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Medienartikel

Schweizer Firma verkauft Songs per SMS (Artikel 20 Min. 03.03.2016)

März 3, 2016

Mit Musik Geld zu verdienen ist in der Schweiz schwierig.

Ein junges Schweizer Unternehmen bietet Künstlern nun eine neue Möglichkeit, ihre Songs zu verkaufen. Das Start-up iGroove macht sich daran, den Schweizer Musikmarkt umzukrempeln. Mit einer simplen Idee: Musik per SMS verkaufen. Nach der Bezahlung erhält der Käufer einen Download-Link, wo er das Lied oder Album herunterladen kann. Der Kaufbetrag wird danach per Handyrechnung belastet.

In Zeiten von Spotify und iTunes hört sich Musikkauf per SMS etwas altmodisch an. Das sei es aber nicht, sagt Dennis Hausammann, CEO und Mitbegründer von iGroove, zu 20 Minuten. «SMS sind der bequemste Weg, um Musik zu kaufen. Es muss kein Konto eröffnet werden und es braucht auch keine Kreditkarte wie bei anderen Plattformen.» Zwar kann auf iGroove auch mit anderen Zahlungsarten wie Kreditkarten bezahlt werden, 80 Prozent der Käufe würden aber über SMS abgewickelt, sagt Hausammann.

«Einfachheit macht Erfolg aus.»

iGroove mit Sitz im Kanton Schwyz hat Hausammann 2013 zusammen mit Moris Marchionna und Géraldine Allemann gegründet. Die Plattform startete Anfang 2015 und setzt laut eigenen Angaben inzwischen gegen 40000 Franken pro Monat um. Laut den Machern ist iGroove auch schon profitabel. «Die Einfachheit macht den Erfolg aus», ist Hausammann überzeugt.

Rund 2500 Künstler – vorwiegend Schweizer – bieten auf der Plattform ihre Musik an. Die Palette reicht von Rap bis Schlager. Für die Musiker ist vor allem das Vergütungssystem interessant: Die Interpreten, beziehungsweise ihre Labels, erhalten bei Verkäufen über iGroove 92 Prozent der Erlöse – deutlich mehr als bei anderen Download-Plattformen wie etwa iTunes, wo es rund 70 Prozent sind.

Die Preise auf iGroove sind zudem Mindestbeträge, die durch die Künstler festgelegt werden. Wer also einen Musiker zusätzlich unterstützen möchte, kann mehr bezahlen. Rund 15 Prozent der Käufer würden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, erklärt Hausammann.

Expansion nach Deutschland

Die SMS-Verkäufe haben auch schon Musikern zu einer Chart-Platzierung verholfen. Im vergangenen Jahr etwa stieg der damals noch weitgehend unbekannte Zürcher Rapper Xen direkt auf dem zweiten Platz in der Schweizer Hitparade ein. «Vor allem für kleinere Künstler ohne Label im Rücken ist iGroove eine interessante Plattform», sagt Singer/Songwriter Christoph Trummer, der zudem Präsident des Vereins Musikschaffende Schweiz ist. Der Grund dafür ist, dass iGroove die Songs auch über die grossen Kanäle wie iTunes oder Spotify vertreibt.

Für dieses Jahr plant iGroove, nach Deutschland zu expandieren. Daneben will die Firma künftig auch vermehrt auf Label-Services setzen. «Musiker haben heute dank Social Media die Möglichkeit, sich selbst zu vermarkten», erklärt Hausammann. Trotzdem brauche es für gewisse Dinge ein professionelles Team im Hintergrund. Solche Dienste, die sonst von einem Label übernommen werden, bietet iGroove an. «Die Musiker bezahlen diesen Service aber nicht über die Gesamteinnahmen wie bei einem Label, sondern sie bezahlen nur die Leistungen, die sie effektiv benötigen», sagtHausammann.

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