mittlerweile konstant steigen.

Der Aktienrückkauf

Fürs dritte Quartal diesen Jahres plant Spotify allerdings große Investments – in eigene Wertpapiere. Der schwedische Konzern will eigene Aktien im Wert von einer Milliarde Dollar zurückkaufen. Man glaubt also weiterhin ans eigene Wachstum und will so gut es geht davon profitieren. Durch die eigene Nachfrage wird natürlich auch ein positiver Impuls gesetzt, der den Kurs weiter steigen lassen dürfte. Bedenkt man, dass die Aktie im Frühling bereits die 350-Dollar-Marke gestreift hatte, dürfte der Rückkauf sich also durchaus rentieren.

Die Investitionen

Doch so wirtschaftlich sinnvoll dieser Rückkauf auf lange Sicht auch sein mag: Mit einer defizitären Bilanz und derart vielen offenen Baustellen wäre die Investition an anderer Stelle womöglich sinnvoller eingesetzt gewesen. Die groß angekündigte Podcast-Offensive beispielsweise, scheint zu stocken – zumal nicht-exklusive Podcasts auf Spotify noch immer nicht monetarisiert sind. Auch die Auszahlungen an Künster*innen sind viel diskutiert. Nicht nur, dass andere Services deutlich großzügigere Revenues an die Musikschaffenden auszahlen – auch das Verteilungsmodell selbst steht in der Kritik.

Die Ausschüttung

Es gibt bei Spotify keinen festen Gegenwert für einen Stream. Stattdessen werden die Abo-Einnahmen anteilig an deren Beitrag zum gesamten Streaming-Kontingent verteilt. Große Artists profitieren enorm, während kleinere Künstler*innen nur die Krümel bekommen.

Die Börse ist schuld?

Es ist ein häufiges Problem: Die Börse verzerrt wirtschaftliche Kennzahlen. Die Kursbewertung eines Unternehmens überschattet realistische Bewertungen und Bilanzen. Statt auf kleine Renditen zu hoffen, wird eine Art Glücksspiel auf die gesamte Bewertung betrieben, wodurch der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich von seinem „Ruf“ unter Investoren abhängt. Dadurch steht Spotify unter enormem Druck – die gesamte Strategie muss auf den Aktienkurs ausgerichtet werden.

Wie geht’s weiter?

Natürlich hat der Börsengang auch Vorteile: Die Liquidität des Unternehmens ist gesichert. Künstler*innen müssen nicht um plötzlich einbrechende Revenues bangen, Projekte und Kooperationen können finanziert und die Plattform weiter ausgebaut werden. Wenn davon allerdings wenig bis nichts bei Künstler*innen und Konsument*innen ankommt, bringen all die überwältigenden Bewertungen und Erfolge denjenigen, auf die es letztlich ankommen sollte, leider überhaupt nichts.

Katalog-Migration: Wechsle in wenigen Schritten deinen Vertrieb

Was du im Beitrag erfährst:
  • Wie die Migration eines Katalogs von einem Vertrieb zum anderen abläuft
  • Worauf man dabei achten muss und wie lange dies in etwa dauert
  • Wie iGroove den manuellen Aufwand und die Fehlerquellen minimiert

Man kennt es von der Versicherung oder dem Mobilabo: Eigentlich weiß man, dass bei einem anderen Anbieter ein besseres Angebot wartet und man vermutlich Geld sparen könnte, doch der Aufwand ist einem dann doch zu groß und man bleibt beim bisherigen Anbieter. So geht es vielen Musiker*innen und Labels beim Wechsel von einem Vertrieb oder Label zu einem anderen. Viele scheuen den manuellen Aufwand und sind unsicher, ob die Streamingzahlen und Playlistplatzierungen bei einem Wechsel wirklich erhalten bleiben.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, was man bei der Migration eines Katalogs beachten muss und welche elegante Lösung iGroove entwickelt hat.

