iGroove Blog — Know-how für Musiker.
Know-how für Musiker  

Wie zählen Streams für die Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Wir erklären dir anhand konkreter Beispiele, wie Streams für die Charts gezählt werden.

Dezember 21, 2020

Dass die Streams seit einigen Jahren für die Charts zählen, ist hinlänglich bekannt. Für die meisten dürfte jedoch nicht ganz klar sein, wie genau die Streams zu den physischen und digitalen Verkäufen hinzugezählt werden. Wir begannen deshalb zu recherchieren und merkten bald, dass die ganze Sache ziemlich komplex ist. Deshalb griffen wir zum Hörer und holten uns die fehlenden Infos bei der GfK, welche in den deutschsprachigen Ländern die Charts erhebt. Hier gibt es alle Infos auf einen Blick – haltet schon mal den Taschenrechner bereit!

Deutschland

In Deutschland berechnen sich die Charts bekanntlich nicht nach der Anzahl verkaufter Einheiten, sondern es werden sogenannte Wertecharts erhoben. Dies gilt seit 2007 und seit 2014 zählen Streams zu den Single- und seit 2016 auch zu den Albumcharts. Gezählt werden einzig Streams von Kunden mit einem Premiumabo, also einem kostenpflichtigen Abonemment, und zudem muss ein Song mehr als 30 Sekunden gehört worden sein.

Singles

Der Betrag bei den Singles wird folgendermaßen berechnet:

Anzahl Streams des Songs x Wert pro Stream in Euro

Der „Wert pro Stream in Euro“ errechnet sich so:

Anzahl Premium Accounts x Durchschnittlicher Wert eines Premium-Abos / Anzahl der durch Premium Nutzer getätigte Streams

Wie hoch dieser „Wert pro Stream in Euro“ ist, wird regelmäßig neu berechnet, die Zahl wird jedoch nicht kommuniziert. Daher nur so viel: sie hat einige Nullen hinter dem Komma.

Erwähnenswert ist auch noch, dass für die Singlecharts nur Songs zählen, die effektiv als Singles erschienen sind sowie der sogenannte Fokustrack. Bei einem Album wird in den ersten beiden Chartwochen nach Release ausschließlich der Fokustrack, also der meistgestreamte Song des Albums der nicht schon als Single erschien, für die Singlecharts berücksichtigt. Alle anderen Tracks des Albums werden von den Singlecharts ausgeschlossen.

Alben

Damit ein Album für die Charts gewertet wird, müssen mindestens sechs Tracks des Albums gestreamt worden sein. Zudem zählen immer nur die 12 meistgestreamten Tracks eines Albums. Die beiden Songs mit den meisten Streams werden jedoch nicht mit den tatsächlich erzielten Streams berücksichtigt, sondern fließen mit der durchschnittlichen Menge der zehn folgenden Tracks in die Bewertung ein.

Man berechnet es also so:

Summe aller Streams Track 3 bis 12 x 12 / 10. Dieser Betrag wird dann wie bei den Singles mit dem „Wert pro Stream in Euro“ multipliziert.

Hier die Berechnung anhand eines konkreten Beispiels. Angenommen ein Album hat 14 Tracks:

2 Songs haben 1 Million Streams
3 Songs haben 500k Streams
9 Songs haben 250k Streams
Total: 5,75 Millionen Streams

Gezählt werden nun also die die 3 Songs mit 500k Streams plus 7 der Songs mit 250k Streams. Die beiden Songs mit einer Million Streams, die vermutlich bereits als Single veröffentlicht wurden, werden auf den Durschnitt der anderen 10 Songs heruntergerechnet.

Man rechnet also

2 x 500.000 + 7 x 250.000 = 2,75 Million

Diese 2,75 Million multipliziert man mit 12 und teilt das Ergebnis durch 10. Dies ergibt 3,3 Millionen Streams. Nur diese 3,3 Millionen sind chartrelevant und nicht die 5,75 Millionen Streams, welche das Album eigentlich hat.

Schweiz

Seit 2014 zählen Streams zu den Single- und seit 2018 auch zu den Albumcharts. Zu welchem Wert die Streams zu den Downloads und physischen Verkäufen dazugezählt werden, wird jährlich ein bis zwei Mal geprüft. Aktuell gelten 285 Streams als ein Verkauf. Gezählt werden ausschließlich Premium Streams, die mehr als 30 Sekunden gehört wurden.

Singles

Bei der Single-Hitparade ist die Berechnung relativ einfach. Man dividiert die Anzahl Premium Streams durch 285. Bei 100.000 Streams sind dies also beispielsweise 350 Verkäufe.

Alben

Etwas komplexer ist es bei den Albumcharts. Dort werden die drei meistgestreamten Titel auf den Durchschnitt der restlichen Songs heruntergestuft. Nehmen wir ein konkretes Beispiel eines Albums mit 14 Tracks:

2 Songs haben 100.000 Streams
3 Songs haben 50.000 Streams
9 Songs haben 25.000 Streams
Total: 575.000 Streams

Man lässt also die beiden Songs mit 100.000 Streams sowie einen mit 50.000 weg und berechnet den Schnitt der restlichen 11 Tracks. Dies ergibt 29’545 Streams (325.000 / 11), die nun für die drei meistgestreamten Songs gelten.

Nun zählt man die 325.000 Streams der 11 Songs zusammen mit dem Durchschnittswert der drei Top Songs (3 x 29’545). Dies ergibt 413.635 Streams die für die Charts relevant sind und nicht die eigentlichen 575.000.

Die 413.635 Streams dividiert man nun durch 10 (allgemeine durchschnittliche Anzahl Titel pro Album) und schließlich noch durch die 285. Somit erhält man 145 Verkäufe, die für die Charts zählen.

Österreich

In Österreich zählen Streams seit 2015 für die Single- und seit 2017 auch für die Albumcharts. Auch hier zählen nur Streams von Premium Nutzern, die mehr als 30 Sekunden gehört wurden.

Singles

Gegenwärtig zählen 100 Streams als ein Verkauf. Hat man also z.B. 100.000 Streams wird dies als 1.000 Verkäufe gerechnet.

Es werden zudem nur maximal die drei meistgestreamten Songs eines Albums für die Singlecharts berücksichtigt.

Alben

Bei den Alben zählen 1.000 Premium-Streams als ein Verkauf. Die Voraussetzung ist, dass mindestens sechs Songs eines Albums gestreamt wurden.

Jedoch werden auch hier nicht alle Songs des Albums berücksichtigt. Gezählt werden nur die am dritt- bis zwölfmeisten gestreamten Songs eines Albums. Die beiden meistgestreamten Tracks fallen aus der Wertung, diese werden jedoch für die Singlecharts berücksichtigt.

Nehmen wir wieder dasselbe Beispiel wie bei der Schweiz mit einem Album mit 14 Tracks:

2 Songs haben 100.000 Streams
3 Songs haben 50.000 Streams
9 Songs haben 25.000 Streams
Total: 575.000 Streams

Berücksichtigt werden somit nur die 3 Songs mit 50.000 Streams sowie 7 Tracks mit 25.000 Streams. Chartrelevant sind somit nur 325.000 Streams nicht die eigentlichen 575.000.

Dividiert man die 325.000 durch den Faktor 1.000 kommt man auf 325 Verkäufe, welche für die Charts zählen.

Vergleich Schweiz und Österreich

Da beide Länder in etwa gleichviele Einwohner haben, lassen sie sich gut miteinander vergleichen.

Der Vergleich zeigt klar, dass in Österreich die Streams deutlich stärker berücksichtigt werden.

Beim Beispiel mit 100.000 Streams bei einer Single sind dies in Österreich 1.000 Verkäufe in der Schweiz jedoch nur 350.

Beim Album mit 575.000 Streams ergibt dies in Österreich 325 Verkäufe während in der Schweiz in unserem Beispiel nur 145 zu den physischen Verkäufen und Downloads addiert werden.  

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Pre-Save bei Spotify & Apple Music

Mai 16, 2019

Bei Downloadshops oder physischen Produkten ist es bereits Standard, dass man das Release zur Vorbestellung bereitstellt nur schon aus dem Grund, dass man so Verkäufe für die wichtige erste Chartwoche sammeln kann. Doch wie soll dies bei den Streamingdiensten gehen, wo man die Musik ja bekanntlich nicht besitzt und somit eigentlich auch nicht vorbestellen kann? Dies funktioniert über sogenannte Pre-Saves, welche bei Spotify und Apple Music möglich sind. In diesem Blog erklären wir dir, wie diese funktionieren und welche Vorteile sie bringen.

Pre-Save bei Spotify einrichten

Kurz erklärt: Mit Pre-Save gibt man seinen Hörern die Möglichkeit, ein kommendes Release bereits vor dem Erscheinen zu speichern, so dass dieses dann am Releasetag direkt in der Bibliothek des Fans auftaucht. Anstatt also erst am Releasetag die Fans dazu zu bewegen die neue Veröffentlichung zu hören und in die Bibliothek zu speichern, hat man dank Pre-Save einen längeren Vorlauf.

Wie bei Vorverkäufen über iTunes, Amazon etc. empfehlen wir auch bei Spotify Pre-Saves genügend Vorlauf einzurechnen. Es bringt nichts eine Pre-Save Kampagne zwei Tage bevor der Song erscheint einzurichten. Die Kampagne darf also gerne zwei oder sogar mehr Wochen laufen damit du auch wirklich eine große Anzahl Pre-Saves sammeln kannst.

Um eine Spotify Pre-Save Kampagne über iGroove einzurichten, brauchst du nichts mehr als ein kommendes Release, welches bereits an Spotify ausgeliefert wurde. Pre-Save ist sowohl für Singles, EP’s wie auch Alben möglich.

Wähle am besten gleich beim Erfassen des Releases den kostenlosen Service «Spotify Pre-Order» und sobald die URI vorhanden ist, füllen wir diese in deine Link Site ein, welche du dann teilen kannst. Bitte beachte, dass es bis zu zwei Tage dauern kann ab dem Moment, wo das Release an Spotify ausgeliefert wurde bis wir dir die URI einfügen können. Diese kurze Wartezeit also bitte berücksichtigen bei deiner Planung der Kampagne.

Promote deine Pre-Save Kampagne

Der Hauptgrund für eine Pre-Save Kampagne ist natürlich, dass man ein Release bereits promoten kann bevor es bei den Streamingdiensten erhältlich ist und zwar nicht nur als Vorankündigung, sondern mit eine klaren Call to Action. Sobald du also deinen Pre-Save-Link hast, teile diesen über deine Kanäle von Social Media bis Newsletter.

Was sind meine Vorteile bei einer Pre-Save Kampagne?

Wie in diesem Blogbeitrag beschrieben, achten die Algorithmen der Streamingdienste stark darauf, wie oft ein Song gespeichert wird. Kannst du also dank einer Pre-Save Kampagne bereits viele Saves vor dem Release generieren, entgeht das natürlich auch den Algorithmen nicht.

Viele Pre-Saves erhöhen die Chance, von Spotify bei den Algorithmus Playlists berücksichtigt zu werden. Mit etwas Glück hat es sogar einen Einfluss darauf, ob dein Release in eine der offiziellen Spotify-Playlists aufgenommen wird.