Metadaten

Wir haben schon mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig Metadaten in der Musikindustrie sind und weshalb sie die Visitenkarte der Künstler*innen darstellen. Auch bei einer Migration beginnt alles mit den Metadaten, die sicherstellen sollen, dass deine Releases trotz des Vertriebswechsels exakt wie zuvor bei den DSPs aufgeführt sind und deine Fans die Migration gar nicht erst bemerken.

Als erstes musst du also alle Metadaten der Releases deines Katalogs zusammenstellen. Diese findest du im System deines Vertriebs (mit etwas Glück haben sie sogar eine Funktion für deren Export) oder du erhältst sie von deinem Label.

Nach dem Export bei deinem alten Vertrieb müssen alle Metadaten nun beim neuen Vertrieb manuell für jedes Release erfasst werden.

Unter Metadaten verstehen wir unter anderem:

  • Release- und Songnamen
  • Songlänge
  • Künstlernamen / Angaben zu Features etc.
  • Komponisten, Textautoren etc.
  • EAN
  • ISRCs

Zusätzlich müssen natürlich auch die WAV-Files aller Veröffentlichungen erneut hochgeladen werden und damit die Releases auch sicher in den richtigen Profilen landen, die Artist IDs von Spotify und Apple Music eingefügt werden (sofern dein Vertrieb diese Option anbietet). Erst wenn alle diese Informationen hinterlegt sind, kann dein neuer Vertrieb die Releases an die verschiedenen Stores ausliefern.

Auslieferung und Takedown

Womöglich nimmt dein neuer Vertrieb bereits im Vorfeld mit den DSPs Kontakt auf, um die Migration des Katalogs anzukünden. Sobald du alle Daten erfasst hast, werden diese von deinem neuen Vertrieb an die Stores übermittelt. Rund ein, zwei Tage nach der Übermittlung prüft dein Vertrieb, ob alle Releases erfolgreich und korrekt angekommen sind. Bei Spotify muss zusätzlich gecheckt werden, ob die Streamingzahlen richtig übernommen wurden. Falls dies nicht der Fall ist, wird dein neuer Vertrieb mit Spotify in Kontakt treten und checken, wieso diese nicht übernommen wurden.

Erst wenn alles geprüft und für korrekt befunden wurde, wird der Takedown beim alten Vertrieb in Auftrag gegeben. Dies führt dazu, dass deine Releases für kurze Zeit doppelt bei den Plattformen verfügbar sind. Dies jedoch meist nur für rund 2-3 Tage, sofern dein alter Vertrieb umgehend den Takedown auslöst. Damit die Releases nicht zu lange doppelt verfügbar sind, ist es sinnvoll bereits im Vorfeld mit dem bisherigen Vertrieb Kontakt aufzunehmen, um sich über den Ablauf zu informieren und den bevorstehenden Takedown anzukünden.

Läuft alles reibungslos, nimmt eine Katalogmigration in etwa eine Woche in Anspruch. Da aber viele verschiedene Parteien involviert sind (Künstler*innen, neuer und alter Vertrieb, diverse Stores), kann es gelegentlich zu Verzögerungen kommen.

Die Lösung von iGroove

Immer mehr Künstler*innen wechseln mit ihren Katalogen zu iGroove und um allfällige Fehlerquellen, Verzögerungen und auch den manuellen Aufwand für uns zu minimieren, haben wir die Katalog-Migration-Engine entwickelt. Diese basiert auf den folgenden Komponenten:

Release Importer

Anstatt die Metadaten mühsam zusammenzutragen, übernimmt der Release Importer diese Arbeit. Dies in dem er alle wichtigen Daten automatisch von den verschiedenen Music Stores zusammensucht und direkt in deinen Account importiert. Dafür benötigen wir von dir einzig eine Liste mit den EAN Codes deiner Releases.

Sobald der Release Importer alles zusammengetragen hat, musst du nur noch die Audio Files hochladen und deine Releases sind fertig erfasst.

Warst du bei einem der großen Vertriebe bieten wir Alternativ die Möglichkeit, die von dort exportierten Daten im Handrumdrehen zu importieren, inklusive der WAV-Files.

Metadaten Validierung

Falls die Daten direkt angeliefert wurden, prüft unser System selbständig, ob alle angegebenen Metadaten (z.B. Komponisten, Textautoren, Infos zu expliziten Inhalten etc.) mit den aktuellen Daten bei den Music Stores übereinstimmen. Werden Abweichungen erkannt, wird automatisch ein Ticket erstellt und von unserem Team bearbeitet. Allenfalls kommt es zu einer Rücksprache mit den Kund*innen, um die Differenzen möglichst schnell zu bereinigen.

Ebenfalls wird geprüft, ob die hochgeladenen Audiofiles von der Länge her identisch sind mit den aktuell bei den Stores verfügbaren Songs. Dies ist wichtig für die Übernahme der Streamingzahlen, da dafür verlangt wird, dass die Audiofiles identisch sind. Erkennt das System eine Abweichung fragen wir bei den Kund*innen nach, ob allenfalls beim Upload ein Fehler passiert ist (z.B. zwei Tracks verwechselt).

Vervollständigung der Artist IDs

Die Artist IDs garantieren, dass die Releases (auch die zukünftigen) in den richtigen Künstlerprofilen bei Spotify und Apple Music landen. Da das Heraussuchen und Hinterlegen aller IDs eines ganzen Katalogs sehr zeitaufwändig sein kann, übernimmt unser System diese Aufgabe für unsere Kund*innen.

Übermittlung an die Music Stores

Sobald alle Metadaten korrekt erfasst und die Audiofiles hochgeladen sind, übermittelt unser System die Releases mit hyperspeed an die ausgewählten Music Stores und überprüft automatisch, ob diese angekommen sind. Damit die Künstler*innen jederzeit auf dem neusten Stand sind, haben wir ein Dashboard kreiert, wo der Status in Echtzeit mitverfolg werden kann. Kommt es bei einer Übermittlung zu einem Fehler (z.B. ein Verbindungsproblem), wird dies von unserem System automatisch erkannt und der Prozess wird eine Stunde später erneut gestartet.

Überprüfung der Streamingzahlen

Vor der Übermittlung speichert unser System die aktuellen Streamingzahlen jedes einzelnen Songs des Katalogs bei Spotify. Sobald die Releases an Spotify übermittelt wurden, gleicht unser System die Zahlen ab und validiert, dass diese korrekt übernommen wurden. Auch diese Überprüfung können die Künstler*innen in Echtzeit mitverfolgen und sie sehen somit jederzeit, bei welchen Releases die Streamingzahlen bereits vollständig übernommen wurden. Somit ist garantiert, dass die Streamingzahlen übernommen werden und auch alle Platzierungen in Playlisten erhalten bleiben.

Takedown Validierung

Das Dashboard zeigt den Künstler*innen, für welche Releases sie bereits den Takedown bei ihrem alten Vertrieb in Auftrag geben können. Zudem überwacht das System, ob dieser durchgeführt wurde und vor allem auch, ob wirklich alles heruntergenommen wurde. Manchmal kommt es vor, dass der alte Vertrieb z.B. nur 20 von 23 Songs löscht. Auch dies wird von unserem System erkannt. Unsere Kund*innen haben somit jederzeit den Überblick, welche Releases heruntergenommen werden können, bei welchen dies bereits geschehen ist und welche noch pendent sind.

iGroove Extra

Wie oben erwähnt, speichern wir die Spotify-Streamingzahlen jedes einzelnen Songs. Dies ermöglicht es den Künstler*innen direkt nach der Übermittlung der Releases den Takedown bei ihrem alten Vertrieb anzufordern ohne darauf zu warten, dass die Streamingzahlen übernommen wurden. Für den Fall, dass diese nicht automatisch übernommen werden, können wir Spotify einen Rapport mit den gespeicherten Daten senden, sodass diese nachträglich korrigiert werden. Dadurch wird die Dauer, für welche die Releases doppelt auf den Plattformen erhältlich sind, minimiert.