Wie beschrieben interessieren sich die Algorithmen nicht nur dafür, wie viele Streams du hast, sondern auch ob die Hörer aktiv wurden und deinen Song gespeichert oder einer ihrer Playlists hinzugefügt haben. Mit Pre-Save kannst du deine Fans bereits vor Release dazu bewegen deinen Song in ihrer Bibliothek abzulegen.

Nicht zuletzt hat man natürlich auch deutlich mehr Streams am ersten Tag, als wenn man den Song erst ab dem Erscheinungsdatum promoten kann, was ein Zeichen von Erfolg ist und den Streamingdiensten auch nicht entgeht.

Pre-Add bei Apple Music

Wie erwähnt gibt es diese Pre-Save Möglichkeit auch bei Apple Music, wo sie den Namen Pre-Add trägt.

Während Pre-Save bei Spotify nicht über die Spotify-App, sondern über Drittanbieter läuft, funktioniert Pre-Add in der App von Apple Music selbst. Unter dem Menüpunkt „Bald erhältlich“ kann man nach dem gewünschten Album suchen und bei diesem dann den „Hinzufügen“ Button klicken. Das kommende Release wird auch bereits im Künstlerprofil angezeigt. Sobald das Release erhältlich ist, wird es der Library des Users hinzugefügt.

Dies funktioniert gegenwärtig nur bei Releases mit mehr als einem Song, einem Vorbestelldatum sowie mindestens einer Instant Gratification.

Hast du noch Fragen zum Thema Spotify Pre-Save?

Dann melde dich bei uns unter support@igroovemusic.com.

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YouTube Premiere: Kreiere einen Hype um dein Musikvideo

April 25, 2019

Im Idealfall ist ein Musikvideo ein Kunstwerk für sich selbst. Aber natürlich sind Videos vor allem dazu da, einen Hype rund um ein Release zu erzeugen und damit mehr Streams und Verkäufe zu generieren. Aufgrund der enormen Masse an Videos auf YouTube kann es jedoch schnell vorkommen, dass ein Video untergeht. Daher kann man froh sein, um jedes Tool, das hilft den Hype um ein Video zu erhöhen. Ein solches Tool ist YouTube Premiere.

Nachdem dieses Feature anfangs nur ausgewählten Creators mit großer Reichweite zur Verfügung stand, kann seit einigen Monaten jeder Premieren für seine Videos einrichten.

Unterdessen nutzen auch immer mehr Musiker dieses Tool – weitaus mehr wissen aber noch gar nichts von dieser Möglichkeit. Wir haben für euch alles Wissenswerte zusammengetragen.

Wie funktioniert YouTube Premiere?

Mit YouTube Premiere kannst du ab einem von dir gewählten Zeitpunkt an eine Landing Page generieren, auf welcher die Premiere deines Videos am definierten Datum stattfinden wird. YouTube sieht es so, dass der Künstler und seine Community zum Zeitpunkt X zusammengekommen als wären sie gemeinsam im Kino: It’s as if a creator’s entire community is in one theater together watching their latest upload.”

Wie bei einem Live Streams sehen die Zuschauer den Clip in der Abobox (wenn sie dir followen) und können sich eine Erinnerung einrichten. Wenn sie die Erinnerung eingestellt haben, werden sie außerdem 30 Minuten vor der Premiere des Clips nochmals erinnert. Eine weitere Erinnerung erfolgt beim Start des Countdowns 2 Minuten vor der Premiere.

Außerdem können die User vor und während der Premiere miteinander chatten und man hat somit als Künstler die Möglichkeit, direkte Feedbacks einzuholen. Zwei Minuten vor der Premiere beginnt dann der Countdown und sobald die Premiere vorbei ist, steht das Video ganz normal zur Verfügung (die URL bleibt dabei dieselbe!).

Und so richtest du deine Premiere ein (das Aufsetzen der Premiere geht nur am Computer, angeschaut werden kann es aber selbstverständlich auf allen Geräten):

  • Lade ein Video hoch und wähle im Drop-down Menü «Geplant».
  • Aktiviere die Premiere und definiere an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit diese stattfinden soll. Wenn du nicht willst, dass die Landing Page ab sofort ersichtlich ist, kannst du auch definieren, wann diese aufgeschaltet werden soll.
  • Sobald der Upload fertig ist, klicke oben recht auf Premiere

Während der Premiere können die User zwar zurück- aber nicht vorwärtsspulen. Alle User sind also exakt auf demselben Stand. Vor und während der Premiere können sie sich im Livechat und sofern vorhanden über Super Chat austauschen.

Alle Views der Premiere werden anschließend auf das Video übertragen. Auch die während der Premiere abgegebenen Kommentare bleiben auf dem Video. Mit der Premiere-Funktion geht also nichts verloren. Detailliertere Informationen zum Aufsetzen einer Premiere findest du im Video unten sowie hier.

Was für Vorteile habe ich durch YouTube Premiere?

Dank der von YouTube generierten Landing Page, kann man ab dem Moment des Uploads das Video bzw. dessen Premiere bewerben und nicht erst dann, wenn der Clip effektiv schon erschienen ist. Ziel soll es also sein einen Hype zu generieren und die Vorfreude zu steigern. Teilt dafür den Link zur Landing Page auf allen Kanälen, mit einem Newsletter etc..

Im Idealfall erhält man auch noch weitere Subscriber, da diese unbedingt an die nächste Premiere erinnert werden wollen, was als Follower deutlich einfacher geht.

Schließlich ist der Chat ein weiteres Mittel, um mit der Fangemeinde direkt in Kontakt zu treten. Die Premiere also unbedingt so legen, dass ihr auch tatsächlich Zeit habt und mit den anderen Viewern in Kontakt treten könnt!

Können YouTube Premieren monetarisiert werden?

Ja und somit sind wir auch gleich bei einem weiteren Vorteil angelangt. Gemäß YouTube soll dies sogar einer der Hauptgründe für dieses Feature gewesen sein: Die Creator der Videos sollen dank Premieren zusätzliche Einnahmequellen haben.

Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten zur Monetarisierung die aber leider, wie so oft bei YouTube, leider nicht allen zur Verfügung stehen.

Anzeigen: Wenn du bei deinem Kanal die Monetarisierung aktiviert hast, kannst du während der Premiere Pre-Roll-Anzeigen einbauen. Mid-Roll-Anzeigen sind während der Premiere nicht möglich, sobald diese abgeschlossen ist aber natürlich schon.

Super Chat: Wenn du Super Chat aktiviert hast, können deine Zuschauer dafür bezahlen, dass ihre Chatnachrichten hervorgehoben werden. Super Chat war bislang nur für Live Streams möglich und kann dank YouTube Premiere auch für „normale“ Videos eingesetzt werden.

Kanalmitgliedschaft: Wenn du die Teilnahmevoraussetzungen erfüllst, kannst du die Vorteile der Kanalmitgliedschaft nutzen, zum Beispiel einen Livechat nur für Mitglieder, benutzerdefinierte Emojis und Logos für treue Fans.

Nun hast du alle wichtigen Infos, um schon bald einen zusätzlichen Hype um dein nächstes Video aufzubauen. Natürlich sollte man sich aber gut überlegen, für welche Videos man das Premieren-Feature einsetzen will. Für ein Zwei-Minuten-Video aus dem Studio wohl eher nicht. Für deinen aufwändigen Musikclip – unbedingt! Eine Aufnahme, wie ihr besoffen im Backstage rumalbert? Wohl kaum! Eine professionelle Doku über eure letzte Tour – absolut!

Hast du noch Fragen zum Thema YouTube Premiere?

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Playlist Algorithmen: So pushst du deine Songs!

April 18, 2019

Streaming wird ohne Zweifel auch 2019 den Musikmarkt dominieren und seinen steilen Aufstieg fortsetzen (ob ähnlich steil wird sich zeigen).

Da das Streaming immer weiter an Wichtigkeit gewinnt, steigt natürlich auch die Relevanz von Playlists weiter an. Diese sollen ja schon so alles möglich ersetzt haben von Radio bis Musikjournalismus. Diese Diskussion kann man an anderer Stelle führen, sicher ist aber, dass Playlists ein fester Bestandteil des Musikeralltags geworden sind und besonders von dem der Konsumenten.

Wir werfen daher nochmals einen genauen Blick auf das Thema und zeigen euch, wie Playlisting 2019 funktioniert:

Kuratierte Playlists

Zum Thema kuratierte (also von Menschenhand erschaffene) Playlists haben wir uns in diesem Blog bereits ausführlich auseinandergesetzt.

Wichtig ist hier vor allem, dass du dich nicht einzig auf die von den Streamingdiensten selbst erstellen Playlists stürzt (welches natürlich die größten aber entsprechend auch schwierig zu knacken sind), sondern auch User-Generated-Playlists pitcht.

Algorithmus Playlists

Neben den unzähligen kuratierten Playlists gibt es auch noch die von Algorithmen zusammengestellten Playlists deren Wichtigkeit man keinesfalls unterschätzen sollte. Diese Playlists sorgen dafür, dass deine Fans dein neues Release nicht verpassen und stellen deine Musik neuen potenziellen Fans, Medien oder auch Labels vor. Nicht zuletzt sorgen die auf Algorithmen basierten Playlists sogar für mehr Streams als die kuratierten Playlists. Alleine der Release Radar soll mehr Streams generieren als jede der kuratierten Playlists von Spotify.

Worauf achten die Algorithmen?

Selbstverständlich ist dem Algorithmus die Qualität der Musik ziemlich egal. Dieser sieht einzig die Zahlen: Wie viele Leute haben den Song gestreamt, wie oft wurde er gespeichert, wie häufig wurde er zu Playlists hinzugefügt und wie viele Follower hat der Künstler. Dies sind einige der Faktoren die hier eine Rolle spielen (wie genau die Algorithmen funktionieren wird freilich nicht offengelegt von den Streamingdiensten).

Was sind Algorithmus Playlists genau?

Als Beispiel nehmen wir drei Playlists, die zumindest jeder Spotify-Nutzer kennen dürfte:

Dein Mix der Woche (Discover Weekly)

Jeden Montag stellt Spotify jedem einzelnen User eine maßgeschneiderte Liste von Songs zusammen. Die Auswahl basiert dabei auf den bisher gehörten Songs (oder denen die geskipt wurden) so wie den Songs, die Hörer mit ähnlichen Musikgeschmack gehört haben. Wenn man als Künstler in dieser Liste auftaucht, hofft man natürlich vor allem, dass der Hörer die Songs abspeichert.

Release Radar

Jeden Freitag gibt es im Release Radar bis zu zwei Stunden neue Musik zusammengestellt vom Algorithmus. Im Gegensatz zum Mix der Woche liegt der Fokus hier weniger auf der Entdeckung von neuen Künstlern, sondern auf den Neuerscheinungen der Woche. Hier findet der Hörer die neuen Releases der Künstler, denen er folgt oder die er in der Vergangenheit gehört hat, gemischt mit einigen Empfehlungen. Aus Künstlersicht ist es also wichtig, dass möglichst viele Leute dir followen, da dann das neue Release bei den Followern im Release Radar auftaucht.