Fazit

Die Migration eines Katalogs ist zwar kein Spaziergang im Park, beachtet man einige Punkte, sind die aber auch nicht zwingend eine anstrengende Bergetappe. Ist man überzeugt, beim neuen Vertrieb bessere Konditionen zu erhalten, lohnt sich der einmalige manuelle Aufwand alleweil. Entscheidet man sich für einen Wechsel zu iGroove wird einem der Großteil der manuellen Arbeit abgenommen, viele mögliche Fehlerquellen werden eliminiert und man ist zudem immer auf dem Laufenden über den aktuellen Status der Migration.

Die Veranstaltungsbranche ist riesig und wichtig

Was du im Beitrag erfährst:
  • Welche Umsatzeinbußen die Pandemie verursachte
  • Welche Umsätze die Veranstaltungsbranche generiert
  • Wie viele Menschen in der Veranstaltungswirtschaft beschäftigt sind

Die Studie

Die Durchführung der „Zähl dazu- Studie“ wurde mit 50.200€ durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Dafür erhob die Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW) in Kooperation mit der TU Chemnitz und dem Research Institute for Exhibition and Live-Communication (RIFEL) wichtige Daten zur aktuellen Lage der Branche. Die Studie wurde von April bis Mai 2021 durchgeführt und widmet sich besonders wirtschaftlichen Faktoren.

Die Pandemie

Ein besonderes Augenmerk wurde natürlich auf die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gelegt. Mehr als die Hälfte aller Unternehmen gab an, mindestens 80% Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Knapp 90% konnten nicht mehr als die Hälfte ihrer eigentlichen Einnahmen erzielen. Gerade mal 2% der der Befragten gaben an, keine Verluste zu beklagen.

Die Umsätze

Aber um welche Summen geht es hier eigentlich? Den Erhebungen zufolge konnte der deutsche Veranstaltungssektor 2019 alleine durch seine Kernbereiche einen Umsatz von etwa 81 Milliarden Euro generieren. Einnahmen aus verwandten Wirkungskreisen wie beispielsweise von Hotels durch Übernachtungen von Veranstaltungsgästen generierte Umsätze sind dabei nicht inbegriffen. Die Wertschöpfungskette der Veranstaltungsbranche kann es also durchaus mit Wirtschaftszweigen wie beispielsweise dem Gastgewerbe aufnehmen, das 2019 99,1 Milliarden Euro umsetzen konnte.

Die Menschen

Umsätze sind aber nicht alles. Die Veranstaltungswirtschaft besteht laut Studie aus rund 243.000 Unternehmen mit über 1.1 Millionen Erwerbstätigen. Eine ganze Menge Existenzen, die mehr oder weniger am Verlauf und dem Umgang mit der Pandemie hängen. Über 128.000 dieser Unternehmen sind Kleinstunternehmen. Sie generieren also unter 22.000€ Umsatz im Jahr – viele Menschen in der Branche dürften also eher knappe Rücklagen für die Krise haben.

Der ideelle Wert

Abgesehen von enormen finanziellen Schäden für einen relevanten Wirtschaftszweig und die Existenz von über einer Million beschäftigter, darf man eines nicht vergessen: Den ideellen Wert der Branche. Neben der Wertschöpfung bringen Konzerte, Theaterstücke und andere Shows den Menschen Spaß, Erholung, Denkanstöße und so vieles mehr. Die Studie zeigt, dass der wichtigste Standort für die meisten Unternehmen das eigene Bundesland ist – dort haben sich kulturelle Epizentren gebildet. Kultur und Erholung sind mit wirtschaftlichen Kennzahlen nämlich leider nicht aufzuwiegen.

Wie geht’s weiter?

„Zähl dazu“ ist die erste Studie, die sich ausführlich mit der aktuellen Situation der Veranstaltungswirtschaft befasst. Als Schritt zur Schärfung eines besseren Branchenverständnis‘ hat die Erhebung einen unschätzbaren Wert und bildet eine Gesprächsgrundlage für die politische Kommunikation. Dass die neuen Daten den Kurs der Entscheidungsträger*innen nun schlagartig in andere Bahnen lenken, darf allerdings bezweifelt werden.