Dein Mixtape

Das Mixtape basiert vor allem auf Genres und erneut auf dem, was der Hörer in der Vergangenheit gehört hat. Hat ein Hörer ein sehr differenzierten Musikgeschmack, kann er von Spotify bis zu sechs verschiedene Mixtapes präsentiert bekommen. Je regelmäßiger der User diesen Mix hört, desto öfter updated sich dieser. Aus Musikersicht ist es also wichtig, sich in seinem Genre zu etablieren. Natürlich ist die Chance in Nischengenres grösser in den Mixtapes der User zu landen, als wenn man etwa englischsprachige Popmusik macht.

Musik wird hier also zu reinen Daten mit welchen der Algorithmus rechnet und zumindest wenn man viel Musik hört (und somit viele Daten liefert), funktioniert das auch erschreckend gut. Als Musiker muss es somit das Ziel sein, das Datenmonster ebenfalls mit viel Input zu füttern.

Wie kann ich den Algorithmus beeinflussen?

Die Zeiten, wo man alle 2,3 Jahre ein Album veröffentlicht und dazwischen keinen musikalischen Output hat, sind vorbei. Man muss nicht gerade wöchentlich neue Singles rausballern, aber ein regelmäßiger Output hilft sicherlich um die Datenmaschinerie bei Laune zu halten.

Natürlich nützte aber auch der grösste Ouput nichts, wenn die Songs nicht gehört werden. Man muss sich also eine Fanbase aufbauen und dann vor allem dafür sorgen, dass diese bei den Streamingdiensten aktiv bleibt. Die Algorithmen reagieren wie gesagt darauf, wie oft ein Song in die Bibliothek gespeichert, geliked oder zu Playlists hinzugefügt wird.

Es ist daher wichtig seine Kanäle dazu zu nutzen, die Fangemeinde dazu zu animieren die Songs nicht nur zu hören, sondern auch zu speichern und zu teilen. Daher unbedingt immer die Streaminglinks über Social Media streuen.

Besonders sollte man die Fans dazu animieren, dir zu folgen (mehr dazu weiter unten). Je mehr Follower man hat, desto mehr Leute erfahren von einem neuen Release und somit gibt es auch mehr Streams, Saves und Likes.

Dem Algorithmus entgeht es nie, wenn dein Song einer Playlist hinzugefügt wird, egal ob diese Millionen Follower oder nur ganz wenige hat. In je mehr Playlists dein Song aufgenommen wurde, desto grösser ist die Chance, in eine der Algorithmus-Playlists zu gelangen. Dabei zählt nicht nur die Größe der Playlist, sondern viel mehr, wie gut dein Song in der Playlist performt. Wenn dein Song also in einer großen Playlist ist, dort aber nicht reinpasst und daher oft übersprungen wird, nützt das weniger als wenn er in einer kleinen Playlist ist, dort aber perfekt passt und somit auch gehört wird.

Wie bereits oben erwähnt: versucht in so viele relevante Playlists zu kommen wie möglich und fokussiert euch nicht nur auf die großen Playlists. Es muss nicht immer Deutschrap Brandneu sein, manchmal hilft auch die Playlist mit einigen hundert Followern, wenn dein Song dort dann auch wirklich gehört wird. Es lohnt sich also auch, die eigenen Fans zu bitten, deinen Song in ihre Playlists aufzunehmen. Um dies mit einer Zahl zu unterstreichen: 20% aller auf Spotify generierten Streams stammen aus Playlists, egal ob gross oder klein.

Wenn du deinen Song mindestens eine Woche vor dem Release pitcht, wird er deinen Followern automatisch im Release Radar angezeigt. Hier also nicht zu spät sein!

Erwarte bitte keine Wunder: es braucht Zeit, bis man auf dem Radar (pun intended) des Algorithmus auftaucht. Doch befolgt man die obigen Tipps und setzt sie konsequent um, wird sich dies mit der Zeit auszahlen. Man muss dafür auch nicht Millionen von Streams generieren, die Schwelle für «Dein Mix der Woche» soll angeblich bei humanen 20.000 Streams liegen.

Personalized Editorial Playlists

Seit kurzem testet Spotify sogenannte «Personalized Editorial Playlists». Diese sind eine Mischung aus kuratierten und von Algorithmen zusammengestellten Playlists und somit wie die Algorithmus-Playlists für jeden User einzigartig. Konkret bedeutet dies, dass das Editorial Team von Spotify die Playlist zusammenstellt und der Algorithmus dann für jeden einzelnen User, basierend auf dessen Hörverhalten, weitere Songs hinzufügt.

Das ist natürlich eine tolle Sache für die Hörer, doch wie kann ein Künstler denn nun sicher sein, dass sein Song, wenn er der Playlist hinzugefügt wird, auch jedem Fan angezeigt wird? Spotify hat da eine ziemlich elegante Lösung gefunden:

Im Spotify for Artists sieht man ja bereits jetzt, zu welchen Playlists ein Song hinzugefügt wurde. Die personalisierten Playlists werden neu mit einem blauen Button («Personalized») gekennzeichnet.

Jeder Künstler findet hier nun auch einen personalisierten Link zu dieser Playlist, den er sharen kann. Dieser Link erscheint 7 Tage ab dem Moment, wo der Song der Playlist hinzugefügt wurde.

Klickt nun ein Fan auf diesen Link, erscheint dein Song jeweils an erster Stelle der Playlist. Sobald der Link geklickt wurde, wird der Song dem jeweiligen Fan für 24 Stunden an erster Stelle angezeigt, danach rutscht er an seine eigentliche Position oder verschwindet je nach dem ganz aus der Playlist.

Wieso Playlists wichtig aber nicht alles sind

Es gibt Künstler, welche die Millionengrenze in Sachen monatlicher Hörer geknackt haben, es jedoch nur auf rund 1000 Follower bringen. Der Fall ist klar: die Streams kommen hier zu einem großen Teil von Playlistplatzierungen.

Auf der anderen Seite gibt Künstler, die haben Millionen von Streams, zehntausende Followers und sind trotzdem nie in einer großen Playlist zu finden. Auch hier ist der Fall klar: die Streams kommen von der loyalen Fanbase, die sie sich erarbeitet haben.

Was uns das zeigt: Playlists sind eine kurzfristige Angelegenheit. Ist man in einer populären Playlist, zeigt sich das schnell an den monatlichen Hörern, die je nach Playlist förmlich in die Höhe schnellen. In die entgegengesetzte Richtung geht es jedoch häufig auch, sobald der Song nicht mehr in der Playlist zu finden ist.

Es ist enorm schwierig über Playlists Fans zu gewinnen, da die Leute die Playlist hören, weil es ihrem Geschmack entspricht, es sie häufig aber nicht wirklich interessiert, von wem die Lieder überhaupt sind. Es kann also sein, dass man einige Monate tausende Euros macht nur aufgrund von Spotify-Playlists und wenn man aus der Playlist raus ist, hat man überspitzt gesagt wieder nur das Trinkgeld, dass man vor der Playlistplatzierung hatte.

Es ist also relativ einfach: durch die Platzierung in großen Playlists kann man viele Streams generieren und, zumindest kurzfristig, gutes Geld verdienen. Langfristig gesehen ist eine hohe Anzahl Follower aber deutlich wichtiger als die volatile Anzahl monatlicher Hörer. Eine Million monatliche Hörer oder eine Million Streams bedeuten leider nicht eine Million Fans.

Natürlich muss man trotzdem weiterhin versuchen seine Songs in die Playlists zu platzieren, das eine schließt das andere ja nicht aus. Man sollte aber nicht seine gesamte Energie in Playlisten investieren, da man sich bewusst sein muss, dass jedes Label, jeder Vertrieb, jeder Künstler und seine Mutter auch versucht seine Songs in die Playlisten zu bringen. Die Konkurrenz ist also riesig.

Was ist ein gesundes Verhältnis zwischen Followers und monatlichen Hörern?

Grob gesagt, sollten die Follower etwa 5% der monatlichen Hörer betragen – oder besser noch mehr. Hast du also eine Million monatliche Hörer, sollte deine Followerzahl nicht im tiefen Tausenderbereich herumdümpeln, sondern sicherlich 50‘000 oder mehr betragen.

Man kann aus der Analyse von Streaming- und Follwerzahlen eine ziemliche Wissenschaft machen, wie etwa dieser Artikel von Sam Chennault (Chartmetric) zeigt, der den Impact von Playlistplatzierungen auf Followerzahlen analysiert und auch, welchen Einfluss die Medienpräsenz des Künstlers hat.

Schlussendlich kann man es aber ganz einfach zusammenfassen: Man brauch sowohl Streams und Playlistplatzierungen, um Umsatz zu generieren aber vor allem auch Follower, um das Einkommen nachhaltig zu gestalten. Diese Fans sind es dann nämlich, die an deine Konzerte kommen und dein Merchandise kaufen.

Streaming überflügelt CDs und Downloads

Falls jemand noch daran zweifelt, dass Streaming die anderen Formen des Musikkonsums längst überrundet hat, gibt es zum Abschluss noch einige Zahlen von 2018.

Weltweit entfallen unterdessen 46,8% der Einnahmen des Musikmarktes auf das Streaming, womit es die physischen Verkäufe (25%) und besonders die Downloads (12%) deutlich hinter sich lässt. Von den 19,1 Milliarden die weltweit umgesetzt wurden, entfallen also satte 8,9 Milliarden auf das Streaming. 

Deutschland ist bekannt als Spätstarter in Sachen Streaming und tatsächlich wird noch fast die Hälfte des Umsatzes mit physischen Produkten (hauptsächlich CDs mit 36,4%) generiert, doch auch hier ist das Streaming bereits für 46,4% des Umsatzes verantwortlich. Gänzlich in der Irrelevanz verschwindet der digitale Download der mit 7,8% nur noch leicht vor dem Liebhaberstück Vinyl (4,4%) liegt.

In der Schweiz steuert das Streaming schon satte 58% zum steigenden Gewinn der Musikbranche bei während die physischen Verkäufe (24%) sowie die Downloads (18%) kontinuierlich sinken.

Auch in Österreich hat das Streaming die CD überholt und steht bei 51,6%, während sich die CD wacker bei 43,6% hält. Auch hier sind die Downloads (10,9%) nur noch knapp vor dem Vinyl (7,8%).

Hast du noch Fragen zu Playlists?

Schreib uns einfach eine Email an support@igroovemusic.com oder trag dich hier für einen Telefontermin ein und wir rufen dich zurück.

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Vorschüsse richtig versteuern

April 11, 2019

Vor kurzem widmeten wir uns in einem Blogbeitrag ausführlich dem Thema Vorschüsse. Was für Vorschüsse gibt es überhaupt, wie werden diese zurückbezahlt, was sind die Vor- und Nachteile und welche Risiken bestehen. In diesem Blogbeitrag wollen wir uns nun anschauen, auf was man achten muss sobald man sich mit einem Label oder Vertrieb auf einen Vorschuss geeinigt hat. Dabei legen wir den Fokus besonders auf die Versteuerung des Vorschusses.

Muss ein Vorschuss in jedem Fall versteuert werden?

Ein Vorschuss ist eine Einnahme und diese muss versteuert werden. Wie genau hängt von der Rechtsform ab: Bist du als Freiberufler gemeldet, bildest du mit deinen Bandmitgliedern eine Partnergesellschaft oder habt ihr sogar eine Kapitalgesellschaft?

Freiberuflicher Musiker:

Als Freiberufler unterliegt man keiner Bilanzierungspflicht. Im Rahmen der vereinfachten Gewinnermittlung ist der Vorschuss somit als Zufluss zu versteuern. Oder etwas präziser in den Worten eines auf Musik spezialisierten Treuhänders ausgedrückt: «Im Rahmen der vereinfachten Gewinnermittlung nach § 4 (3) EStG sind Anzahlungen im Zeitpunkt des Zuflusses nach § 11 EStDV zu versteuern.»

Der Vorschuss muss also gemeinsam mit allen anderen erzielten Einkünften des Jahres bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Was braucht es eigentlich alles für die Einkommenssteuererklärung? Hier findet ihr die Checkliste.

Kapitalgesellschaft:

Die Kapitalgesellschaften unterscheiden sich von den Personengesellschaften u.a. darin, dass die Firma selbst steuerpflichtig ist. Solltet ihr also z.B. mit euren Bandkollegen eine Kapitalgesellschaft (GmbH, UG oder gar eine AG) gegründet haben, wird der Vorschuss erstmal der Kapitalgesellschaft gutgeschrieben.

Anders als bei den Personengesellschaften (also z.B. ein Freiberufler) ist man bei einer Kapitalgesellschaft zur Bilanzierung verpflichtet. Ein Vorschuss wird als Verbindlichkeit bilanziert und ist somit erfolgsneutral, das bedeutet, dass der Vorschuss erst dann zum Ertrag wird, wenn die Leistung erbracht wurde.

Der Vorschuss muss dann bei der Körperschaftssteuer (dasselbe wie die Einkommenssteuer einfach für Kapitalgesellschaften) angegeben werden. Der Künstler als Privatperson bezahlt nur im Rahmen einer Gewinnausschüttung der Kapitalgesellschaft Steuern oder dann, wenn er sich von der Firma anstellen lässt und einen Lohn bezieht.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer von 19% entsteht in jedem der oben genannten Fälle im Zeitpunkt der Zahlung.

Hier besteht ein Unterschied zu Einnahmen die du z.B. von der GEMA, einem Verlag oder auch von deinem Vertrieb für Verkäufe erhältst. Dies wird nämlich mit dem verminderten Satz von 7% besteuert.

Mit der Kleinunternehmer-Regelung gibt es auch die Möglichkeit, sich ganz von der Unternehmenssteuer zu befreien. Für Musiker, die grosse Vorschüsse erhalten, ist dies jedoch nicht möglich, da die Regelung voraussetzt, dass der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro sein wird. Genaue Informationen zu den verschiedenen Gesellschaftsformen und deren Vor- und Nachteilen findest du in diesem Blogbeitrag.

Seid ihr an dem Punkt angelangt, wo ihr euch als Musiker selbständig macht oder eine eigene Firma gründet? Dann ist es eindeutig an der Zeit, einen Steuerberater zu engagieren.

Zwei Kanzleien, die sich auf Musik spezialisiert haben und mit ihren Inputs zu diesem Blog beigetragen haben, sind:

Steuerkanzlei Bertl und Schwarz
Steuerberater Bohle + Partner

Ich bin weder Freiberufler noch habe ich eine Firma

Wenn du weder deine eigene Firma hast noch als Freiberufler gemeldet bist, bist du nicht berechtigt einen Vorschuss zu beziehen. Selbst wenn du die Musik nur als Hobby verfolgst, musst du dich in diesem Fall als Freiberufler anmelden. Dies ist auch wichtig, weil du im Vertrag zu deinem Vorschuss mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Klausel haben wirst, dass du für die korrekte Versteuerung deines Vorschusses verantwortlich bist.

Einige wichtige Punkte:

  • Um dich als Freiberufler anzumelden, wende dich an das zuständige Finanzamt.
  • Als Freiberufler muss man kein Startkapital mitbringen allerdings haftet man bei allfälligen Verlusten mit dem Privatvermögen.
  • Bewahre alle relevanten Quittungen auf, besonders natürlich diejenigen der Ausgaben ;). Zu beachten gilt es auch, dass die Buchführung bereits vor der Gründung beginnt. Dies ist allerdings zu eurem Vorteil, denn so können Kosten, die vor der Gründung anfallen aktiviert und nach der Gründung geltend gemacht werden. Dies reduziert den Gewinn und somit die Steuerlast. Vor der Aufnahme der selbständigen Tätigkeiten können vorweggenommene Betriebsausgaben als Aufwand geltend gemacht werden. Dies können Kosten für die Anschaffung von Wirtschaftsgütern, Fahrtkosten, Beratungskosten, Bürobedarf, Computer, das PA oder Instrumente sein. Es gilt zu beachten, dass wenn eine Anschaffung, zum Beispiel die eines Instruments, schon länger zurückliegt, kann nicht der Anschaffungspreis verbucht werden, sondern nur der Teilwert, also der Wert zum aktuellen Zeitpunkt.
  • Du bist als Freiberufler nicht verpflichtet eine Bilanz zu erstellen, sondern einzig die abgespeckte EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)
  • Setze dich spätestens bei der Anmeldung als Freiberufler mit einem Steuerberater zusammen.

Ist ein Vorschuss nicht ein Darlehen und damit steuerbegünstigt?

Ein Vorschuss ist durchaus mit einem Darlehen vergleichbar, in steuerlicher Hinsicht jedoch nicht. Dafür gibt es bereits einen Präzedenzfall, der dies klar und deutlich festhält. Mehr Infos dazu hier.

Kann ich Abzüge machen, die den Steuerbetrag vermindern?

Selbstverständlich kannst du auch bei dem Vorschuss die Aufwendungen im Zusammenhang mit der steuerlich relevanten Tätigkeit abziehen. Du kannst hier also zum Beispiel die Kosten deiner Mitmusiker, die Studiokosten oder auch Ausgaben für die Promotion zum Abzug bringen.

Es bringt somit auch nichts, wenn das Label oder der Vertrieb die anfallenden Rechnungen bezahlt und somit der Vorschuss, den du versteuern musst, kleiner ausfällt. Dann sind nämlich auch die Abzüge weniger und es ist ein Nullsummenspiel. Die Einkommenssteuer musst du erst auf den Gewinn (Vorschuss minus Betriebsausgaben) bezahlen. Eine genaue Auflistung von möglichen Betriebsausgaben findest du hier.

Wie kann ich mir dies nun konkret vorstellen?

Ein allgemeingültiges Beispiel aufzuführen, ist schwierig, da beispielsweise gewisse Ausgaben sofort abzugsfähig sind und man andere mittels Abschreibung über die Nutzungsdauer verteilen muss. Dazu kommt der progressive Einkommenssteuertarif und es hängt auch noch davon ab, ob man verheiratet oder ledig ist.

Um das Ganze aber etwas konkreter darzustellen, hier ein stark vereinfachtes Beispiel bei dem wir davon ausgehen, dass du einen Vorschuss von 50.000 Euro erhalten hast.

Von diesen 50.000 Euro investierst du folgende Beträge in dein Release:

Videos: 8.000 Euro
Studio / Mix: 5.000 Euro
Mastering: 1.000 Euro
Mitmusiker: 3.000 Euro
Promotion: 8.000 Euro
Total Ausgaben: 25.000 Euro

Der massgebende Betrag für die Versteuerung ist also der Restbetrag von 25.000 Euro (50.000 Euro minus die Ausgaben von 25.000 Euro).

Es wäre nun aber falsch davon auszugehen, dass man diese 25.000 Euro für seinen Lebensunterhalt verwenden kann. Denn nun kommen noch die Steuern ins Spiel:

Von den 25.000 Euro die du versteuern musst, kannst du noch Sonderausgaben wie etwa die Krankenversicherung in Abzug bringen.

Gehen wir von einem Betrag von 2.500 Euro für die Krankenversicherung aus daraus ergibt sich ein steuerrelevanter Betrag von 22.500 Euro.

25.000
./. 2.500 Krankenversicherung
22.500 -> Steuerrelevanter Betrag

Auf diesen Betrag ergibt sich eine Einkommenssteuer von ca. 3.300 Euro.

Somit bleibt dir ein Restbetrag von ca. 21.700, welchen du für deinen Lebensunterhalt, also deine Miete, Lebensmittel etc., verwenden kannst.

Es ist also immens wichtig, dass du bei der Kalkulation der Verwendung deines Vorschusses von Beginn an bedenkst, dass ein Teil davon für Steuern draufgeht und du nicht den vollen Betrag zur Verfügung hast. Lege daher mindestens 15% des steuerrelevanten Betrags (Vorschuss minus Abzüge) für die Steuern beiseite.

In jedem Fall lohnt es sich, einen Steuerberater zu konsultieren und zwar nicht nur, wenn ein Vorschuss ins Haus steht, sondern ab dem Moment, wo man sich entscheidet als Musiker selbständig zu werden. Achtet hier darauf, alle Belege für Einnahmen und besonders auch Ausgaben (für die Abzüge!) sorgfältig aufzubewahren.

Hast du noch Fragen zum Thema Vorschüsse für Musiker?

Dann melde dich bei uns unter support@igroovemusic.com.

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Wie bringe ich meine Podcasts auf Spotify und iTunes?

April 8, 2019

Podcasts werden immer populärer. Von Firmen über Medien, Influencer (und solche die es gerne wären), Blogger, Comedians bis zu Musikern, die damit ihre Releases promoten wollen, mischen alle mit im stetig wachsenden Podcast-Game.

Es gibt verschiedenste Anbieter auf welchen man seine Podcasts verbreiten kann, zu den allerwichtigsten gehören iTunes und seit kurzem auch Spotify.

Im Vergleich zum Upload von Musik gibt es einige gewichtige Unterschiede:

Für den Upload von Podcasts braucht es keinen Vertrieb

Sowohl bei Spotify wie auch bei iTunes kann man seine Podcasts selbständig hochladen und ist somit nicht auf einen Vertrieb angewiesen. Deshalb ist es auch nicht möglich seine Podcasts über iGroove an die Shops zu senden.

So bringst du deine Podcasts in die Stores:

Spotify:

Gehe auf https://podcasters.spotify.com und folge der Anleitung. Alles was du dafür benötigst ist ein Spotify-Account sowie einen funktionierenden RSS Feed.

Das sind die Voraussetzungen, die erfüllt werden sollten:

  • MP3 in guter Qualität (Bitrate zwischen 96 und 320 kbps)
  • Eine Episode darf maximal 200 MB gross sein was 83 Minuten entspricht bei 320 kbps oder über 200 Minuten bei 128 Kbps.
  • Das Artwork muss quadratisch sein, in möglichst hoher Auflösung und entweder als JPG oder PNG hochgeladen werden.
  • Der Titel der Episode sollte nicht länger als 20 Zeichen sein, damit es in allen Formaten gut aussieht.

Es dauert zwischen einigen Stunden und maximal fünf Tagen bis dein Podcast online ist. Spotify schickt keine Information, wenn der Podcast aufgeschaltet ist, man muss also selbst regelmässig nachschauen.

Wie bei der Veröffentlichung von Musik (Spotify for Artists) erhältst du auch bei den Podcasts tagesaktuelle Statistiken darüber wie oft und von wem deine Podcasts gehört wurden.

Übrigens: Auch wenn Spotify noch nicht allzu lange im Podcast-Game mitspielt, sind sie bereits zur Nummer zwei aufgestiegen.

Eigentlich alles ziemlich simpel. Doch zu kompliziert? Dann empfiehlt euch Spotify hier diverse Dienste, über welche ihr die Podcasts bei Spotify hochladen könnt.

 

iTunes / Apple Podcast:

Am meisten Podcasts konsumiert werden über iTunes. Hier präsent zu sein, ist also ein Muss. Das geht ebenfalls ganz einfach. Neben einer Apple ID benötigst du auch hier einen RSS Feed sowie ein quadratisches Bild (Bildgrösse mindestens 1.400 x 1.4000 Pixel) und einen noch nicht vergebenen Titel für den Podcast

So musst du vorgehen:

  • Melde dich bei iTunes Podcasts Connect mit deiner Apple ID an
  • Füge deinen RSS Feed ein und klicke auf «Überprüfen»
  • Prüfe die Vorschau, ob alles korrekt angezeigt wird (Beschreibung, Kategorien etc.)
  • Sofern alles korrekt ist, klicke auf «Veröffentlichen»

Apple prüft alle Podcasts und somit kann es bis zu zehn Tagen dauern, bis dieser dann auch effektiv online ist (meist dauert es aber deutlich weniger lang).

Sobald dein Podcast approved wurde, erhältst du eine Bestätigung auf die E-Mail-Adresse, welche du als Apple ID verwendest.

Übrigens: Apple hat eine Beta-Version von «Podcast Analytics» aufgeschaltet, mit welchem du mehr Infos zur Performance deiner Podcasts erhältst.

Genauerer Infos zu Apple Podcast gibt es hier

Es gibt keine Vergütungen für die Streams

Anders als bei der Musik erhältst du keine Vergütung für die Streams, die du mit deinen Podcasts erzielst. Allerdings ist es erlaubt bei den Podcasts Werbung einzubauen (z.B. dieser Podcast wird präsentiert von XY).

Podcasts sind nicht dazu da, um Musik anzubieten.

Bei Podcasts kannst du einen guten Musikgeschmack beweisen indem du über Musik redest, es ist allerdings nicht die Idee deinen Sound hochzuladen. Insbesondere Mixes sind nicht erlaubt und werden umgehend entfernt. Dafür gibt es Plattformen wie etwa mixcloud.com (welche sich übrigens auch für Podcasts anbietet).

 Wie hoste ich meine Podcasts?

Hierzu ein informativer Blog (Englisch), der diverse Hosting-Plattformen vorstellt, welche für dich auch gleich den RSS Feed erstellen, den du zur Veröffentlichung auf Spotify und iTunes benötigst.

Hast du noch Fragen zu Podcasts?

Schreib uns einfach eine Email an support@igroovemusic.com oder trag dich hier für einen Telefontermin ein und wir rufen dich zurück.

 

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Mein Release nie mehr im falschen Spotify-Profil

März 4, 2019

Es ist ärgerlich:  Man hat sich lange auf die Veröffentlichung der neuen Single gefreut und wenn diese dann erscheint, merkt man, dass sie im falschen Spotify-Profil gelandet ist.

Bislang waren uns die Hände gebunden und alles was wir machen konnten, war Spotify anzuschreiben mit der Bitte dies zu korrigieren. Nun haben wir mit Spotify eine Lösung gefunden damit ab sofort kein Release mehr im falschen Profil landet.

Es funktioniert ganz einfach: du hinterlegst bei uns im System die ID deines Profils und ab sofort wird dein Release stets dem korrekten Artist Profil zugewiesen.

Es gibt zwei Möglichkeiten deine Spotify ID wie auch die Apple Music ID zu hinterlegen:

Beim Erfassen deines Releases:

Sobald du den Namen des Künstlers oder Features eingibst, erscheint folgendes Pop Up:

Du kannst nun nach dem Künstlernamen suchen:

Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kannst du den Link auch bei Spotify respektive Apple Music suchen und manuell eintragen.

Dies geht folgendermassen:

Spotify:

Gehe auf dein Profil, wähle das Symbol mit den drei Punkten (mehr), gehe auf Teilen und klicke schliesslich auf Künstlerlink kopieren.

Füge nun diesen Link im Feld «Spotify Profil angeben» ein.

Apple:

Suche nach deinem Profil bei Apple Music, klicke auf das Symbol mit den drei Punkten, wähle «Künstler teilen» und dann «Link kopieren».

Bei iTunes sieht das Symbol etwas anders aus, das Prinzip ist aber dasselbe.

Füge diesen Link unter «Apple Music Profil angeben» ein.

Erfassen unter «Meine Künstler»

Die zweite Lösung zur Erfassung der Links findest du ebenfalls in deinem iGroove-Account.
Wähle den Menüpunkt «Mein Profil» und gehe auf den Tab «Artist IDs».

Hier findest du eine Auflistung aller Künstler, die an den Releases auf deinem Account beteiligt waren. Wähle nun beim entsprechenden Künstler «bearbeiten».

Hier kannst du nun sowohl die Spotify ID sowie auch die ID für Apple Music / iTunes eingeben.

Sobald du alle Links für dich und deine Features erfasst hast, wird zukünftig nie mehr ein Release in einem falschen Profil auftauchen.

Es ist mein erstes Release, was kann ich tun?

In diesem Fall musst du warten bis dein erstes Release erschienen ist und Spotify respektive Apple Music ein Profil für dich kreiert haben.
Willst du auf Nummer sicher gehen? Melde dich ca. eine Woche vor Release bei uns und wir prüfen für dich im System von Spotify, ob diese wirklich ein neues Profil für dich erstellt haben oder ob du bei einem anderen Künstler landen wirst .

Sobald dein Release erschienen ist und du ein Profil hast, kannst du die Links in deinem iGroove-Account hinterlegen. Ausserdem ist es wichtig, sowohl bei Spotify wie auch Apple Music deine Profile zu verifizieren.

Bei Fragen oder Unklarheiten könnt ihr euch jederzeit bei support@igroovenext.com melden.

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Vorschüsse: Karriere-Boost oder Schuldenfalle?

September 13, 2018

Das Wort Vorschuss geistert immer wieder durch die Musikwelt und teilweise werden horrende Summen an Musiker-Stammtischen herumgereicht. Viele Musiker träumen von einem Deal mit dickem Vorschuss – doch ist dies auch wirklich das erhoffte Sprungbrett oder ist es viel eher ein Risiko für den Künstler? Diesen Fragen wollen wir hier etwas genauer auf den Grund gehen.

Das wohl Wichtigste und vermeintlich auch völlig Logischste zuerst: Ein Vorschuss ist kein Geschenk. Labels machen keine Geschenke – wieso sollten sie auch? Wie der Name schon sagt, wird das Geld einzig vorgeschossen und man könnte es somit auch einfach als Darlehen bezeichnen. Seid euch also bewusst: jeden Cent den ihr als Vorschuss bekommt, muss im Normalfall auch wieder zurückbezahlt bzw. eingespielt werden.

Gibt es überhaupt noch Vorschüsse heutzutage?

Kurze Antwort: Ja
Längere Antwort: Ja aber sie sind seltener und niedriger geworden. Der Grund ist relativ simpel: Die Labels, besonders die kleineren, haben schlicht nicht mehr so viel Geld zur Verfügung wie früher. Ein weiterer Grund sind die Produktionskosten, die deutlich günstiger geworden sind gerade im Bereich der elektronischen Musik. Hinzu kommt auch, dass es für die Label schwieriger geworden ist die Umsätze im Streamingzeitalter zu prognostizieren. Da aber das Streaming immer mehr zum Standard wird, dürfte sich dies in absehbarer Zeit ändern und womöglich auch einen positiven Einfluss auf die Höhe der Vorschüsse mit sich bringen. Bereits jetzt können wir einen Trend beobachten, dass besonders Major Labels wieder schneller umfangreiche Vorschüsse für Vertriebsdeals anbieten. Vorschüsse werden übrigens nicht nur von Labels, sondern auch von Vertrieben gewährt.

Von was hängt es ab, ob ich einen Vorschuss erhalte?

Ein Label wird einen Künstler nur dann unter Vertrag nehmen, wenn es davon ausgeht, mit diesem Geld zu verdienen. Sie werden knallhart ausrechnen, wie viel sie für Marketing und Promotion ausgeben müssen und wie viel sie glauben, mit deinem Release verdienen zu können. Anhand dieser Zahlen wird ein Label kalkulieren, ob es einen Vorschuss gibt und wie hoch dieser ausfällt. Trotz dieser Kalkulationen können sich Labels natürlich auch irren und wie uns ein Insider verriet, kommt es häufiger vor als man denken würde, dass ein Release seine Kosten nicht wieder einspielt. Was dies für den Künstler bedeutet, erfährst du weiter unten.

Wie hoch wird der Vorschuss in etwa sein?

Hier konkrete Zahlen zu nennen ist fast nicht möglich, da ganz viele Faktoren reinspielen. Dies beginnt bei den finanziellen Möglichkeiten deines Labels oder Vertriebs, hängt ebenso von der Art des Vertrags ab und nicht zuletzt natürlich von deinem Bekanntheitsgrad, deinen bisherigen Verkäufen und natürlich auch ein wenig von deinem Verhandlungsgeschick. Nicht zu unterschätzen ist auch deine Herkunft. Als Künstler aus der Schweiz oder Österreich wird man in den meisten Fällen einen kleineren Vorschuss erhalten als ein Artist in Deutschland ganz zu schweigen von einem Act, dem ein Label eine internationale Karriere zutraut. Grob gesagt beginnt dies bei Beträgen im tiefen vierstelligen Bereich und kann bei den Top-Acts im deutschsprachigen Raum auch im sechs- bis siebenstelligen Bereich stattfinden.

Wieso es manchmal besser ist einen kleineren Vorschuss zu nehmen oder ganz darauf zu verzichten

Gerade kleinere Labels haben nach der Bezahlung eines großen Vorschusses nicht mehr genügend Geld für die Promotion übrig, die deinem Release zugutekommen würde. Kriegst du also einen hohen Vorschuss angeboten, prüfe zwingend, ob dies nicht auf Kosten von Marketing und Promotion geht. Manchmal ist es also besser, wenn du keinen Vorschuss erhältst, das Label aber sonst in dich investiert. Wichtig ist es hierbei langfristig zu denken und nicht bloß das schnelle Geld zu sehen. Auch sollte man stets ausrechnen, ob es sich – Vorschuss hin oder her – wirklich lohnt bei einem Label zu unterschreiben, oder ob man als Independent-Künstler nicht besser beraten ist. Große Vorschüsse können auch dazu verführen das Geld schneller auszugeben oder mehr Risiken einzugehen. Für viele Künstler fühlt es sich so an, als würden sie nicht ihr eigenes Geld ausgeben, was sie aber unter dem Strich eben doch tun. Wie gesagt, Vorschüsse sind keine Geschenke!

Wann erhalte ich meinen Vorschuss?

Wenn sich ein Label oder Vertrieb dazu entschieden hat dir einen Vorschuss zu geben, ist dies wie erwähnt vergleichbar mit einem Darlehen. Dieses wir meist nicht auf einmal bezahlt, sondern in Tranchen. Beispielsweise 50% bei der Unterzeichnung des Vertrags und 50% wenn die Demos der Songs stehen und die Studioarbeit bevorsteht. Handelt es sich um einen hohen Betrag, kann es auch sein, dass er in drei oder sogar mehr Tranchen ausbezahlt wird.

Es gilt hier zwischen zwei verschiedenen Arten von Vorschüssen zu unterscheiden:

  • Produktionskostenzuschüsse: Wie der Name schon sagt, sind diese zweckgebunden und dienen dazu die Kosten der Produktion (Studio, Mix, Mastering etc.) zu bezahlen. Hier empfiehlt es sich die Quittungen aufzubewahren, damit man diese vorweisen und die Ausgaben belegen kann.
  • Vorschüsse auf Lizenzzahlungen: In den meisten Fällen redet das Label hier nicht rein, wofür die Vorschüsse verwendet werden und das Geld ist somit nicht zweckgebunden.

Wofür sollte ich meinen Vorschuss einsetzen?

Die Frage müsste vermutlich eher lauten, wofür man ihn nicht einsetzen sollte. Das vermutlich am wenigsten sinnvolle was man mit dem Geld anstellen kann, ist sich damit einen dicken Wagen oder sonstige Konsumgüter, die keinen Zusammenhang mit deiner Musikkarriere haben, zu kaufen. Ein umfangreicher Vorschuss kann natürlich dazu genutzt werden seinen Lebensunterhalt zu bestreiten und die Miete zu bezahlen, damit man sich voll und ganz der Musik widmen kann. Der Vorschuss soll aber vor allem dazu dienen die Studiokosten zu berappen, Videos zu drehen oder Mitmusiker zu bezahlen. Doch auch hier ist gesundes Augenmaß wichtig. Nur weil einem das Label oder der Vertrieb das Geld vorgeschossen hat, muss man jetzt nicht ein völlig überdimensioniertes Video mit allen Schikanen drehen oder sich das teuerste Studio mieten, welches man eigentlich gar nicht brauchen würde.

Wie bezahle ich meinen Vorschuss zurück?

Ist dein Release erschienen, wirst du regelmäßig Abrechnungen von deinem Label oder Vertrieb erhalten. Dort wirst du deine Einnahmen sehen, jedoch mit dem Hinweis, dass du diese nicht ausbezahlt erhältst, weil zuerst der Vorschuss rückerstattet werden muss. Du siehst also erst dann etwas von den Einnahmen deines Releases, sobald der Vorschuss zurückerstattet ist. Gemäß Zahlen von IFPI wurde ein Vorschuss früher durchschnittlich innert 18 Monaten zurückerstattet. Auch hier hat das Streaming vieles verändert und nun dauert es in den meisten Fällen sogar noch länger als diese eineinhalb Jahre. Man muss sich also auf eine lange Zeit ohne, beziehungsweise deutlich tieferen Einnahmen einstellen.

Dies insbesondere, weil heutzutage das sogennante Cross-Collateralizing Standard geworden ist. Dies bedeutet einfach gesagt, dass der Vorschuss mit allen Einnahmen, an denen das Label mitverdient, recouped, also wieder eingespielt, wird. Es kann also sein, dass dein Vorschuss auch mit Verlagsrechten, Konzertgagen oder Merchandise (aber normalerweise nicht von allem zusammen) recouped wird. Zwei Besitzer eines Independentlabels erklären dies folgendermaßen: «Mittlerweile hat sich der Markt dahingehend verändert, dass es sich kaum mehr lohnt, nur nach den Einnahmen von Verkäufen und Streams zu planen. Ein heutiger Künstler ist auch viel umfassender als die Höhe seiner Verkäufe. Wir glauben daran, dass die Verkäufe nicht mehr Hauptpunkt der Einnahmen sein müssen, sondern in einer Wechselwirkung mit Live Auftritten, Merchandising und Sponsoring stehen.»

Was vielen Künstlern ebenfalls nicht bewusst ist, dass der Vorschuss nicht mit den Gesamteinnahmen, sondern nur über den Künstleranteil recouped wird. Gehen wir davon aus, dass du mit einem Label einen 50:50 Deal ausgehandelt hast und einen Vorschuss über 10.000 Euro erhalten hast. Bis du den Vorschuss recouped hast, musst du nun erst 20.000 Umsatz generieren, um die 10.000 rückerstatten zu können. Je tiefer also dein Anteil an den Einnahmen, desto länger dauert es bis du den Vorschuss rückerstattet hast.

Als Künstler sollte man also versuchen einen Deal zu bekommen, bei dem nur die Einnahmen der Musik recouped werden. So verdient man zwar eine Zeit lang nichts an den Verkäufen und Streams, aber zumindest fließt noch regelmäßig Geld durch Konzerte, Merch etc.. Ein solcher Deal ohne Cross-Collateralizing ist jedoch alles andere als leicht auszuhandeln, zumindest bei Künstlerverträgen, bei denen das Label praktisch das gesamte Risiko trägt. Anders sieht es häufig bei Bandübernahme- oder Vertriebsdeals aus.

 

Hier noch eine kurze Erklärung zu den drei gängigsten Vertragsformen:

Bandübernahmevertrag: In diesem Fall liefert der Künstler die fertige Produktion (das Masterband, daher der Name) an das Label. Mit dem Bandübernahmevertrag überträgt man dem Label die Rechte an seinem Produkt für eine vorher definierten Zeitraum sowie für klar definierte Gebiete. Dafür erhält man entweder einen pauschalen Betrag, einen Anteil an den Verkäufen oder eine Mischung aus beidem. Häufig besteht hier die Option auf eine oder mehrere weitere Veröffentlichungen. Wer für weitere Kosten wie etwas Promotion und Marketing aufkommt, wird separat geregelt.

Vertriebsvertrag: Dieses wird meist nur über ein Album abgeschlossen, manchmal auch mit der Option auf ein oder zwei weitere Alben. Dies oft auch ohne exklusive Bindung. Abgeschlossen werden diese entweder mit einem Vertrieb oder einem Label. Er ist ähnlich wie der Bandübernahmevertrag jedoch mit deutlich weniger Rechten und Pflichten für das Label / den Vertrieb. Daher ist der Künstleranteil auch mit Abstand am höchsten.

Künstlervertrag: Hier besteht die engste Bindung zwischen Label und Künstler. In der Regel bezahlt hier das Label auch die meisten der anfallenden Kosten eines Releases (inkl. Marketing und Promotion) und trägt somit auch das finanzielle Risiko. Entsprechend ist auch die Beteiligung des Künstlers an den Einnahmen geringer als beim Bandübernahmevertag.

In der Praxis gibt es immer mehr Mischformen dieser drei Vertragsformen. Gerade weil sich diese drei Verträge so unterschieden, ist es auch nicht klar zu definieren, was ein fairer Künstleranteil ist. In manchen Fällen mag es gerechtfertigt sein, wenn der Künstler nur 15% der Einnahmen erhält, weil das Label dafür alle Kosten und das Risiko trägt. In anderen Fällen sind 15% aber auch reine Abzocke. Vieles ist schlicht und einfach Verhandlungssache. Ein Musikanwalt hat es gegenüber iGroove wie folgt formuliert: «Durch die Entwicklungen der letzten Jahre ist es heute in der Tat so, dass die Plattenfirmen auch an weiteren Geldströmen partizipieren. Ob das fair ist oder nicht, muss im Einzelfall beurteilt werden. Die Tonträgerunternehmen gehen bei gewissen Produktionen selber große Risiken ein, sodass eine Beteiligung an weiteren Einnahmen bzw. eine Verrechnung mit diesen nicht per se unangemessen ist. Man muss dabei wirklich „the big picture“ im Auge behalten: Wer steuert welche Leistungen bei, wer investiert wieviel, wie groß sind die zu erzielenden Einnahmen?»

Was man bei seiner Berechnung nicht vergessen sollte: Hat man bei einem Label unterschrieben, erhält man einen deutlich kleineren Anteil an den Verkäufen und Streams als wenn man sein Album selbst über einen Aggregator vertreibt. Nehmen wir als Beispiel einen Song, der über iTunes für 0.99 Euro verkauft wird. Bei iGroove erhält der Künstler in diesem Fall 0.69 Euro (iTunes nimmt knapp 30%, iGroove 8%). Je nach Deal wirst du deinem Label nochmals einen signifikanten Anteil abgeben müssen, da diese Zeit und Geld in deine Karriere, das Marketing und die Promotion investieren. Wenn man also ausrechnet, wie viel man verkaufen muss, bis man einen Vorschuss recouped hat, sollte man nicht von den Zahlen ausgehen, die man als Independent-Künstler generiert hat.

Was geschieht, wenn die Einnahmen tiefer sind als der Vorschuss?

Dies ist die wohl entscheidendste Frage und daher gilt es hier von Beginn weg gut zu verhandeln. Der Standard ist, dass ein Vorschuss Non-Refundable ist. Das bedeutet, wenn du den Vorschuss nicht wieder einspielst, muss der Restbetrag nicht bezahlt werden das Label trägt also das wirtschaftliche Risiko. Von Verträgen, bei denen der Vorschuss unter allen Umständen zurückbezahlt werden muss und somit der Künstler das gesamte Risiko trägt, ist abzuraten. Wie bereits weiter oben erwähnt, gibt es nicht gerade wenige Releases, die ihre Produktions- und Vermarktungskosten nicht wieder einspielen. Es gilt hier also aufzupassen!

Plattenverträge laufen häufig über mehrere Alben und oft findet man im Vertrag dann eine Klausel mit «Minimum Fund» und «Maximum Fund». Wenn ein Vorschuss mit dem ersten Album nicht eingespielt wurde, gilt beim nächsten Album der «Minimum Fund». Soll heißen: der Vorschuss wird kleiner (oder liegt gar bei 0). Wurde der Vorschuss beim ersten Album recouped, kommt der «Maximum Fund», also der ausgehandelte Höchstbetrag, zum Tragen. Die Höhe deines Vorschusses beim ersten Album und dessen Erfolg kann also deutliche Auswirkungen auf dein nächstes Release haben.

In den meisten Fällen muss das Minus des ersten Albums mit dem zweiten Album recouped werden. Hat man zum Beispiel einen Deal über ein Album mit der Option auf ein zweites unterzeichnet, wird bereits im Vertrag festgehalten, dass auch mit dem zweiten Album recouped wird. Zudem ist häufig auch schon vertraglich geregelt, dass der Vorschuss des zweiten Albums nach Einlösung der Option neu verhandelt wird. Eine Labelvertreterin begründet dies gegenüber iGroove mit der unsicheren Marktsituation, die es nicht mehr möglich macht, Vorschüsse weit im Voraus festzulegen.

Dazu noch ein Rechenbeispiel:
Angenommen, man hat für sein erstes Album 20.000 Vorschuss erhalten, davon aber nur 10.000 recouped. Das Label glaubt aber trotzdem an dich und löst die Option für ein zweites Album ein, jedoch mit einem tieferen Vorschuss von 10.000. Das bedeutet mit dem zweiten Album müssen erneut 20.000 recouped werden (10k vom ersten Album sowie 10k vom zweiten).

An dieser Stelle noch ein kleiner Exkurs zum Thema Optionen: Die Grundproblematik der Optionen ist natürlich, dass der weitere Verlauf einer Künstlerkarriere nicht vorhersehbar ist. Als Newcomer ist man meist in einer eher schwachen Verhandlungsposition. Unterschreibt also ein Newcomer einen Vertrag über ein Album mit der Option auf ein zweites und geht dann mit der ersten Scheibe durch die Decke, sitzt er auf einem Vertrag, dessen Konditionen schlechter sind als die eines etablierten Künstlers. Er wird also auch an den Nachfolgeproduktionen zu den Konditionen des ersten Albums verdienen. Allerdings werden wohl die meisten Labels mit sich reden lassen und die Konditionen nachbessern, etwa in Zusammenhang mit einer zusätzlichen Option. Zu erwähnen gilt es auch, dass in den 80ern und 90ern noch Verträge über fünf oder gar sieben Alben abgeschlossen wurden. Dies komm heute wohl höchstens noch in absoluten Einzelfällen vor. Aktuelle Verträge gehen meist über ein Album, mit der Option auf ein oder zwei weitere Alben. Wenn überhaupt: manchmal geht es sogar nur um Singles, bis dann überhaupt mal ein Album ein Thema wird.

Hat man aber sein erstes Album nicht recouped, besteht aber natürlich das Risiko, dass man schnell wieder ohne Plattenvertrag dasteht, weil die Option nicht eingelöst wird.

Lass dich von Fachleuten beraten!

Bei Verhandlungen mit einem Label oder Vertrieb dreht es sich um viele finanzielle und auch rechtliche Details, es ist daher empfehlenswert einen Fachmann (z.B. einen auf Musik spezialisierten Anwalt) zur Hilfe zu ziehen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Er wird dich davor bewahren über den Tisch gezogen zu werden, wenn dir ein viel zu kleiner Vorschuss angeboten wird oder die Konditionen generell schlecht sind. Ebenso kann er dich aber auch beraten, wenn der Vorschuss vielleicht angemessen hoch ist, dafür neben dem Vorschuss kaum noch Budget übrigbleibt für die Promotion des Releases. Generell hast du jemanden an deiner Seite, der die Zahlen lesen kann, die das Label dir vorlegt (oder die Zahlen verlangt, wenn sie es nicht tun) und dich entsprechend beraten kann. Er hilft dir dabei, die häufig im für Normalsterbliche unverständlichen Juristendeutsch verfassten Verträge in eine verständliche Form zu bringen. Lasst also diese Verträge prüfen, denn als Künstler bindet man sich nicht selten über mehrere Jahre, es hat also langfristige Konsequenzen, wenn man einen schlechten Deal unterschreibt!

Weiter lohnt es sich auch für die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Situation Unterstützung ins Boot zu holen, etwa durch einen Treuhänder. Ignoriert man diese Themen über längere Zeit und wurstelt sich irgendwie durch, erlebt man irgendwann eine böse Überraschung. Besser also man lässt sich von Beginn weg kompetent beraten.

Vorschüsse von iGroove

Wie oben schon erwähnt, gewähren nicht nur Plattenfirmen, sondern auch Vertriebe Vorschüsse. So auch iGroove. Unser Ziel ist es, den Ablauf möglichst transparent zu gestalten und den Künstlern faire Konditionen zu bieten. Sobald der Vorschuss recouped ist, gehen 82% an Künstler und 18% bleiben beim Vertrieb. Außerdem gibt es keine feste Vertragslaufzeit – der Vertrag kann jederzeit beendet werden, sobald der Vorschuss recouped ist oder nach maximal zwei Jahren. Dies bedeutet, dass sich ein Künstler auch jederzeit aus dem laufenden Vertrag auskaufen kann, sollte er ein besseres Angebot erhalten. Er muss dann einfach den Restbetrag des Vorschusses begleichen.

Ein Vorschuss bei iGroove kann man bequem über dieses Formular beantragen.

Fazit

Natürlich klingt es gut, wenn man die Möglichkeit hat, einen netten Betrag für sein Release zu bekommen und in vielen Fällen ist es dies natürlich auch. Doch es ist wichtig, sich hier nicht sofort von dem “schnellen Geld“ blenden zu lassen und das Angebot genauestens zu prüfen und zu überlegen, ob es der eigenen Karriere, besonders auf lange Frist, auch wirklich förderlich ist. Wie bereits ausführlich erklärt, ist fachkundige Unterstützung dabei wärmstens zu empfehlen.

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Playlist Pitching – Spotify ändert die Regeln

Juli 30, 2018

Am 19.07.2018 hat Spotify bekanntgegeben, eine BETA-Version für das Vorstellen von Musik für Playlisten aufgeschaltet zu haben. Labels oder Distributoren (wie iGroove) nutzen dafür Spotify Analytics, während Künstler oder Manager ihre Songs über Spotify for Artists einreichen können.

Quo vadis Spotify Playlists?

Diese BETA-Version ersetzt per sofort (mit einer gewissen Übergangsfrist) das bisherige System, bei welchem Label, Distributoren etc. mittels Listen Tracks für Spotify-Playlisten vorstellen konnten.

Was sich bei den Playlists ändert

Wir haben für euch die wichtigsten Fakten zusammengetragen und zeigen euch, was es besonders zu beachten gibt:

  • Man kann einen Song nur einsenden, wenn er noch unveröffentlicht aber bereits an Spotify übermittelt wurde. Der Track muss mindestens eine Woche vor dem Releasedatum gepitcht werden.
  • Es ist nicht möglich, bereits veröffentlichte Musik vorzuschlagen.
  • Je früher man den Song Spotify vorstellt, desto besser. Um einen reibungslosen Prozess garantieren zu können, muss der Song mindestens zwei Wochen vor dem geplanten Releasedatum bei iGrooveNext erfasst worden sein.
  • Pro Künstler kann jeweils nur ein unveröffentlichter Song übermittelt werden. Sobald dieser erschienen ist, kann man wieder einen Track vorschlagen.
  • Eine Garantie, dass Spotify deinen Song in einer Playlist aufnehmen wird, gibt es weiterhin nicht.
  • Liefert man den Song mindestens eine Woche vor dem Releasedatum an, ist garantiert, dass er im Release Radar deiner Follower erscheinen wird.
  • Wird der Track in einer von Spotify kuratierten Playlist aufgenommen, gibt es eine Notification über Spotify for Artists.
  • Das Anliefern von Songs funktioniert nicht auf der Mobile-Version von Spotify for Artists.

Spotify for Artists – Playlist Pitching – Wie geht das?

Der Ablauf ist soweit simpel:
1. Log dich bei Spotify for Artists ein
2. Gehe zu deiner unveröffentlichten Musik via «Profil»
3. Wähle bei dem gewünschten Track «Submit a Song»
4. Sofern es keine Single ist, wähle den gewünschten Track des Releases aus
5. Gib Spotify so viele Infos zu deinem Release wie möglich

Warum gibt es die Änderungen bei Spotify überhaupt?

Über die genau Motivation für die Änderungen bei Spotify kann man natürlich nur spekulieren, es ist aber davon auszugehen, dass sie hiermit vor allem zusätzliche Metadaten für ihre Algorithmen sammeln wollen, was auch diese Aussage aus der Mitteilung unterstreicht: «Es ist wichtig, uns so viele Informationen wie möglich über den Track zu geben – Genre, Stimmung und andere Informationen helfen uns dabei, Entscheidungen darüber zu treffen, wo er am besten reinpasst. Man kann die Instrumente auswählen, ob es ein Cover ist und die Kulturen, zu denen man oder das Lied gehört. Die Daten, die du uns mitteilst, werden durch das ergänzt, was wir bereits über dich wissen – was deine Fans sonst noch hören, auf welchen anderen Spotify-Playlisten du erschienen bist etc.»

Was bleibt gleich?

  • Dein Account sollte verifiziert sein (sonst gibt es auch keinen Zugriff zu Spotify for Artistst) und das Profil gepflegt und stets auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.
  • Poste regelmässig deine Spotify Links und bewege deine Fans dazu, dir auf Spotify zu folgen.
  • Versuche in beliebte User-Playlisten zu gelangen bevor du den Grossangriff auf die offiziellen Spotify-Playlisten startest
  • Erstelle deine eigenen Playlisten und zeige Spotify generell, dass dir ihre Plattform wichtig ist und du dich dort aktiv bewegst.

Spotify Playlist Pitching via iGroove

iGroove bietet weiterhin den Service des Playlist Pitchings für Spotify an. Hierbei werden deine Songs neben Spotify auch Apple Music, Tidal und Deezer vorgestellt.

Im Anschluss erhältst du deine detaillierte Auswertung, in welchen Playlisten dein Song aufgenommen wurde.

Hast du Fragen zu Spotify und dem Playlist-Pitching?

Schreib uns einfach eine Email an support@igroovemusic.com oder trag dich hier für einen Telefontermin ein und wir rufen dich zurück.



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Songs in die Playlisten der Streamingdienste bringen – wie geht das?

Juli 11, 2018

Mehrere hundert Millionen Menschen weltweit haben sich unterdessen bei den führenden Streaminganbietern wie Apple Music, Tidal, Deezer und natürlich vor allem Spotify angemeldet. Es gibt kaum noch Künstler, die sich 2018 dem Streaming verweigern und entsprechend riesig ist die Auswahl an Musik auf den Streamingplattformen. Aus dieser unglaublichen Masse herauszustechen, ist entsprechend alles andere als einfach und die Frage «wie komme ich eigentlich in diese Playlists?» die wohl meistgestellte gegenwärtig.

Wieso sind Playlisten überhaupt so wichtig?

Wieso Playlisten überhaupt so wichtig sind? Schafft man es in eine Playlist mit großer Reichweite, erreicht man automatisch ein breites Publikum, welches oft noch nie von deiner Musik gehört hat und sonst womöglich auch nie darauf gestoßen wäre. Genießt die Playlist einen guten Ruf, vertrauen die Hörer den Machern und checken die Songs aus, wenn es ihnen gefällt werden sie auch weitere Musik von dir anhören und irgendwann werden sie zu Fans.

Früher wollte man unbedingt ins Radio (das schadet natürlich auch heute nicht!), heute sollen Playlisten der Karriere ordentlich Schub verschaffen. Um dies mit Zahlen zu untermauern: Hat man es zum Beispiel in einer der offiziellen Spotify-Playlists geschafft, nehmen die Streams meist um 50-100% zu. Selbst wenn man danach nicht mehr in dieser Playlist ist, steigern sich die Streams in den Folgemonaten um rund 20%.

Was für Playlisten gibt es bei Spotify, Apple Music, Tidal und Deezer?

Es gilt dabei zwischen drei verschiedene Arten von Playlisten zu unterscheiden:

  • Von den Streaminganbietern selbst erstellte und von Mitarbeitern kuratierte Playlists. Diese Playlist Editors oder Kuratoren entscheiden selbst, welche Musik sie in die auf Genres oder Moods basierenden Playlisten unterbringen wollen.
  • Ebenfalls von den Streaminganbietern erstellte Playlists bei denen jedoch ein Algorithmus entscheidet, welche Songs es in die Playlist schaffen.
  • Von Usern erstellte Playlists. Das können Musikmagazine, Labels, Künstler, Blogger, Radiosender oder einfach Musikliebhaber sein. Es gibt alleine auf Spotify über 2 Milliarden solcher Playlisten.

Damit deine Musik in diesen Playlisten landet, braucht es diverse Schritte und entsprechend auch eine gute Portion Geduld.

Schritt 1: Digitaler Musikervertrieb

Der erste Schritt ist verhältnismäßig einfach: mach gute Musik und stell sicher, dass diese bei allen Streaminganbietern erhältlich ist.

Schritt 2: Verifiziere deine Accounts

Auch Schritt zwei braucht noch wenig Aufwand: Verifiziere deine Profile. Wie das bei Spotify und Apple Music funktioniert, haben wir in vorherigen Blogbeiträgen bereits beschrieben. Eine Verifizierung macht nicht nur einen seriöseren Eindruck, die Algorithmen bevorzugen auch verifizierte Accounts.

Natürlich reicht die Verifizierung alleine nicht aus: das Profil muss dann auch gepflegt, mit Infos gefüttert und jederzeit aktuell gehalten werden. Betrachte das Profil als deine Visitenkarte, die den Streaminganbietern zeigt, dass du verstehst was du machst und es dir wichtig ist, wie du dich auf ihrer Plattform präsentierst.

So wie wir alle sind natürlich auch die Kuratoren ständig auf den Sozialen Medien unterwegs und dort auf der Suche nach neuer Musik. Sollten sie bei dieser Suche auch mal auf deinem Profil landen, sollte auch dieses aktuell und gut gepflegt sein.

Halte also deine Instagram, Facebook und Twitter-Accounts sowie deine Website immer auf dem neusten Stand, auch diese sind eine Visitenkarte. Achte deshalb auch darauf, dass sich dein Stil durch alle Profile durchzieht.

Schritt 3: Steigere die Anzahl deiner Follower

Bewege deine Fans dazu dir auf den Streamingplattformen zu folgen. Auch in der Welt des Streamings geht es nicht einzig um gute Musik, kein Kurator wird deine Musik in eine Playlist aufnehmen, wenn du 2 Follower und 13 monatliche Hörer hast.

Poste immer wieder die Links deiner Streaming-Profile und bitte deine Fans über Social Media, in deinem Newsletter oder auch bei Konzerten dich zu supporten und dir zu folgen.

Schritt 4: Erstelle deine eigenen Playlists bei Spotify, Apple Music, Tidal und Deezer

Erstelle deine eigenen Playlists. Beispielsweise kannst du eine Playlist machen, mit allen deinen Songs (dabei achten, dass die neuste Single auch zuoberst ist). Eine andere Möglichkeit ist es, eine Playlist mit deinen Lieblingssongs zu erstellen. Lass es die Bands über Social Media ruhig auch wissen, dass du sie in deine Playlist aufgenommen hast.

Sind die Songs auf den Streamingplattformen erhältlich, alle Kanäle auf dem neusten Stand und die ersten Playlisten erstellt, kann es richtig losgehen.

Schritt 5: Playlist Pitching

Kuratierte Playlists

Spotify macht es auf ihrer Website ziemlich deutlich: The editorial team at Spotify uses a combination of taste, data, research, and trends to create playlists for our users. So the best way to be considered for Spotify playlists is to make your music as visible as possible and maintain an active presence on Spotify. If your music is breaking, we’ll find it.

Will heissen: du brauchst dich gar nicht erst zu melden, wir finden dich dann schon. Als Künstler hat man also nicht die Möglichkeit an die Kuratoren zu gelangen, es sei denn, man hat zufällig einen beim Bier kennengelernt oder man investiert zahlreiche Stunden, um im Netz an die direkten Mailadressen der Kuratoren zu gelangen.

Natürlich gibt es aber Labels, Managements oder Distributoren wie iGroove, welche die Möglichkeit haben, die Kuratoren zu kontaktieren und ihnen Musik vorzustellen. Diese bilden also quasi das Bindeglied zwischen Künstler und Kurator und treffen auch bereits eine Vorauswahl.

Update

Per 19.07.2018 hat Spotify die Regeln für das Playlist Pitching geändert. Alle Infos dazu findet ihr in diesem Blogbeitrag. Mehr Infos zu unserem Playlist Pitching Service findet ihr hier.

In die User Playlists kommen

Die größte Chance aus eigenem Antrieb auf einer Playlist zu landen, bietet sich bei den von Usern erstellten Playlisten. Von diesen gibt es wie oben erwähnt Milliarden, wobei die meisten aufgrund minimalen Hörerzahlen nicht wirklich von Interesse sind. Es gilt also die wenigen relevanten Nadeln in diesem riesigen Heuhaufen zu finden.

Soll heißen es braucht einiges an Recherche bis man die Playlisten gefunden hat, die genügend Reichweite haben und zudem auch noch zum Stil deiner Musik passen. Lasst dabei gesunden Menschenverstand und Realismus walten: als englischsprachiger Rapper aus Oberösterreich mit 16 Spotify-Followern muss man nicht die US-Rap-Playlist mit Millionen von Hörern anfragen, das ist verschwendete Lebenszeit.

Diese Zeit investiert man besser darin die Streamingplattformen intensiv nach passenden Playlisten zu durchsuchen. Man kann sich hier auch gerne einfach von Playlist zu Playlist treiben lassen und dabei die passenden notieren. Es macht sicherlich auch Sinn zu schauen, in welchen Playlisten ähnliche Bands sind. Hast du einige passende Playlisten gefunden, folge diesen, suche den Kontakt zu den Kuratoren.

Viele Kuratoren geben ihre Kontaktdaten bereitwillig bei der Playlist bekannte, ansonsten kann man über Google den Kontakt herausfinden. Eine weitere Option an Kontakte von Kuratoren zu kommen, sind Dienste wie Chartmetric, die aber auch nicht ganz günstig sind. Ausserdem empfiehlt es sich, den Kuratoren auch auf den Social Media Plattformen zu folgen.

Neben Playlisten die von Blogs, DJs oder Musikwebseiten erstellt wurden, lohnt es sich auch nach Listen von “normalen“ Usern zu suchen, die eine große Reichweite haben. Den Kontakt zu diesen Usern lässt sich leicht über Facebook oder Twitter herstellen. Es lohnt sich den Playlisten erst einige Zeit zu folgen und zu beobachten, was für Songs hereingeladen werden und wie oft sie ihre Liste updaten.

Ready for Take Off?

Du hast nun eine Liste mit potentiellen Playlisten und die dazugehören Kontakte beisammen? Gut, dann ist nun der Zeitpunkt gekommen, deine Musik den Kuratoren vorzustellen (Neudeutsch: zu pitchen). Dabei gilt es einiges zu beachten:

  • Schicke alle wichtigen Infos und Links in übersichtlicher Form. Dazu gehören Künstler- und Songname, der Link zum Song, Infos zu Promotion, bisherigen Erfolgen etc., allenfalls ein Link zu Pressefotos
  • Werde aber gleichzeitig nicht zu ausführlich. Diese Kuratoren erhalten viele Inputs und interessieren sich nicht für deine komplette Lebensgeschichte. Wichtig für sie ist die Musik, die wichtigsten Eckdaten und vor allem musst du ihnen aufzeigen können, wieso du für sie bzw. ihre Playlist relevant sein sollst.
  • Rechne nicht damit jederzeit eine Antwort zu erhalten. Nachfragen ist natürlich erlaubt, sie mit Mails zu bombardieren aber eher kontraproduktiv. Wenn du Hartnäckigkeit beweisen willst, dann in dem du ständig neue Songs releast und diese kontinuierlich pitcht aber nicht in dem du für denselben Song dutzende Mal nachfragst.

Hast du es geschafft in einigen dieser User-Playlists unterzukommen, steigt auch die Chance es in eine der offiziellen Playlisten zu schaffen.

Algorithmen

Von Algorithmen erstellte Playlists – prominenteste Beispiele sind Release Radar oder Discover Weekly – generieren sogar mehr Streams als die von Menschenhand erstellen Playlisten. Aber natürlich kann man hier nicht Pitchen, es sind ja Computer. In einer solchen Playlist unterzukommen ist eigentlich nur dann möglich, wenn ihr auf anderem Weg bereits genügend Streams generiert, um auf dem Radar der Algorithmen aufzutauchen oder wenn ihr perfekt in eine Nische reinpasst.

Playlist Pluggers

Eine weitere Option, um in Playlisten zu gelangen, sind sogenannte Playlist Pluggers. So wie PR-Firmen versuchen ihre Klienten in die Medien zu bringen, wollen diese dich in Playlisten unterbringen und versprechen zusätzliche Streams.

Allerdings sollte man hier sehr vorsichtig sein, da nicht alle Angebote die man im Netz findet wirklich seriös sind. Weil man diese Firmen bezahlt für ihren Versuch und nicht für das Ergebnis, kann ziemlich schnell viel Geld weg sein ohne dass man es in eine Playlist geschafft hat.

iGroove hat sich mit einem vertrauenswürdigen und renommierten Partner zusammengetan, der direkte Kontakten zu hunderten Playlisten hat und so eine bestimmte Zahl an (echten!) Streams garantieren kann. Mehr Infos dazu hier.

Schritt 6: Baue eine langfristige Beziehung zu den Kuratoren und Editors auf

Du hast es in eine oder noch besser mehrere Playlisten geschafft? Gratulation, die Arbeit ist damit aber noch nicht ganz beendet. Nun gilt es den Link zu dieser Playlist zu sharen über deine Kanäle, einerseits natürlich um zu zeigen, dass du es mit deiner Musik in die Playlists geschafft hast, anderseits aber auch, um eine kleine Gegenleistung gegenüber den Kuratoren zu erbringen.

Es ist wichtig eine langfristige Beziehung zu den Kuratoren aufzubauen und solche Freundschaftsdienste können natürlich nicht schaden. Man wird in den meisten Fällen nicht bei den ersten Anfragen direkt in den Playlisten landen, man muss sich sowohl die Fanbase aufbauen, die Streamingzahlen kontinuierlich steigern und nicht zuletzt ein gutes Verhältnis zu den Kuratoren aufbauen.

Hat man diese langfristigen Kontakte und zudem die entsprechende Anzahl Streams, wird man bald zu einem Stammgast in den wichtigen Playlisten.

Hast du Fragen zum Playlist-Pitching?

Schreib uns einfach eine Email an support@igroovemusic.com oder trag dich hier für einen Telefontermin ein und wir rufen dich zurück.

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